Transport Logistic 2019

Interessante Inhalte, neues Design

Als am 7. Juni die Tore zur Leitmesse Transport Logistic geschlossen wurden, war klar: Das war ein neuer Rekord. 2.374 Aussteller hatten sich auf der um eine weitere auf zehn Hallen angewachsenen Ausstellungsfläche präsentiert. Insgesamt lockte die Messe rund 64.000 Besucher aus 125 Ländern in die bayerische Hauptstadt.

Unter den Ausstellern war auch wieder die BVL. In München kam erstmals der Messestand im neuen Design zum Einsatz. Das neue, frische Gewand mit mehr Farbe kam bei den Gästen gut an. Als Partner der Messe München beteiligte sich die BVL mit Fachforen auch am Rahmenprogramm. Das Forum zum Thema „Frauen in der Logistik“ scheint einen Nerv getroffen zu haben – auch über die Messe hinaus. Volle Stuhlreihen bestätigten: Das Thema ist aktuell, hier gibt es Diskussionsbedarf. Eine Besucherin nutzte die Gelegenheit, sich vom Podium konkrete Tipps für ihre weiteren Karriereschritte zu holen. Sie sagte zum Abschluss: „Ich gehe ermutigt aus dieser Veranstaltung.“

Im Forum „Globalisierung am Ende? Ausblick internationaler Handel“ stellte Dr. Christian Grotemeier, Geschäftsführer von BVL.digital, die Ergebnisse einer Umfrage vor, bei der das Thema Handelsspannungen im Mittelpunkt stand. Die Umfrage ist Teil des Kooperationsprojekts „Flows and Tolls“ mit der transport logistic. Matthias Magnor, COO Road & Rail bei Hellmann, sagte in dem Forum, er sei überzeugt, dass sich durch die Veränderung der Globalisierung neue Chancen für die verladende Industrie sowie für Logistikdienstleister ergeben werden. BVL.digital war auch Gast des Forums „Schienengüterverkehr: Die Politik ist gefordert“, das der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen veranstaltete. Dort präsentierte Grotemeier die Ergebnisse einer Umfrage zum Schienenverkehr. Auch das Image der Logistik war ein Thema auf der Messe. Der gleichnamige BVL Themenkreis diskutierte über den Nutzen einer Arbeitgebermarke im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Die Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ startete auf der transport logistic ihre Imagekampagne „Logistikhelden“.

Analyse: Frauen in Logistikberufen

An der Qualifikation liegt es nicht, wenn die Frauen in der Logistik nach wie vor schwach vertreten sind. Vielmehr ist es eine Frage der Unternehmenskultur, ob sie sich von logistischen Tätigkeitsfeldern angesprochen fühlen. Und es fehlt immer noch an Vorbildern. Zu diesen Ergebnissen kommt die BVL auf der Basis einer Mitgliederbefragung und von Einzelinterviews, die im Auftrag der transport logistic durchgeführt wurden. Die Session „Männerdomäne?! Chancen für und mit Frauen in der Logistik“ am Messe-Mittwoch vertiefte das Thema.

Der Wirtschaftsbereich Logistik bietet durch sein stetiges Wachstum und die verstärkte Einbindung hochwertiger Logistikdienstleistungen in die Wertschöpfung von Industrie und Handel vielfältige Karrieremöglichkeiten für Frauen und Männer. Heutzutage finden sich Frauen in der Logistik überwiegend in klassischen Bürojobs, etwa im Controlling, im Einkauf oder in der Personalabteilung. Dabei sind die „weiblichen“ Eigenschaften und Fähigkeiten wie Flexibilität, Service-orientierung, konsequente Zielumsetzung, Teamwork, Effizienz, Entscheidungs- und Konfliktmanagement ideal, um strategisch und federführend in Organisationen zu arbeiten. Schwer ist offenbar der Weg in die Logistik. Den Berufswunsch „Logistikerin“ scheint es kaum zu geben. Kein Wunder, denn es fehlt an Vorbildern für weibliche Karrierewege. Die Sichtbarkeit von Frauen, die erfolgreich in der Logistik tätig sind, würde andere dazu anspornen, sich ebenso in die Branche zu orientieren, ganz nach dem Motto „If she can see it, she can be it“.