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Die Logistik der Zukunft verstehen

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und des Förderbeirats am Rande der Sitzungen beider Gremien im Juni in Magdeburg

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und des Förderbeirats am Rande der Sitzungen beider Gremien im Juni in Magdeburg

Die Digitalisierung wird die Logistik auch weiterhin kräftig umkrempeln. Diese Einschätzung zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge und Diskussionen auf dem International Scientific Symposium on Logistics (ISSL) in Magdeburg.

Update des Logistics Research Journal

Zum neunten Mal hatte der Wissenschaftliche Beirat der BVL zu diesem Treffen der Logistikwissenschaft eingeladen und konnte knapp 100 Teilnehmer begrüßen. Das Programm war in einer Konzeptgruppe von den Professoren Kai Furmans, Michael Schenk, Bernd Hellingrath, René de Koster, Stefan Minner und Ludger Overmeyer vorbereitet worden. Es stand unter dem Titel „Understanding Future Logistics – Models, Applications, Insights“.

Vor allem die Nachfrage nach digitalen Plattformen und automatisierten Supply Chains wird weiter steigen. Für Letztere prognostizierten mehrere Referenten aufsehenerregende Lösungen mit künstlicher Intelligenz (KI). Am Beispiel von zahlreichen Robotern, die Start-ups in Europa und Amerika in den letzten Jahren entwickelt haben, zeigte Torsten Kröger, Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wie fit diese mittlerweile für logistische und andere Tätigkeiten sind. „Beim Greifen von unhandlichen Gegenständen erzielen manche eine Trefferquote von 99 Prozent“, versicherte der habilitierte Ingenieur. Gleichzeitig riet er zum „Dehyping“ des Trendthemas KI. „Viele Herausforderungen lassen sich auch mit herkömmlicher Digitaltechnik lösen“, urteilte der frühere Google-Manager.

Das ISSL ist ein zentrales Projekt des Wissenschaftlichen Beirats der BVL, der von Prof. Kai Furmans geleitet wird und derzeit 24 Mitglieder zählt. Gastgeber in Magdeburg war Prof. Michael Schenk, der dort als Institutsleiter am Fraunhofer IFF und an der Otto-von-Guericke-Universität tätig ist. Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der BVL, hob in seiner Moderation Schenks besondere Verdienste hervor: „Prof. Michael Schenk hat sich immer maßgeblich für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingesetzt, für die Forschungsförderung und dafür, eine regelmäßig stattfindende eigenständige wissenschaftliche Veranstaltung der BVL zu etablieren.“ Diese Veranstaltungsreihe startete 2002 als Wissenschaftssymposium und findet – jetzt als ISSL – nach wie vor alle zwei Jahre statt.

Der Wissenschaftliche Beirat kam 2018 zu zwei Sitzungen zusammen – im Juni in Magdeburg und im Oktober in Berlin. Als Nachfolger von Prof. Stefan Minner übernahm Prof. Alexander Hübner im Juni als Editor in Chief die Co-Herausgeberschaft des wissenschaftlichen Journals „Logistics Research“ der BVL. Das Journal verzeichnet mit 67 Einreichungen im Berichtsjahr einen positiven Trend. Zehn Einreichungen wurden nach intensiver Prüfung online veröffentlicht.

Förderbeirat

Dr. Christian Jacobi, der Vorsitzende des 18-köpfigen Förderbeirats, ist seit September 2018 auch Mitglied des BVL-Vorstands. Das von ihm geleitete Gremium aus wissenschaftlich interessierten Praktikern kam im Berichtsjahr zu drei Arbeitssitzungen zusammen und bearbeitete 29 Kurzanträge für Forschungsprojekte im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung.
27 Langanträge für Fördergelder konnten an die AiF übermittelt werden. Derzeit laufen 28 Projekte mit einem Gesamt-volumen von knapp sieben Millionen Euro, davon entfallen drei Millionen Euro auf das Jahr 2018.

Mit einem Science Pitch, der von Dr.-Ing. Volker Jungbluth, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Förderbeirats, moderiert wurde, beteiligte sich das Gremium mit einer eigenen Sequenz am 35. Deutschen Logistik-Kongress, die per Livestream im Internet übertragen wurde. Dabei arbeitete der Förderbeirat eng mit dem Wissenschaftlichen Beirat zusammen.