Titelstory

Live aus Berlin - Kongress im digitalen Format

Die Corona-Krise hat die Bedeutung der Logistik in unserer Gesellschaft für alle deutlich sichtbar gemacht. Entsprechend groß war die Vorfreude darauf, sich beim Deutschen Logistik-Kongress 2020 in Berlin zu treffen und auszutauschen. Die rasant ansteigenden Infektionszahlen in den beiden Wochen vor dem Termin und die Verunsicherung unter Ausstellern und Teilnehmern machten viele Planungen jedoch zunichte: Unter dem Druck der Ereignisse stellte die BVL den Kongress auf ein rein digitales Format um. So konnte der Austausch stattfinden – jedoch ganz anders als lange geplant. „Wir wollen die Chancen der Krise für eine robuste Gestaltung der Lieferketten nutzen, zum Beispiel den Digitalisierungsschub, die Überprüfung von Sourcing-Strategien und des Primats der Kostenminimierung“, sagte Prof. Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der BVL, in seiner Eröffnungsrede. „Viele große Themen scheinen hinter den Pandemie-Auswirkungen kleiner geworden zu sein. Das sind sie aber nicht: Strukturelle Herausforderungen der Wirtschaft, nationale Egoismen, der Klimawandel, die Verkehrswende, die digitale Transformation, sie sind alle noch da“, so Wimmer. Das Motto des diesjährigen Kongresses – „Nachhaltig gestalten – Winning the Next Decade“ – hat also nichts von seiner Aktualität verloren. Der Deutsche Logistik-Kongress in digitaler Form ist auf großes Interesse gestoßen – in Deutschland und international. Insgesamt wurden mehr als 1.200 Digitalzugänge freigeschaltet – für gebuchte Digitalpässe, für die ursprünglich zum Präsenzteil angemeldeten Teilnehmer, für avisierte Standbesatzungen der Aussteller, für Journalisten und für Gremienmitglieder der BVL. Die Zahl der Teilnehmer lag an den Kongresstagen zwischen 363 und 528, wobei der Mittwoch der am stärksten frequentierte Tag war. 610 Teilnehmer waren sehr aktiv dabei und wählten sich an mehreren Tagen immer mal wieder auch für längere Zeitfenster ein. Mit Teilnehmern aus 25 Ländern war das digitale Format deutlich internationaler, als es Corona-bedingt für den Präsenzteil zu erwarten war.