Digitalisierung

Ganzheitliche Orientierung für die digitale Welt

Im Mittelpunkt der BVL-Veranstaltungen und -Publikationen des Jahres 2017 stand das Thema Digitalisierung. Nach der großen Studie zu den Trends und Strategien erschienen Positionspapiere des Wissenschaftlichen Beirats und des Vorstands sowie ein White Paper der BVL gemeinsam mit dem World Economic Forum.

Der Wissenschaftliche Beirat der BVL unter Leitung von Prof. Werner Delfmann überreichte sein Positionspapier am ersten Tag der Leitmesse für digitales Business, CeBIT, an Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. In diesem Papier fordern die Autoren, die Forschung zum Thema Logistik 4.0 zu intensivieren. Denn: Industrie 4.0 ist ohne Logistik nicht denkbar. Logistik ist bewegende Instanz und als solche sowohl Treiber als auch Basis der vierten industriellen Revolution. Logistik erfordert eine gemeinsame theoretische und methodische Fundierung von Technologie und Ökonomie ebenso wie von Strategie im operativen Bereich.

Das Positionspapier, an dem neben Prof. Werner Delfmann seine Kollegen Prof. Michael ten Hompel, Prof. Wolfgang Kersten, Prof. Thorsten Schmidt und Prof. Wolfgang Stölzle mitgewirkt haben, konzentriert sich auf zwei übergeordnete Forschungsthemen: den strukturellen und methodischen Wandel durch Logistik 4.0 und Logistik 4.0 als soziotechnisches System. Schwerpunkte des ersten Teils sind also Ziele, Regeln, Funktionsweisen, Effekte und Prinzipien der Ressourcennutzung. Im zweiten Teil geht es um die Schnittstelle von Mensch und Maschine, um die Verteilung von Risiko und Verantwortung sowie um neue Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter.

Prof. Werner Delfmann (rechts) und Prof. Michael ten Hompel übergeben das Positionspapier des Wissenschaftlichen Beirats an Bundesministerin Prof. Johanna Wanka.

Prof. Werner Delfmann (rechts) und Prof. Michael ten Hompel übergeben das Positionspapier des Wissenschaftlichen Beirats an Bundesministerin Prof. Johanna Wanka.

Die enge Verbindung von Logistikwissenschaft und Logistikpraxis ist evident. So war es konsequent, das Positionspapier des Wissenschaftlichen Beirats durch ein praxisorientiertes Positionspapier des BVL-Vorstands zu flankieren. Unter dem Titel „Digitalisierung in der Logistik“ gibt es ausführliche Antworten auf 14 konkrete Fragen aus den Unternehmen, zum Beispiel „Welche wesentlichen Vorteile hat die Digitalisierung für den Wirtschaftsbereich Logistik?“, „Welche Rolle spielen Daten in Zukunft, und welche Geschäftsmodelle lassen sich daraus ableiten?“ oder „Wird durch Digitalisierung alles unsicher?“. Autoren sind die Vorstandsmitglieder Frauke Heistermann, Prof. Michael ten Hompel und Dr.-Ing. Torsten Mallée. 

In Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum entstand Ende des Jahres das White Paper „Impact of the Fourth Industrial Revolution on Supply Chains”. Die Autoren, darunter Wolfgang Lehmacher aufseiten des Forums und Dr. Christian Grotemeier aufseiten der BVL, kommen zu dem Ergebnis, dass die Übergänge von Wertschöpfungsstufe zu Wertschöpfungsstufe fließender werden; sie verschwimmen zwischen herkömmlicher industrieller Fertigung und Logistik. Logistikdienstleistern eröffnet sich hier eine große Chance. Das traditionelle Geschäftsmodell eines Third-Party-Logistikanbieters lässt sich noch stärker erweitern als in der Vergangenheit. Die Vision: ein Modell, das Fertigungs- und Logistikkompetenz gleichermaßen beinhaltet.

„Mit diesen Veröffentlichungen gibt die BVL ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit eine ganzheitliche Orientierung zum Thema Digitalisierung an die Hand“, so Prof. Raimund Klinkner, der Vorstandsvorsitzende der BVL. 

Prof. Robert Blackburn äußerte sich zum Thema Digitalisierung auf dem 34. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin:

Prof. Werner Delfmann (rechts) und Prof. Michael ten Hompel übergeben das Positionspapier des Wissenschaftlichen Beirats an Bundesministerin Prof. Johanna Wanka.