Digital Logistics Days

Drei Tage Logistikfernsehen zum Mitmachen

Die Bilanz der ersten „Digital Logistics Days“ im März 2021: Rund 1.200 Personen aus über 15 Ländern, zehn Partner und mehr als 55 Rednerinnen und Redner beteiligten sich mit Beiträgen zu Technologien und Innovationen aus den Bereichen „Warehousing und Fulfillment“, „Last Mile und Delivery“ sowie „Transport und Global“.

Die dreitägige Online-Konferenz von BVL.digital überzeugte mit einer starken inhaltlichen Ausrichtung, einem professionellen technischen Set-up und einer interaktiven Plattform. Sie folgte dem dramaturgischen roten Faden von der Mikro- zur Makro-Betrachtung logistischer Themen und Herausforderungen. Die drei Veranstaltungstage begannen jeweils mit einer Podiumsdiskussion. Es folgten Vorträge und Workshops, und jeder Tag endete mit der Keynote einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. So nahm der Zukunftsforscher, Ingenieur und Pilot Morell Westermann am ersten Tag die Teilnehmer mit auf den Weltrekordflug des ersten zertifizierten Elektroflugzeugs von den Alpen an die Nordsee nach Norderney, der im September 2020
stattgefunden hatte.

Der dritte Veranstaltungstag begann mit einem spontan organisierten Interview zur gerade eingetretenen Havarie-Situation im Suezkanal. Ulf Venne von Everstream Analytics berichtete von der aktuellen Lage: Der auf Grund gelaufene Containerfrachter „Ever Given“, 400 Meter lang und 59 Meter breit, lag quer in der Wasserstraße und verhinderte die Passage von mehr als 150 weiteren Schiffen, mit entsprechend zu befürchtenden Versorgungsengpässen. Das Thema wurde in der sich anschließenden  Podiumsdiskussion gleich aus der Perspektive eines Verladers sowie aus Sicht eines Logistikdienstleisters aufgegriffen. Den Abschluss der Digital Logistics Days bildete der Vortrag von Martin Richenhagen, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden von Agco. Der deutsch-amerikanische Top-Manager ging auf weltpolitische und weltwirtschaftliche Zusammenhänge ein und warf einen Blick von außen auf die Situation Deutschlands in der Corona-Krise.

Innovationsbegeisterung beim LogTech-Festival

Aus dem Stand gab es im Juli 300 Anmeldungen für ein neues Format der BVL: das LogTech-Festival, das im ersten Durchgang digital stattfand. Das Festival ist die Plattform für Innovationsbegeisterte aus der Logistik – egal ob sie in Start-ups, etablierten Unternehmen oder im Bereich Venture Capital tätig sind. In den letzten Jahren hat die Zahl der Logistik-Start-ups und damit verbunden die Zahl der Technologien stetig zugenommen. Zuletzt stiegen die Bewertungen der Unternehmen an den Kapitalmärkten rasant an. Inzwischen zählen beispielsweise Forto und Sennder zu den „Unicorns“, werden also mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Hinzu kommen neue schnelle Lieferdienste, also Online-Supermärkte wie Gorillas, Picnic oder Flaschenpost. Logistik ist für viele dieser Start-ups zum Differenzierungsmerkmal geworden. Doch es fehlte bisher ein „Logistik-Tech“-Event für die Start-up-Szene in der Logistik. Das LogTech-Festival der BVL schließt diese Lücke: Das eintägige Event ist direkt für die neue Zielgruppe und die Start-up-Szene um sie herum gedacht. Sowohl Gründerinnen und Gründer als auch Investoren, Forscher und natürlich Anwender sollen zusammenkommen und die neuen Formen der Logistik diskutieren. Für den 30. Juni 2022 plant die BVL ein eintägiges Event mit Abendveranstaltung – entweder in Hamburg oder in Berlin.