Logistik-Indikator in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel

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Hintergrund und Methodik

Die Logistikwirtschaft zählt mit über 2,9 Millionen Erwerbstätigen und mehr als 235 Milliarden Euro Produktionswert zu den Schwergewichten der deutschen Volkswirtschaft. Über ihre unmittelbare quantitative Bedeutung hinaus kommt der Logistik als zentraler Schnittstelle zur Verbindung von Wertschöpfungsketten auch eine wichtige Barometerfunktion für die Gesamtwirtschaft zu. Gerade wegen der branchenübergreifenden Bedeutung der Logistik ist die statistische Erfassung des diesen Bereich kennzeichnenden Konjunkturverlaufs bislang kaum möglich. Denn die entsprechenden Leistungen lassen sich in den herkömmlichen Wirtschaftszweigabgrenzungen nicht adäquat abbilden. Diese Lücke schließt der Logistik-Indikator, den das IfW im Auftrag der BVL ermittelt.

Der vom Institut für Weltwirtschaft für die Bundesvereinigung Logistik e.V. berechnete Logistik-Indikator basiert auf der quartalsweisen Expertenbefragung der 200 größten deutschen Unternehmen, für die Logistikleistungen eine besondere Rolle spielen. Dieses Panel besteht zur Hälfte aus Logistikdienstleistern (Anbieterseite) sowie aus Industrie- und Handelsunternehmen (Anwenderseite). Die Befragung läuft jeweils in der ersten Hälfte des mittleren Quartalsmonats. Das Fragendesign zielt auf die konjunkturelle Beurteilung der mit Logistikleistungen verbundenen ökonomischen Aktivitäten innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland ab. Sämtliche quartalsbezogenen Fragen beziehen sich auf eine jahreszeitlich übliche (um saisonale Effekte bereinigte) Einschätzung.

Die separate Befragung der Anbieter und Anwender von Logistikleistungen ermöglicht eine getrennte Erfassung beider Marktseiten, für die jeweils ein eigener Fragensatz erhoben wird (s. Tabelle). Die Befragung beider Gruppen stellt grundsätzlich auf dieselben Sachverhalte ab, berücksichtigt aber die jeweilige Position der Befragten in der Wertschöpfungskette. Für beide Gruppen werden die Lagebeurteilung im laufenden Quartal und die Erwartungen für die Entwicklung in den darauf folgenden 12 Monaten erhoben.

Für sämtliche Fragen stehen drei Antwortalternativen zur Wahl, die sich jeweils als positiv-expansiv, durchschnittlich-neutral und negativ-kontraktiv kennzeichnen lassen. Aus den Antworten wird zunächst der Saldo der positiv-expansiven Antworten gebildet (positiv-expansive abzüglich negativ-kontraktive Antworten) und auf den Durchschnitt aller Befragten bezogen (diese Anteilswerte werden mit jeder Veröffentlichung des Indikators separat berichtet). Anschließend werden die zu den jeweiligen Teilbereichen „Lagebeurteilung" und „Erwartungen" gehörenden Anteilswerte gemittelt und auf den Zahlenbereich 0 (entspricht 100 % negativ-kontraktiver Antworten) und 200 (entspricht 100 % positiv-expansiver Antworten) skaliert (bei einem Indikatorwert von 100 halten sich expansive und kontraktive Antworten die Waage). Der Durchschnitt aus den so entstehenden Lage- und Erwartungsindikatoren bildet den Klimaindikator für die Angebots- und Anwenderseite. Durch eine gleichgewichtete Zusammenfassung beider Marktseiten entsteht der Gesamtindikator, getrennt nach Lage, Erwartungen und Klima.

Die Verdichtung zu den vorgestellten Indikatoren ist auf der bisherigen Datengrundlage nur als vorläufige Rechnung möglich (zukünftige Revisionen sind daher nicht ausgeschlossen). So ist trotz der auf jahreszeitlich übliche Werte abzielende Fragestellungen nicht auszuschließen, dass sich im Antwortverhalten noch Saisoneffekte niederschlagen. Diese können zukünftig (nach längerer Laufzeit des Indikators) statistisch heraus gerechnet werden. Darüber hinaus wird nach Durchlaufen eines Konjunkturzyklus eine weitere Normierung des Indikators erfolgen.

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