Wissenschaftspreis Logistik | Thesis Award

Routenzüge optimal auslasten

Dr.-Ing. Eva Klenk machte das Rennen beim Finale für den Wissenschaftspreis Logistik vor ihren Kollegen Dr. Falco Jaekel (links) und Dr.-Ing. Florian Podszus.

Dr.-Ing. Eva Klenk machte das Rennen beim Finale für den Wissenschaftspreis Logistik vor ihren Kollegen Dr. Falco Jaekel (links) und Dr.-Ing. Florian Podszus.

Der Wissenschaftspreis Logistik ging in diesem Jahr an die Wirtschaftsingenieurin und Logistikberaterin Dr.-Ing. Eva Klenk. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Dissertation „Ein analytisches Modell zur Bewertung der Leistung von Routenzugsystemen bei schwankenden Transportbedarfen“.

Ziel der Arbeit war es, ein Modell zu entwickeln, um die Planung von Routenzugsystemen zu unterstützen: Dieses Modell sollte es ermöglichen, Schwankungen im Transportbedarf in der Planung zu berücksichtigen, unterschiedliche Systemkonfigurationen zu betrachten und zu vergleichen sowie die Leistungserfüllung (pünktliche Bereitstellung benötigter Materialien) und die Effizienz (Zahl benötigter Mitarbeiter und Routenzüge sowie deren Auslastung) zu beurteilen.

Für viele Automotive-, Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen gehören Routenzüge längst zum logistischen Alltag. Beim Einsatz dieser fahrerlosen Technologie haben sie jedoch häufig mit schwankenden Transportvolumina zu kämpfen. Als Ergebnis der Arbeit stehen nun konkrete, in der Praxis anwendbare Empfehlungen zur Planung von Routenzugsystemen bei schwankenden Transportbedarfen zur Verfügung. Damit ist ein Ansatz entstanden, mit dem zu erwartende variierende Transportbedarfe in Routenzugsystemen direkt aus dem geplanten Produktionsprogramm abgeleitet werden. Gleichzeitig lassen sich unterschiedlich gestaltete und dimensionierte Planungsvarianten von Routenzugsystemen einheitlich abbilden sowie im Hinblick auf die zu erwartende Leistungserfüllung bewerten und vergleichen.

Die Arbeit entstand als Promotion am Lehrstuhl fml – Fördertechnik Materialfluss Logistik an der Technischen Universität München bei Prof. Willibald Günthner. Der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Kersten sagte zur Entscheidung: „Es handelt sich um eine Arbeit, die wissenschaftsbasiert die Logistik vorantreibt und großes Nutzenpotenzial hat.“
Unterstützt wurde der diesjährige Wissenschaftspreis Logistik von der 4flow AG. Er war mit jeweils 5.000 Euro für den Preis
träger und das betreuende Institut dotiert.

Thesis Award mit 44 Preisträgern

Auch in diesem Jahr konnten Professoren wieder Studierende der Fachrichtung Logistik für den Thesis Award der BVL nominieren. Die BVL schreibt diesen Nachwuchspreis seit dem Jahr 2010 für herausragende Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten aus. 44 Preisträger wurden ermittelt und waren zum 35. Deutschen Logistik-Kongress nach Berlin eingeladen. Dort war die Thesis Conference wieder Treffpunkt und Diskussionsplattform für Absolventinnen und Absolventen sowie Young Professionals. Fünf Arbeiten, die in einem öffentlichen Voting ausgewählt worden waren, wurden von den Autoren vorgestellt, und es gab die Möglichkeit, weitere Anregungen für die Karriereplanung zu erhalten. Die Themen reichten von fahrerlosen Transportsystemen über Optimierungspotenziale in einem logistischen Distributionsnetzwerk bis hin zu den Veränderungen und Entwicklungsperspektiven des Berufsbildes der Kraftfahrer.

Am Ende des Galaabends in Berlin gehörte die Bühne einzig und allein den jungen Preisträgern des Thesis Awards 2018.

Am Ende des Galaabends in Berlin gehörte die Bühne einzig und allein den jungen Preisträgern des Thesis Awards 2018.