Weiterbildung

Nebenbei studieren und Flexibilität beweisen

Berufsbegleitend studieren: Diese Option nutzen immer mehr Nachwuchslogistiker. An der Deutschen Außenhandels- und Verkehrs-Akademie (DAV) in Bremen erfährt der Studiengang Internationales Logistikmanagement derzeit erhöhte Nachfrage. Ilyas Ryari entschied sich 2016 für die DAV, nachdem er seine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei BLG Logistics ab geschlossen hatte: „Für mich war dies eine ausgezeichnete Ergänzung zu meiner Ausbildung, gerade um die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge in der Logistik besser verstehen zu können.“ Den Tipp zum Studium neben dem Beruf erhielt Ryari von seinem Arbeitgeber selbst. Unterricht findet abends und samstags statt: „In dieser Zeit eignet man sich nicht nur theoretisches Wissen an, sondern auch ein gewisses Maß an Selbstorganisation.“ Und das drei Jahre lang – eine Leistung, auf die man sehr stolz sein kann. „Wer berufsbegleitend ein Studium abschließt, beweist enorme Belastbarkeit und Flexibilität – diese Eigenschaften sind bei Arbeitgebern in der Logistik gerne gesehen“, so Ryari.

Änderungen im EU-Steuerrecht

Am 2. Oktober 2018 hat die Europäische Union entschieden, den innergemeinschaftlichen Warenhandel zu harmonisieren. Ziel ist es, mit einer umfänglichen EU-Mehrwertsteuerreform ein Besteuerungssystem auf Basis des Bestimmungslandprinzips zu schaffen. Die Europäische Kommission verspricht sich von den Änderungen eine Vereinfachung des grenzüberschreitenden Handels und einen faireren Wettbewerb innerhalb der EU. Durch ein einheitliches Mehrwertsteuerrecht innerhalb der EU müssen Unternehmen nicht mehr die Bestimmungen verschiedener EU-Mitgliedsstaaten kennen und beachten; trotzdem steigt der administrative Aufwand aufgrund der erhöhten Nachweispflicht.

Erster Schritt zur Umsetzung der Mehrwertsteuerreform ist die Einführung der sogenannten Quick Fixes zum 1. Januar 2020. Diese Sofortmaßnahmen sind zwar nur ein Zwischenschritt im gesamten Reformprozess, sollen aber dazu beitragen, Betrug und Missbrauch zu vermeiden. Die Quick Fixes betreffen alle grenzüberschreitend tätigen Unternehmen und gelten ohne Übergangsfrist. Auf Grundlage des Jahressteuergesetzes vom 17. Dezember 2019 wurden die Maßnahmen in deutsches Recht umgesetzt und sind seit dem 1. Januar 2020 bei der Zollabwicklung verpflichtend.


Beispielsweise sind die Prüfung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zum Zeitpunkt der Lieferung sowie die vollständige und inhaltlich richtige Abgabe der zusammenfassenden Meldung nun materiell-rechtliche Voraussetzungen bei steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferungen. Weitere Quick Fixes gibt es für Reihengeschäfte und Konsignationslager sowie bei Regelungen über Belegnachweise. Dadurch verändern sich einige Geschäftsprozesse. Erklärungen und Rechnungsstellungsverfahren gegenüber Vertragspartnern müssen sofort den neuen Regularien angepasst werden.

„Der Zwischenschritt ist bereits ein erster Ausblick darauf, welche umfangreichen Änderungen die finale Mehrwertsteuerreform mit sich bringen wird“, sagt Corinna Tamminga, Beraterin Zoll/Außenwirtschaft bei der DBH Logistics IT AG in Bremen. Bei BVL Seminare jedenfalls ist man vorbereitet. Nicht nur im Zertifikatskurs „Geprüfter Zoll-Experte“, auch in den verschiedenen Seminarangeboten und Workshops zum Thema Zoll werden die Inhalte den ständigen Neuerungen, denen das Zollrecht unterliegt, angepasst und alles Wissenswerte für eine rechtssichere und effiziente Zollabwicklung vermittelt.