Wissenschaftspreis Logistik | Thesis Award

Dem Phänomen der Autokorrelation auf der Spur

Vorstandsmitglied Prof. Katja Windt und der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Kersten beglückwünschen Prof. Thorsten Schmidt und den Preisträger Dr.-Ing. Sebastian Rank. Rechts im Bild: Ralf Busche von der BASF, die den Preis unterstützt.

Vorstandsmitglied Prof. Katja Windt und der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Kersten beglückwünschen Prof. Thorsten Schmidt und den Preisträger Dr.-Ing. Sebastian Rank. Rechts im Bild: Ralf Busche von der BASF, die den Preis unterstützt.

Der Wissenschaftspreis Logistik 2017 ging an Dr.-Ing. Sebastian Rank und die Professur für Technische Logistik an der Technischen Universität Dresden unter Leitung von Prof. Thorsten Schmidt.

Unter dem Titel „Eliminierung negativer Effekte autokorrelierter Prozesse an Zusammenführungen“ verfolgt die Arbeit das Ziel, den Durchsatz innerbetrieblicher Transportsysteme zu erhöhen. Dafür legt Sebastian Rank zunächst dar, dass Prozesse und Materialflüsse andere statistische Eigenschaften haben als gemeinhin angenommen. In einer umfangreichen empirischen Studie weist er nach, dass Prozesse in materialflusstechnischen Systemen, also zum Beispiel Ankunftsprozesse in einen Pufferbestand hinein oder Bestellmengen von Kundenaufträgen, in der Regel Autokorrelation (Selbstähnlichkeit) aufweisen. Autokorrelation ist ein Begriff aus der Statistik und der Signalverarbeitung und beschreibt die Korrelation einer Funktion oder eines Signals mit sich selbst zu einem früheren Zeitpunkt.

„Herr Dr. Rank ist mit seiner Arbeit zur Autokorrelation einem Phänomen auf der Spur, das unser grundlegendes Verständnis von Logistiksystemen verändert – und zwar quer durch die Bandbreite logistischer Systeme“, so Prof. Wolfgang Kersten, der Jury-Vorsitzende für den Wissenschaftspreis Logistik. Die Ergebnisse beruhen auf einer empirischen Untersuchung von 70 Realdatensätzen aus Unternehmen verschiedener Branchen. Bildlich gesprochen sind bei (auto-)korrelierten Prozessen Pulks von Transporteinheiten deutlich häufiger zu beobachten. Dieses Verhalten führt insbesondere bei hochautomatisierten Systemen dazu, dass sich Systemparameter verschlechtern (z. B. um 50 Prozent längere Durchlaufzeiten), dass sich die Systemvolatilität verdoppelt und dass Systemblockaden deutlich wahrscheinlicher werden. Deshalb ist es dringend angezeigt, die Autokorrelation sowohl bei der Modellierung – im Sinne valider Modelle – als auch beim Betrieb von Materialflusssystemen zu berücksichtigen.

Basis der Arbeit ist ein Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) aus den Jahren 2011/2013, bei dem es um die Beherrschung stark korrelierter Logistik- und Produktionsprozesse ging. An diesem Projekt waren damals die TU Dresden und die Universität der Bundeswehr München beteiligt. 

Mehr Informationen zum Wissenschaftspreis gibt es unter www.bvl.de/wpl

Thesis Award

Hervorragende Studierende der Fachrichtung Logistik konnten auch in diesem Jahr wieder von ihren Professoren als Preisträger des Thesis Awards der BVL nominiert werden. Die BVL schreibt diesen Nachwuchspreis seit dem Jahr 2010 für herausragende Bachelor-, Master- sowie Diplomarbeiten aus. Die Thesis Conference war auch auf dem 34. Deutschen Logistik-Kongress wieder der Treffpunkt und die Diskussionsplattform für Absolventinnen und Absolventen sowie Young Professionals. Fünf Arbeiten, die in einem öffentlichen Voting ausgewählt worden waren, wurden vorgestellt, und es gab die Möglichkeit, weitere Anregungen für die Karriereplanung zu erhalten. 

Mehr Informationen zum Thesis Award gibt es unter www.bvl.de/thesis