Marshallplan mit Afrika

Wichtige Rolle der Logistik beim Marshallplan mit Afrika

Unter der Überschrift „Von der humanitären Logistik zum Marshallplan mit Afrika“ führte Prof. Helmut Baumgarten, der sich seit vielen Jahren wissenschaftlich auch mit humanitärer Logistik befasst, zum Deutschen Logistik-Kongress engagierte Redner zusammen.

Prof. Helmut Baumgarten moderierte die Gesprächsrunde u. a. mit Prof. Klaus-Michael Kühne, Dr. Stefan Oswald, Martin Olsen und Dr.-Ing. Martin Keßler (siehe unten).

Prof. Helmut Baumgarten moderierte die Gesprächsrunde u. a. mit Prof. Klaus-Michael Kühne, Dr. Stefan Oswald, Martin Olsen und Dr.-Ing. Martin Keßler (siehe unten).

Der Marshallplan der Bundesregierung zur fundamentalen Veränderung der Entwicklungszusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern wird alle wichtigen Wirtschafts- und Bildungsbereiche erfassen, so auch Infrastruktur, Verkehrs- und Logistikwirtschaft sowie das Bildungswesen. In der von Prof. Baumgarten geleiteten Fachsequenz sprachen Prof. Klaus-Michael Kühne, Präsident der Kühne-Stiftung, Martin Ohlsen, ehemaliger Direktor der Transport Division beim UN World Food Programme, Dr. Stefan Oswald, Director Subsahara-Afrika beim BMZ, Dr.-Ing. Martin Keßler, Engagement Manager bei McKinsey, und Dr. Corinna Franke-Wöller, Leiterin der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung. Dr. Stefan Oswald überbrachte eine ausführliche Stellungnahme von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in der es heißt: „Ein  Marshallplan für Afrika wäre ein ‚Weiter so‘. Was wir brauchen, ist ein Marshallplan mit Afrika: ein Angebot, die Agenda 2063 partnerschaftlich zu verwirklichen. Es gilt, diese afrikanischen Lösungen gemeinsam umzusetzen.“

Die auf viele Jahre angelegten Großprojekte bedeuten erhebliche Herausforderungen für Investoren, Planer und Betreiber. Ziel ist es, die einzelnen afrikanischen Volkswirtschaften zu ertüchtigen, damit sie nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen in der Welt gleichberechtigt teilnehmen können. Baumgarten ist überzeugt, dass Logistikdienstleister, aber auch Logistiker in Industrie und Handel in diesem Prozess eine zentrale Rolle spielen können. „Der Marshallplan fordert ausdrücklich die Mitwirkung der Wirtschaft im Sinne von Investitionen und unternehmerischer Entfaltung. Zweifelsfrei ist eine funktionsfähige Logistik eine zwingende Voraussetzung für Wirtschaftswachstum, Bildung und höheren Lebensstandard. Die Logistik schließt Infrastrukturen und Verkehrswirtschaft ein. Investoren, Planer, Betreiber und Berater sind angesprochen. Afrika bietet langfristig einen großen Markt. Deutschland nimmt eine Spitzenstellung in der Logistikentwicklung ein und hat außer kommerziellen Interessen auch eine gesellschaftliche Verantwortung“, so Baumgarten.

Die BVL engagiert sich seit vielen Jahren für das Thema humanitäre Logistik. So fanden auf ihrer Plattform zwei Arbeitskreise statt, einer in den Jahren 2010/2011 unter Leitung von Prof. Helmut Baumgarten, ein zweiter in den Jahren 2012/2013 unter Leitung von Prof. Bernd Hellingrath. In diesen Arbeitskreisen gelang es, die Logistikexperten von Hilfsorganisationen und die Logistikwirtschaft miteinander ins Gespräch zu bringen. Darüber hinaus stand das Thema regelmäßig auf der Agenda der Deutschen Logistik-Kongresse. Im Jahr 2015 zeichnete die BVL die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz für ihre humanitäre Logistik in der Flüchtlingskrise aus.