Rückblick zum 166. Treffen der BVL Regionalgruppe Allgäu Bodensee am 27.01.2026
Am 27. Januar 2026 veranstaltete die BVL e.V., Regionalgruppe Allgäu/Bodensee, die virtuelle Veranstaltung „Innovation in der intelligenten Instandhaltung: Automatisierung, Wissen und Daten“. Die Online-Veranstaltung richtete sich an Fach- und Führungskräfte aus Logistik, Intralogistik, Automatisierung und Instandhaltung sowie an Studierende, Young Professionals und weitere Interessierte und war von knapp 30 Teilnehmern virtuell besucht.
Nach der Begrüßung durch Christian F. König, Vorstand der IWL AG und Sprecher der Regionalgruppe Allgäu/Bodensee, übernahm Viktor Splittgerber, Co-Founder und CEO der WAKU Robotics GmbH, den fachlichen Teil der Veranstaltung. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Frage, wie Unternehmen durch den gezielten Einsatz von Daten, Automatisierung und Wissen ihre Instandhaltungsprozesse zukunftsfähig aufstellen können.
Anhand der Instandhaltungsplattform „WAKU Care“ zeigte der Referent auf, dass viele Unternehmen noch immer auf manuelle, personalintensive und fehleranfällige Prozesse setzen und das Potenzial vorhandener Maschinen- und Anlagendaten nicht ausschöpfen. Demgegenüber stellte er einen digitalisierten, kollaborativen und datengestützten Ansatz vor, bei dem Service-, Wartungs- und Ersatzteilprozesse zentral gebündelt werden. Besonders hervorgehoben wurde der Aufbau einer digitalen Wissensdatenbank, in der Handbücher, Servicehistorien, SOPs und Fehlersuche-Anleitungen strukturiert und standortübergreifend verfügbar gemacht werden. Dadurch können Wissen gesichert, neue Mitarbeitende schneller eingearbeitet und Abhängigkeiten von einzelnen Personen reduziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Nutzung von Maschinen- und IoT-Daten für präventive und prädiktive Wartungsstrategien. Der Referent erläuterte, wie Anomalieerkennung, automatisierte Wartungspläne und intelligente Vorschläge dazu beitragen können, ungeplante Stillstände zu vermeiden und die Anlagenverfügbarkeit signifikant zu erhöhen. Ergänzt wurde dies durch praxisnahe Kennzahlen, die zeigen, wie sich durch digitalisierte Instandhaltung messbare Effekte wie Kostenreduktionen von 10 bis 40 Prozent, verkürzte Reparaturzeiten und eine verbesserte Transparenz über Asset-Zustände erzielen lassen.
Abgerundet wurde der Vortrag durch konkrete Praxisbeispiele aus Intralogistik, Produktion und Robotik, unter anderem mit Unternehmen wie Körber und GXO. Diese verdeutlichten, wie digitale Instandhaltungs- und Wissensmanagementlösungen bereits heute erfolgreich eingesetzt werden, um internationale Serviceteams effizienter zu steuern, Ersatzteilbestände zu optimieren und die Zusammenarbeit zwischen Technik, Betrieb und Management zu verbessern.
In der anschließenden Fragerunde diskutierten die Teilnehmenden intensiv über Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Einführung digitaler Instandhaltungslösungen. Die Veranstaltung bot damit nicht nur einen fundierten Überblick über aktuelle technologische Entwicklungen, sondern auch wertvolle Impulse für die eigene Instandhaltungs- und Transformationsstrategie.