Strategie

Weichenstellungen für die Zukunft des Vereins

Im ersten Corona-Jahr 2020 hat die BVL wirtschaftlich Schaden genommen. 2021 galt es, auf einen stabilen Pfad zurückzufinden: In der Mitgliederversammlung Anfang Mai stellten Vorstand und Geschäftsführung ein Restrukturierungspaket zur Abstimmung, das Satzungsänderungen und Beitragserhöhungen umfasst.

Das bisher erfolgreiche Konzept des Vereins, sich über die Mitgliedsbeiträge hinaus vor allem aus den Erträgen hochwertiger Präsenzveranstaltungen zu finanzieren, war 2020 zur wirtschaftlichen Falle geworden: Am Ende stand ein Jahresfehlbetrag von etwas über zwei Millionen Euro, den die BVL aus Rücklagen ausgleichen konnte. Dafür setzte sie rund ein Drittel des Vereinsvermögens ein. Eine Rückkehr zu alter Finanzstärke zeichnet sich für die Jahre 2021 und 2022 noch nicht ab.

Kostensenkungsmaßnahmen waren bereits seit November 2020 in vollem Gang, nachdem der Deutsche Logistik-Kongress im
Oktober kurzfristig auf eine rein digitale Veranstaltung hatte umgestellt werden müssen und – trotz höchst partnerschaftlicher Absprachen mit vielen Ausstellern und Sponsoren – mit einem dramatischen Minus geendet war. Vorausgegangen waren deutliche Mindereinnahmen bei anderen Veranstaltungen und bei den BVL Seminaren. Die Einsparungen im Bereich von Personalund Sachkosten (u. a. Kurzarbeit, freiwilliger Gehaltsverzicht, keine Wiederbesetzung frei werdender Stellen) konnten diese Defizite bei Weitem nicht auffangen, ohne die BVL in ihrer Leistungsfähigkeit stark einzuschränken und damit Zukunftschancen zu verbauen.

Robust, resilient und fit – so stellt sich die BVL für immer  neue Herausforderungen auf.

Robust, resilient und fit – so stellt sich die BVL für immer neue Herausforderungen auf.

Demzufolge haben Vorstand und Geschäftsführung das Kostensenkungsprogramm um Veränderungen bei den Einnahmen ergänzt. Dies betrifft insbesondere die Mitgliedsbeiträge. 20 Jahre lang war die BVL mit Beitragserhöhungen sehr zurückhaltend; die deutliche Ausweitung der Leistungs- und Angebotspalette konnte sie bislang stets aus den Erträgen des Deutschen Logistik-Kongresses und anderer Veranstaltungsformate finanzieren. Die Mitgliederversammlung 2021 folgte den
wohlbegründeten Vorschlägen und stimmte für

  • eine Beitragsanpassung mit Wirkung abdem 1. Januar 2022, die etwa bei den Professionals eine Erhöhung von 140 Euro auf 190 Euro p. a. vorsieht,
  • die Einführung der Option in der Satzung, für das laufende Jahr der jeweiligen Mitgliederversammlung als außerordentliches Instrument eine betraglich gedeckelte Umlage einzuführen,
  • für 2021 von dieser Option Gebrauch zu machen und eine Umlage zu erheben, die sich zum Beispiel bei den Professionals auf 50 Euro zusätzlich zum bereits gezahlten Mitgliedsbeitrag beläuft.

In ihrem 43. Jahr erfindet sich die BVL in Teilen neu. Es ist das erklärte Ziel des Vorstands, den Verein aus der Krise heraus zukunftssicher aufzustellen. Zum Restrukturierungsprojekt 2021 ff. gehört die Kosten- und Einnahmenseite, jedoch auch eine inhaltliche und organisatorische Vorwärtsstrategie: Mit Energie und Selbstbewusstsein ist die BVL unterwegs hin zu neuen Services, zu New Work und Nachhaltigkeit, zu mehr digitalen Produkten, strafferen Organisationsabläufen und modernsten Technologien.

Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht auch weiterhin das Netzwerk mit der Möglichkeit, sich persönlich oder auf digitalem Weg
untereinander auszutauschen und mit anderen Logistik- und Supply Chain-Experten zu verbinden. Die Regionalgruppen tragen dazu mit ihren vielen Angeboten wesentlich bei. Weiterhin gelten die Kostenvorteile für Mitglieder bei der Teilnahme an überregionalen Veranstaltungen bis hin zum Deutschen Logistik-Kongress. Mitgliedsunternehmen können künftig eine größere Zahl an Kontaktpersonen an die BVL melden. Diese Neuerung soll dazu ermuntern, den Führungskräften auf einem attraktiven Weg Zugang zu Wissen und Netzwerk zu verschaffen. Die BVL ist und bleibt das kontaktstärkste Supply Chain Network für Führungskräfte – in Deutschland und darüber hinaus.