35. Deutscher Logistik-Kongress

Logistik kombiniert Digitales mit Realem

Unter dem Motto „Digitales trifft Reales“ fand vom 17. bis zum 19. Oktober der
35. Deutsche Logistik-Kongress in Berlin statt. 3.539 Teilnehmer kamen zu der Veranstaltung, in deren Rahmen die BVL auch ihr 40-jähriges Bestehen beging.

Carsten Spohr, Prof. Dieter Kempf, Robert Blackburn, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Prof. Thomas Wimmer bei der Kongresseröffnung

Carsten Spohr, Prof. Dieter Kempf, Robert Blackburn, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Prof. Thomas Wimmer bei der Kongresseröffnung

„Kapazitätsengpässe bei Transportange-boten und Infrastruktur sowie Fachkräftemangel mit Ansage – das sind nur zwei Beispiele für sehr reale Probleme, mit denen unser Wirtschaftsbereich derzeit konfrontiert ist“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der BVL, Robert Blackburn. Die Digitalisierung schaffe beeindruckende Werkzeuge, zum Beispiel beim Einsatz intelligenter autonomer Systeme. Neue digitale Tools könnten einen entscheidenden Beitrag zur Beantwortung drängender Fragen leisten. Blackburn sprach zum Auftakt des Kongresses, ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa, Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender 11der Sick AG, sowie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes.

Internationales Podium mit Andrew Keen, Carole Walker, Søren Toft und Joachim Limberg

Internationales Podium mit Andrew Keen, Carole Walker, Søren Toft und Joachim Limberg

Neue Themen im Mittelpunkt

Die großen Trends, mit denen es die Logistik zu tun hat, verändern sich. In den letzten Jahren ging es um Komplexität, Kosten und Kooperation – jetzt rücken Kundenorientierung, Nachhaltigkeit, neue Technologien, disruptive Geschäftsmodelle und neue Anforderungen an Personalführung und Personalentwicklung in den Mittelpunkt der Diskussionen. „Dabei haben wir im Blick: Mensch und Maschine werden nach und nach zu Partnern in einer Social Networked Industry“, so Blackburn. Gleich fünf Programmpunkte des Kongresses waren denn auch dem Thema Personal gewidmet. Schließlich lässt sich der technologische Wandel nur erfolgreich gestalten, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen.

An die Politik gerichtet forderte Blackburn: „Sacharbeit, Sacharbeit, Sacharbeit!“ Nach den zwölf mühsamen Monaten seit der Bundestagswahl seien die Herausforderungen immer noch dieselben: Der Investitionsstau bei Straße und Schiene müsse aufgelöst werden, die Intermodalität der Verkehrsträger sei zu stärken, flächen-deckend seien leistungsfähige IT-Netze
zu schaffen. „Wir brauchen Deregulierung, eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, Planungssicherheit durch Stabilität politischer Prozesse und Support für wirtschaftliche Vorhaben“, so Blackburn.

Feier zum "75ten"

Die Abschlusssequenz am Freitag eröffnete Bundesaußenminister a. D. Sigmar Gabriel
mit seinem Kommentar zu den „Herausforderungen Deutschlands und Europas in einer unbequemen Welt“. Seine Ausführungen ergänzten und kommentierten aus deutscher Sicht hervorragend den kontrovers aufgenommenen Vortrag von Robin S. Quinville, der Gesandten der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland. Als Gastrednerin der Gala am Abend des ersten Kongresstages hatte sie aus erster Hand und in klarer Diktion die Haltung der US-Regierung in Sachen Welthandel und internationale Sicherheit präsentiert. Anschließend war sie in einen kurzen Gedankenaustausch mit Frank Sportolari, Präsident der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham), und Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der BVL, getreten.

Wie am Geburtstag der BVL am 18. April versprochen: Die Gala am Abend des ersten Kongresstages war gleichzeitig ein großes Geburtstagsfest. „Wir feiern unseren 75sten!“, so hatte es die BVL angekündigt: 40 Jahre Bestehen der BVL plus 35 Jahre Kongress. In der „Bananenhalle“ der STATION-Berlin ging es gleich beim Eintreffen der Galagäste und im weiteren Verlauf des Abends um den runden Geburtstag der BVL. Als der Verein 1978 gegründet wurde, steckte die Logistik noch in den Kinderschuhen. Was ist seitdem passiert? Welchen Beitrag hat die BVL zur Entwicklung des Wirtschaftsbereichs geleistet? Wer hat mitgearbeitet? Auf einer digital präsentierten Zeitreise in Bild, Text und Ton gab es viel zu entdecken. Impressionen vergangener Zeiten waren aber auch ganz analog auf einer Fotowand anzuschauen. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die Sammlung mit eigenen Bildern zu vervollständigen und sich so selbst als Teil der Geschichte sichtbar zu machen. Auf einer Stele, die mit einer großen 40 gekrönt war, unterschrieben viele Teilnehmer als Zeichen ihrer Verbundenheit mit der BVL. Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, überbrachte der BVL die Glückwünsche der Bundesregierung.

Bereits im Vorfeld der Gala hatte die BVL die Gründungsväter des Vereins und besonders verdiente langjährige Mitglieder zu einem Empfang geladen und sie mit Urkunden und Medaillen gebührend geehrt. Dank ihrer Weitsicht und dem steten Engagement aller Mitglieder kann die BVL auf erfolgreiche Jahrzehnte zurückblicken. Der Teilnehmerrekord des 35. Deutschen Logistik-Kongresses ist dafür ein Beleg – ebenso wie die nach wie vor steigende Mitgliederzahl.

Die leuchtende 40 war der Blickfang in dem Bereich der Galafläche, die dem runden Geburtstag des Vereins gewidmet war.

Die leuchtende 40 war der Blickfang in dem Bereich der Galafläche, die dem runden Geburtstag des Vereins gewidmet war.