Forum Chemielogistik | Forum Ersatzteillogistik

Noch nicht in Echtzeit vernetzt

Das zweitägige Forum Chemielogistik Anfang Juni in Marl widmete sich unter dem Motto „In Echtzeit vernetzt“ dem Thema Digitalisierung. Die Referenten waren sich einig: Es besteht Nachholbedarf.

Supply Chain-Management und Logistik in der Chemieindustrie haben das Potenzial erkannt, das in einer Optimierung der Prozesse steckt. Die Entwicklung nimmt Fahrt auf: „Die Digitalisierung von Prozessen schafft nicht nur mehr Transparenz und Flexibilität in den Wertschöpfungsketten, sondern kann auch die Risiken in der Lieferkette reduzieren und die Planbarkeit erhöhen“, sagte Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung der Axit GmbH und Vorstandsmitglied der BVL.

„In Echtzeit vernetzt sind wir noch nicht. Da wollen wir aber hin“, griff Franz Merath, Logistikchef der Evonik Industries, das Thema auf. „Wir haben den Auftrag, die Evonik-Welt bis 2019 mit einem einheitlichen Transportmanagementsystem als Basis für den Einsatz digitaler Technologien auszustatten“, berichtete er. Ziel sei es, den Warenfluss zu verfolgen, zu überwachen und zu steuern; so, wie man es vom Onlinehändler Amazon kenne. Für Ralf Busche, Senior Vice President Supply Chain bei der BASF, sind die hohe Komplexität und die Verbundprozesse dafür verantwortlich, dass die Branche noch Nachholbedarf hat. Durch die Digitalisierung werde sich das Geschäftsmodell aber grundlegend ändern: „In 20 Jahren werden wir nicht mehr Produkte verkaufen – wie Lacke und Farben –, sondern Lösungen anbieten, also zum Beispiel lackierte Karosserien.“

Digitalisierung sei kein Selbstzweck, betonte Gerd Deimel, Vorsitzender des Ausschusses Logistik und Verkehr beim Verband der Chemischen Industrie (VCI). Durchsetzen werde sich nur, was Kundennutzen, steigende Produktivität und verbesserte Abläufe verspreche. Verlader und Dienstleister könnten in der Chemielogistik noch reichlich Potenzial ausschöpfen, zeigte sich Deimel überzeugt.

Das nächste Forum Chemielogistik findet am 17. und 18. Mai 2017 in Ludwigshafen statt.
www.bvl.de/fcl

Forum Ersatzteillogistik

Auf dem Forum Ersatzteillogistik am 3. März 2016 in Nürnberg ging es um Trends und Herausforderungen im Ersatzteilmanagement als Teil des After-Sales-Service. Rund 200 Teilnehmer kamen zu diesem Themenforum, das als zentraler Treffpunkt der Ersatzteillogistiker in Deutschland gilt. Gefragt sind vor allem Lösungen, die möglichst präzise Vorhersagen über die Nachfrage nach Ersatzteilen garantieren. So gibt es Konzepte für automatisierte „Predictive Applications“, die den optimalen Bestand anhand der Kosten für Lagerung, Transport, Ergänzungslieferungen und Kundenabrufen errechnen. Dabei wird deutlich: Der Anwender muss sich zwischen kosten- und präsenzoptimierten Beständen entscheiden. Overnight-Lieferungen von Ersatzteilen stehen deshalb vielfach auf dem Prüfstand.

Das nächste Forum Ersatzteillogistik findet am 30. März 2017 in Nürnberg statt.
www.bvl.de/fel