07.05.2025
Wenn ein Logistikzentrum in die Jahre gekommen ist, stellt sich die Frage: Neubau oder Erneuerung im Bestand? Die Workwear-Marke Strauss entschied sich am Stammsitz in Biebergemünd nach einer ausführlichen Analyse dafür, eine Revitalisierung anzugehen – und das sogar im laufenden Betrieb. Das Projekt „Logistics Next Level“ überzeugte die Jury und das Auditing-Team und wurde im Rahmen der BVL Supply Chain CX in Berlin mit dem Deutschen Logistik-Preis ausgezeichnet. „Wir wollten unsere Logistik nicht nur erneuern, sondern revolutionieren“, sagte COO Matthias Fischer zum diesjährigen Siegerprojekt. Die Brownfield-Revitalisierung sparte gegenüber dem Neubau 26.000 Tonnen CO2. Eine PV-Anlage und Geothermie tragen zur Eigenversorgung bei. Der Umbau im laufenden Betrieb stellte allerdings hohe Anforderungen an Planung, Qualifizierung und Risikosteuerung. Teile des Prozesses konnten temporär an den Schwesterstandort im nahe gelegenen Schlüchtern ausgelagert werden. Investiert wurden insgesamt 55 Millionen Euro, die aus Eigenmitteln finanziert werden konnten. Bei einer Verdoppelung der Versandleistung sanken die Stückgutkosten – den Return on Investment gab Fischer mit 4,8 bis rund fünf Jahren an.
Automatisierung und Digitalisierung mit modernsten Anlagen ist eine Säule des Erfolgs. Entstehende Daten fließen sofort wieder in Prognosen, Kapazitätssteuerung und Wartungsplanung ein und erhöhen so die Stabilität der Abläufe. Das Auditing-Team und die Jury waren aber ebenso von der Verankerung des Projekts im gesamten Team beeindruckt. Die Belegschaft war von Beginn an eingebunden und konnte viele Themen wie Schichtplanung, Pausenzeiten und Arbeitsplatzgestaltung mitbestimmen. Die Umbauzeiten wurden zu Schulungen im modernen Standort Schlüchtern genutzt.

