Strategie

Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management

Im Juli legte die BVL die neue Ausgabe der Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ vor.

Damit bekamen die Akteure des Wirtschaftsbereiches Logistik einen Wegweiser an die Hand, der besonders in den unübersichtlichen Zeiten der Corona-Krise nützlich sein kann. Die Studie wurde erarbeitet von BVL.digital in Zusammenarbeit mit und unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Wolfgang Kersten vom Institut für Logistik und Unternehmensführung an der TU Hamburg. Der Fokus lag auf den Themen digitale Transformation, Data Analytics und Nachhaltigkeit.

Rund 300 Logistiker wurden im Zeitraum zwischen dem 5. Februar und dem 11. März befragt – 16 Prozent davon aus dem Bereich Handel, der Rest zu gleichen Teilen aus Industrie und Logistikdienstleistung. Die Analysen beziehen sich vergleichend auf die vorangegangene Ausgabe der Studie aus dem Jahr 2016. Die Studie thematisiert die nachhaltige und digitale Transformation in Logistik und Supply Chain Management, bei der sowohl die Wertschöpfung als auch das Geschäftsmodell angepasst werden. Dabei liegt ein zentraler Erfolgsfaktor in der ganzheitlichen Berücksichtigung der Dimensionen Mensch, Technik und Organisation.

Auf der Website www.bvl-trends.de stehen die Studienergebnisse zur Verfügung. Um sie zu veranschaulichen und die Einordnung zu erleichtern, finden sich dort passend zu den anhand der Befragung ermittelten Trends auch Praxisberichte und Statements von Experten, Podcasts, Auszüge aus Webinaren oder Inhalte von großen Logistikveranstaltungen wie dem Deutschen Logistik-Kongress. Außerdem stehen im Datacenter nützliche interaktive Grafiken zur Verfügung, zum Beispiel zu den Treibhausgasemissionen pro Land in Europa oder zur globalen Risikolandschaft 2020. “Die Erstellung der Website war ein kollaboratives Projekt, da wir von vielen Seiten aus dem BVL-Netzwerk wertvollen Input erhalten haben. Die Besucher der Website haben so die Möglichkeit, die Trends in ihren unterschiedlichen Facetten multimedial zu entdecken”, sagt Dr. Christian Grotemeier, Geschäftsführer von BVL.digital.

Effekte der Corona-Pandemie auf die Logistik

Wie stark sind die Wertschöpfungs- und Lieferketten deutscher Unternehmen durch die Covid-19-Pandemie betroffen? Wie gut konnten die Unternehmen gegensteuern? Und vor allem, welche Schlüsse ziehen die Unternehmen aus der Krise mit Blick auf die Digitalisierung für ihre Supply Chain-Strategie? Diese und weitere Fragen stehen im Fokus einer gemeinsamen Studie von BVL.digital und der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) in Kooperation mit Praxispartnern.

Für Industrieunternehmen zeigen sich die stärksten Auswirkungen in den Beschaffungskosten, der Materialverfügbarkeit und den Überkapazitäten in der Produktion. Im Bereich Logistik haben die schwankende Nachfrage und eine verzögerte Abfertigung die Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Gleichwohl wurde im Durchschnitt die Anpassungsfähigkeit des eigenen Unternehmens höher bewertet als die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie: ein starker Indikator für widerstandsfähige Unternehmen.

Als zentraler Erfolgsfaktor für die Widerstandsfähigkeit wurde der Grad der Digitalisierung ermittelt. Mehr als 76 Prozent der Unternehmen geben an, dass die COVID-19-Pandemie ihre Digitalisierungsvorhaben sogar noch beschleunigt hat. Auch mit Blick auf die Veränderungen in der strategischen Ausrichtung der Wertschöpfungskette zeigt sich, dass die Digitalisierung als Mittel der Wahl gesehen wird: Eine Verkürzung der Wertschöpfungsketten wird zwar immerhin von 45 Prozent umgesetzt bzw. geplant, aber 80 Prozent der Unternehmen haben die Intensivierung der Digitalisierung im Blick.

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