Strategie

Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten

Ein neuer BVL Themenkreis bietet eine Plattform zum Austausch über ökologisch, sozial und wirtschaftlich verantwortungsvolles Unternehmertum.

Wie Unternehmen im Bereich Transport und Logistik nachhaltiger arbeiten können, erkundet ein neuer Themenkreis der BVL: Unter dem Titel „Nachhaltig gestalten“ treffen sich Vertreter aus knapp 20 Unternehmen und Institutionen, um Wissen auszutauschen sowie Ideen und bewährte Beispiele aus der Praxis zu sammeln und zu diskutieren. Unter den Teilnehmenden sind Logistikdienstleister, Vertreter aus dem produzierenden Gewerbe ebenso wie aus Handel, Maschinenbau oder E-Commerce. Auf ein Kick-off-Treffen im April 2021 folgten zwei weitere Meetings des Themenkreises, für 2022 sind ebenfalls drei Treffen geplant.

Geleitet wird der Themenkreis von Jakub Piotrowski, BLG Logistics Group, und Prof. Ulrich Müller-Steinfahrt, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Unter ihrer Führung haben sich drei Arbeitsgruppen gebildet: Eine sammelt Best-Practice-Beispiele, analysiert sie und stellt sie den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor. Die zweite Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, welche Nachhaltigkeitskultur ein Unternehmen braucht, und sammelt Impulse, wie solch eine Kultur etabliert werden kann. Die dritte sucht eine Möglichkeit, CO2 -Emissionen so zu berechnen, dass diese Bilanzierung vergleichbar wird – beispielsweise für Ausschreibungen und Angebote.

Manual Urbane Logistik

Der BVL Themenkreis Urbane Logistik unter Leitung von Dr. Christian Jacobi hat ein Manual veröffentlicht, das vor allem Vertreterinnen und Vertretern von Städten und Kommunen einen praxisorientierten Überblick über beteiligte Stakeholder und viele
erfolgreich umgesetzte Projekte bietet. Die Beispiele aus der gesamten Bundesrepublik dienen als Impulse und zeigen, wie Logistik insbesondere in Ballungsgebieten, aber auch in kleineren und mittelgroßen Städten gemeinsam entwickelt werden kann.

Das Manual bietet den Kommunen dafür klare Handlungsempfehlungen. Es geht darum, klare Zuständigkeiten zu schaffen und
Ansprechpartner zu benennen. Grundsätzlich sollten Wirtschafts- und Lieferverkehre die gleiche Berücksichtigung erfahren wie der
ÖPNV, da beide zur Daseinsvorsorge zählen. Dabei empfiehlt es sich, schnell und mutig noch mehr Vorhaben im Rahmen von Pilotprojekten umzusetzen und auch schrittweise in der Reife voranzutreiben. Kommunen können hierfür entsprechende Räume und Initiativen schaffen und innovative Vorhaben aus der Logistik, dem Handel und der Wirtschaft vor Ort fördern. Sofern Erfahrungswerte aus anderen Standorten bereits vorliegen, lassen sich gute Lösungen übertragen. Die Politik sollte die Förderungen sowie deren Modalitäten weiter ausbauen und so anpassen, dass sie leicht und zügig in Anspruch genommen werden können.

BVL-Netzwerk Logistics4Future

Was muss geschehen, damit die Logistik nachhaltiger wird? Diese Frage stellten junge Logistiker und fanden sich im Jahr 2020 unter dem Dach der BVL im Netzwerk Logistics4Future zusammen. Die Mitglieder fordern ein vernetztes Denken und Handeln aller Akteure in der Logistik. Logistics4Future leistete im Jahr 2021 wichtige inhaltliche Beiträge zum Deutschen Logistik-Kongress: Es
verantwortete das Pre-Event „Chance Nachhaltigkeit – Erfolgsgeschichten aus der Praxis“ und einen Workshop zu den
Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Für das kommende Frühjahr ist ein Workshop „Rhenus meets Logistics4Future“ geplant, der sich mit Wettbewerbsvorteilen durch sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Handeln befassen wird. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn ist eine Studie zu Nachhaltigkeit und Green Logistics bei Logistikdienstleistern in Arbeit.