3 Jun 15

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung von Lager- und Bestandsmanagement?

Es gibt sie auch heute noch: „Lagerfachkarten“. In diese Karten trägt der Lagerist die Ein- und Ausgänge von Gütern, Betriebsmitteln oder Waren manuell ein und steuert so den Lagerbestand. Bei einem geringen Lagerbestand mit fest zugeordneten Lagerplätzen sicherlich eine recht sympathische Art und Weise Personal zu beschäftigen. Gut vorstellbar in einer kleinen Brennerei, in der über die Litermengen von vielleicht drei Dutzend wertvollen Whisky-Fässern gewacht werden muss und es eigentlich niemand wirklich eilig hat. Das ist natürlich ein Scherz, die analoge Bestandsführung jedoch keineswegs, denn diese kostet den Unternehmer bares Geld.

Zeit ist gerade im Lager Geld

Interessanterweise finden sich selbst heute noch Betriebe, in denen zwischen der Produktion und der Lagerbestandsführung fast schon Jahrhunderte klaffen. Auf der einen Seite werden in der Prozesstechnik die neuesten, computergesteuerten Anlagen eingesetzt, auf der anderen Seite werden die Bestände der Produktionsgüter oder Betriebsmittel per Hand verwaltet. Nicht selten ist hierbei der jeweilige, langjährig beschäftigte Lagerist das „ERP-System“ des Unternehmens, der einfach alles im Kopf hat. Das kann bis zu einer bestimmten Betriebsgröße gut gehen, bedeutet aber in der Realität einen Verlust, denn ein Lagerist ist kein ERP-System und auch keine Lagerbestandssoftware, die eine Vielzahl verschiedener Parameter verwaltet und das in Echtzeit, unabhängig von Pausen, Urlaubs- oder Krankentagen.

Digitalisierung bedeutet Optimierung

Hier kommen mehrere Faktoren zum Tragen, die letztlich die Optimierung der Versorgung beinhalten, angefangen beim Einkauf und der Lieferung, über die Versorgung der Produktion bis hin zum Versand beziehungsweise dem Verkauf. In dieser Kette, die neben der Produktion genauso den Handel betrifft, ergänzen sich die verschiedenen Parameter aus Lieferanteninformationen, Lagerverwaltung, Güterinformationen und Lagerkennzahlen zu einer perfekten Materialbedarfsplanung. Ein Lagerbestand bedeutet immer eine Investition, die sich im Idealfall in die laufenden Posten aus Ausgaben und Einnahmen so einfügt, dass die Kalkulation aufgeht. Bei einer analogen Lagerführung bleiben zu viele Faktoren unberücksichtigt und die Kalkulation geht meist nur bedingt oder gar nicht auf.

Die Angst vor der Inventur

Im Grunde wissen die Führungskräfte eines Unternehmens um die Bedeutung der Digitalisierung ihrer Lagerbestände, scheuen aber den zeitlichen Aufwand einer dafür notwendigen Inventur, obwohl diese so oder so mindestens einmal jährlich durchgeführt werden muss. Genau dabei können praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Jahres-Inventur wird durchgeführt und im gleichen Atemzug erfolgen die digitale Bestandserfassung und die Umrüstung auf eine maschinenlesbare Bestandskontrolle. Eine Schwierigkeit sollte dabei nicht verheimlicht werden. Die Informationen über die bestehenden Lagerbestände sind oft nicht ausreichend, schon gar nicht in Bezug auf eine Zertifizierung oder ein einzuführendes Qualitätsmanagementsystem. Es wird bei bestehenden, analog geführten Lagern immer eine Übergangszeit geben, in der Altbestände abgebaut und neu aufgenommene Güter digitalisiert verwaltet werden.

Die Hardware ist meist schon vorhanden

Welches Unternehmen arbeitet heute noch ohne Unterstützung eines Computersystems? Vielleicht die eine oder andere Whisky-Brennerei, wer weiß? In praktisch allen Unternehmen ist die Hardware zur digitalen Bestands- und Lagererfassung zumindest in großen Teilen bereits vorhanden. Nicht selten wird auch mit ERP-Systemen gearbeitet, an die sich die Lagerbestandssoftware mittels Schnittstellen angliedern lässt. So steht einem perfekten Lager- und Bestandsmanagement nichts im Wege und Verluste aus der Lagerführung gehören der Vergangenheit an.

Dieser Artikel wurde von Daniel Fritsch von EazyStock.de veröffentlicht.

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