21.10.2026
Im Estrel Berlin ist heute die dritte BVL Supply Chain CX als Leitevent für Logistik und Supply Chain-Management gestartet. Rund 1.800 Teilnehmende werden heute und morgen über 160 Speaker erleben und die Expo-Area mit rund 130 Ausstellern und Partnern, Netzwerkmöglichkeiten, vielen Mitmachaktionen und Karaoke erkunden.
Zu den hochkarätigen Speakern der CX zählen Peter Maly, Mitglied des Vorstands und Chief Operating Officer für Logistik und Supply Chain Management bei REWE, Jens Birgersson, CEO und Vorsitzender des Management Boards der Brenntag SE, sowie Michelle Shi-Verdaasdonk, Chief Product Officer der Electrolux Group. Ebenso geben Bernhard Osburg, Vorstand Güterverkehr der Deutschen Bahn AG und Vorstandsvorsitzender der DB Cargo AG, Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Innovation und Cyber im Bundesministerium der Verteidigung, Generalmajor Jochen Deuer, Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, Cristina-Maria Danila, Head of Global Supply Chain & Logistics bei Covestro, Matthias Magnor, Vorsitzender des Vorstands der BLG und Vorstandsmitglied der BVL, sowie Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Hemmann, Global Head of Forwarding bei Maersk, Susanne Marell, Bereichsvorständin der Schwarz Gruppe, Azita Martin, Vice President and General Manager of AI for Retail, CPG and QSR bei Nvidia, und Sven Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr wesentliche Impulse.
Ein traditionelles Highlight ist auch in diesem Jahr die Verleihung des Deutschen Logistik-Preises am heutigen Abend, gefolgt von einer abwechslungsreichen CX Networking Party für alle Gäste. Im Fokus des Leitevents für Supply Chain Management und Logisitk steht erneut das Networking, so gibt es zahlreiche Angebote wie die bewährten moderierten Connect Tables, die Sessions der Young Professionals oder des Netzwerks Ladies in Logistics sowie eine praktische Matchmaking-Funktion in der BVL Events-App.
Der Wirtschaftsbereich Logistik in Deutschland wächst wieder, allerdings weiterhin mit begrenzter Dynamik. Zu diesem Ergebnis kommt der Gipfel der Logistikweisen auf sei-nem Herbstgipfel 2026. Für das laufende Jahr erwartet der Expertenkreis entgegen früherer Prognosen ein reales Wachstum von knapp einem Prozent. Im Trend-Szenario steigt die Logistikleistung 2027 real um 1,0 Prozent und nominal um 3,6 Prozent.
Impulse für die Entwicklung im Jahr 2026 kommen insbesondere aus dem Wiederaufbau von Lagerbeständen, daraus resultierenden Exporten sowie der hohen Nachfrage nach Elektronik und Ausrüstung für KI-Rechenzentren, vermelden die Logistikweisen. Für 2027 werden vor allem Bau und Elektronik als Wachstumstreiber erwartet. Maschinenbau und Konsumgüter dürften sich tendenziell positiv entwickeln, während Automobilindustrie, Chemie und Gebrauchsgüter voraussichtlich stagnieren. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch: Im günstigen Szenario ist 2027 ein reales Wachstum von 1,6 Prozent möglich, im ungünstigen Fall lediglich von 0,2 Prozent. Geopolitische Konflikte, hohe Energie- und Personalkosten, strukturelle Veränderungen in den Schlüsselindustrien sowie ein mögli-cher Preisdruck belasten die Aussichten. Entscheidend für die mittelfristige Wettbewerbs-fähigkeit sind nach Einschätzung der Logistikweisen Investitionen in Automatisierung, Di-gitalisierung und Künstliche Intelligenz. BVL-Vorstandsvorsitzender und CEO von 4flow Kai Althoff unterstreicht: „Digitalisierung und KI bieten der Logistik in Deutschland aktuell die Möglichkeit, sich im internationalen Wettbewerb gut zu positionieren. Diese Chance sollten wir nutzen.“
Mit der gemeinsamen Studie „Defense Logistics“, die BVL und Strategy& heute vorstell-ten, wird deutlich, dass der Wirtschaftsbereich Logistik bereit ist, eine stärkere Rolle für Deutschlands Verteidigungsfähigkeit und seine Funktion als logistische Drehscheibe der NATO in Europa zu übernehmen. Der Großteil der befragten Unternehmen ist bereits im Verteidigungssektor aktiv, rund 70 Prozent von diesen planen in den kommenden drei bis fünf Jahren gezielte Investitionen. Zugleich bleibt das Geschäftsfeld häufig ein Randthema: Bei etwa zwei Dritteln der Unternehmen liegt sein Umsatzanteil unter fünf Prozent. Die Studie leitet daraus einen klaren Handlungsauftrag ab: Staat, Bundeswehr und Wirtschaft müssen die zivil-militärische Zusammenarbeit langfristig, planbar und kri-senfest ausgestalten. Als derzeitig wesentliche Hemmnisse nennen die Unternehmen un-ter anderem komplexe Vergaben, Anforderungen an Geheimschutz und Exportkontrolle, fehlendes sicherheitsüberprüftes Personal sowie ungeklärte Haftungsfragen. Als beson-ders wichtig werden beschleunigte Vergabeverfahren und langfristige Vertragsmodelle adressiert. Vorhalteverträge könnten dabei Kapazitäten für Transport, Lagerung, Um-schlag, Instandsetzung und Versorgung gezielt sichern und Unternehmen zugleich die nö-tige Investitionssicherheit geben.
Die neue Vertiefungsstudie „KI und Resilienz: Supply Chains erfolgreich transformieren“, die in Kooperation mit 4flow erarbeitet und heute auf der BVL Supply Chain CX vorge-stellt wurde, zeigt: Künstliche Intelligenz entwickelt sich in Logistik und Supply Chain Ma-nagement zum relevanten Hebel für Effizienz, bessere Entscheidungen und widerstands-fähigere Lieferketten. Bereits 83 Prozent der befragten Unternehmen setzen KI ein oder pilotieren entsprechende Anwendungen – vor allem in Planung, Optimierung, Monitoring, Prognosen und Datenanalyse. Zugleich nimmt die Bedeutung resilienter Supply Chains angesichts geopolitischer Risiken, volatilen Märkten und steigenden Flexibilitätsanforde-rungen weiter zu. Erfolgreiche Unternehmen kombinieren Maßnahmen wie Multi-Sour-cing, höhere Bestände und Local-for-local-Ansätze mit Transparenz, Risikomanagement und Szenarioplanung. Entscheidend für den nachhaltigen KI-Einsatz sind laut Studie je-doch nicht alleine technologische Fähigkeiten: Eine klare Strategie, belastbare Business Cases, wirksame Governance sowie die passenden Kompetenzen und eine geeignete Un-ternehmenskultur bestimmen, ob aus einzelnen Pilotprojekten skalierbarer wirtschaftli-cher Nutzen entsteht.

