Der Wirtschaftsbereich Logistik wird zum Impulsgeber für den Wandel hin zu Industrie 4.0

Summary zur Mitgliederbefragung „Komplexitätsreduktion“

Die vollständigen Ergebnisse zum Lesen und als PDF-Downloads >>

Vorwort

Komplexität prägt den gesamten Wirtschaftsbereich Logistik – das zeigen Umfragen der Bundesvereinigung Logistik (BVL) deutlich. „Komplexität, Kosten, Kooperation“ ist deshalb 2014 das Jahresthema der BVL und Motto des Deutschen Logistik-Kongresses. Um klare Perspektiven und Empfehlungen zum Umgang mit der Komplexität in Logistik und Supply Chain Management formulieren zu können, fragte die BVL im Sommer 2014 nach der Einschätzung ihrer Mitglieder, wie stark Komplexität deren tägliche Arbeit und ihre Geschäftsprozesse prägt.

Was bedeutet „Komplexität“?

Komplexität ist das Gegenteil von Einfachheit und Überschaubarkeit – und sogar als Begriff schon komplex. Sie kann unorganisiert (als Mangel an Ordnung) und organisiert zustande kommen, beispielsweise durch Überforderung der menschlichen Wahrnehmung durch viele und vielfältige Elemente und deren Abhängigkeiten. Das Gesamtverhalten eines komplexen Systems oder Modells ist nie sicher zu beschreiben.

Methode

Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. führte unter ihren Mitgliedern im Sommer 2014 eine Onlinebefragung mit 14 Fragen durch. Insgesamt wurden 104 Fragebögen ausgewertet. 

Trends und Entwicklungen im Wirtschaftsbereich Logistik

Im Wirtschaftsbereich Logistik haben die Unternehmen erfolgreich damit begonnen, mit der wachsenden Komplexität umzugehen. Obwohl die Leistungen und Prozesse der Logistik immer vielfältiger werden und die Ansprüche der Kunden steigen, hat der Wirtschaftsbereich durch den Einsatz von moderner Informationstechnologie und anderen Innovationsschritten solide und erfolgreiche Managementprozesse für die Komplexitätsreduktion etabliert. 

Nach den internen Prozessen stehen im nächsten Schritt die Kooperationsprozesse mit den Partnern auf der Agenda der Unternehmen. Standardisierung, Kooperation auf gemeinsamen Plattformen, die Einführung von neuen Managementsystemen und der konsequente Aufbau von Mitarbeiterkompetenzen und Wissensmanagement werden die Weiterentwicklung in Logistik und Supply Chain Management prägen.

Damit ist die Logistik in Deutschland einer der Impulsgeber. Die von den Unternehmen entwickelten und optimierten Prozesse, ihre weltweiten Liefernetzwerke sowie das Zusammenspiel der Partner in der Lieferkette läuten in ihrem Effekt das Jahrzehnt der Logistik ein.

Das hohe Komplexitätsniveau und der erfolgreiche Umgang des Wirtschaftsbereiches damit zeigen: Die Logistik hat den Punkt erreicht, an dem die Entwicklung dieses Wirtschaftsbereiches die Gesamtentwicklung der Wirtschaft entscheidend prägt und antreibt. Wie vorher der Einzug der Informationstechnologie, das umfassende Controlling und Outsourcing trägt nun die Logistik die Entwicklung und wird zum wichtigen Wertschöpfungs- und Differenzierungsfaktor.

Das Jahrzehnt der Logistik ist bereits sichtbar, die Unternehmen profitieren von der Prozessoptimierung in der Lieferkette. Industrie 4.0, die Vernetzung im Unternehmen und unter Unternehmen, ist ein originäres Logistik-Thema. Cloud-Computing, Big Data, das Internet der Dinge stellen neue Tools zur Verfügung, mit denen die Prozesse im Unternehmen schlanker, flexibler und effizienter werden.

Innovation entsteht immer weniger im Unternehmen, sie entsteht aus der Kooperation zwischen Unternehmen: Hier sind die Schnittstellen, an denen Waren, Daten und Ideen getauscht werden. Je mehr Partner und Verbindungen im Netzwerk existieren, desto komplexer werden das System und seine Abläufe. Erst erfolgreich gemanagte Komplexität ermöglicht es Unternehmen, den vielfältigen Kundenanforderungen gerecht zu werden.

Durch ihren Wertschöpfungsbeitrag im Unternehmen wird die Logistik ein Managementthema. Logistik und Supply Chain Manager erhalten eine neue Rolle als Komplexitätsmanager und Prozessoptimierer. Sie agieren nicht mehr im Abteilungssilo, sondern in Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen – und immer mehr auch mit den Partnern außerhalb des eigenen Unternehmens. Deshalb wird die Kenntnis moderner Managementmethoden immer wichtiger.

Auf die Menschen, die in Logistik und Supply Chain Management arbeiten, warten noch viele spannende Aufgaben. Knapp drei Millionen Menschen sind in Deutschland im Wirtschaftsbereich Logistik tätig. Von ihrer Arbeit profitieren Unternehmen, Verbraucher und die gesamte Volkswirtschaft. Eine gute, zukunftsorientierte Ausbildung und lebenslanges Lernen sind die Voraussetzung dafür, diese Aufgaben auch in einem komplexen Umfeld erfolgreich zu lösen.

Wichtigste Ergebnisse

Der Wirtschaftsbereich Logistik ist von Komplexität geprägt. Die Komplexität entsteht vor allem durch die Leistungen, die der drittgrößte Wirtschaftsbereich für die Volkswirtschaft erbringt: starke Orientierung an den Anforderungen der Kunden und eine große Vielfalt der angebotenen Lösungen und Produkte.

Facts:

  • 61 Prozent sagen, dass die Vielfalt der Kundenwünsche Komplexität erzeugt.
  • Fehlende Standards bei Kunden und / oder Lieferanten (58,67%), die Vielfalt der Produktvarianten (53,3%) und fehlende Standards im Unternehmen (46,67%) folgen in der Liste der wichtigsten Komplexitätstreiber.

Komplexität ist ein notwendiges Übel – mit dem ein großer Teil der Unternehmen gut umgehen kann. Der Wirtschaftsbereich Logistik ist komplex, weil er für die Wirtschaft und die Kunden komplexe Leistungen erbringt. Deshalb sehen 42 Prozent der Teilnehmer keine oder sogar positive Effekte der Komplexität.

Facts:

  • Über 80 Prozent der befragten BVL-Mitglieder halten die Strukturen und Prozesse der Logistik in ihrem Unternehmen für komplex (59,22 %) oder sehr komplex (17,48%).
  • Über 40 Prozent der Befragten sehen gleichzeitig neutrale (32,04%), positive (8,74%) oder sogar sehr positive Effekte (1,94%) der Komplexität in der Logistik.

Komplexitätsreduktion beschäftigt die Unternehmen schon länger. Über die Hälfte macht sich systematisch Gedanken zum Umgang mit Komplexität. 75 Prozent sind in den vergangenen fünf Jahren das Problem mit konkreten Maßnahmen angegangen.

Facts:

  • Die Industrieunternehmen haben sich am intensivsten mit Komplexität beschäftigt. 85 Prozent von ihnen haben in den letzten 5 Jahren konkrete Projekte umgesetzt, um effizienter mit der Komplexität umzugehen. 
  • Im Vergleich dazu haben 64 Prozent der Unternehmen aus der Logistikdienstleistung Maßnahmen ergriffen.

Die Digitalisierung des Wirtschaftsbereiches Logistik schreitet voran. Das schafft manche Probleme und löst andere. Während die physischen Prozesse (Transport, Lagerung, Verpackung) in der Logistik kaum problematisch gesehen werden, nennt die Hälfte der Teilnehmer die IT-Lösungen als wichtigstes Handlungsfeld für Komplexitätsreduktion. Mehr als die Hälfte der Unternehmen haben in diesem Bereich in den letzten fünf Jahren ihre Hausaufgaben gemacht.

Facts:

  • IT-Lösungen stehen bei 49,02 Prozent der Befragten immer noch ganz oben auf der Agenda. Das Thema Prozesse folgt mit 48,04 Prozent fast gleichauf. 
  • 52,78 Prozent der Unternehmen haben in den letzten fünf Jahren bereits Projekte in der IT durchgeführt. Nur 36,11 Prozent haben sich mit den Prozessen beschäftigt. 
  • In den Bereichen Transport (7,84%), Lagerung (9,08%) und Verpackung (10,78%) sehen die wenigsten Unternehmen Handlungsbedarf.

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Drei Expertenstatements zum Thema Komplexität >>

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