Fokus

Nachhaltig, persönlich, hybrid und digital - so wird der Deutsche Logistik-Kongress

„Nachhaltig gestalten – Winning the Next Decade“: So lautet das Motto des Deutschen Logistik-Kongresses 2020 ebenso wie das Jahresmotto der BVL. Der Kongress ist erstmals klimaneutral, das heißt, alle verursachten Emissionen werden ausgeglichen. Und auch inhaltlich geht es um Nachhaltigkeit und Erfolg in der noch jungen Dekade. Karl Gernandt, Vorstandsmitglied der BVL und Executive Chairman bei der Kühne Holding AG in Schindellegi in der Schweiz, spricht zur Eröffnung im Plenum über „die Rolle der Logistik in einer neuen Welt“. Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsmitglied der BVL und Vorstand Güterverkehr der Deutschen Bahn AG in Berlin sowie Vorsitzende des Vorstands der DB Cargo AG in Mainz, plädiert dafür, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Der Wandel und seine Chancen, nicht nur in der Automobilindustrie, sind Themen des Vortrags von Hildegard Müller. Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie ist Mitglied im Beirat der BVL. Nikutta und Müller sprechen ebenfalls zur Eröffnung am Kongressmittwoch. In der Podiumsdiskussion am Mittwochnachmittag stellen sich Frank Dreeke, Vorsitzender des Vorstands der BLG Logistics Group AG & Co. KG und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BVL, und Simone Menne, Multi-Aufsichtsrätin und Galeristin aus Kiel, sowie Heinrich Strößenreuther, Vorstand des German Zero e. V. in Berlin, unter anderem folgenden Fragen: „Was passiert in unseren Städten, wie lässt sich der Flächenverbrauch für Verkehrs- und Logistikzwecke in der Peripherie eindämmen?“, „Können globale Supply-Netzwerke überhaupt ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig betrieben werden?“ und „Was sind mögliche Ableitungen aus den Erfahrungen in der Corona-Krise?“ Moderiert wird die Diskussion von der Wirtschaftsjournalistin und Kolumnistin Dr. Ursula Weidenfels. Die Fachsequenz „Ökologische Nachhaltigkeit – Bilanzierung, Standards und Bepreisung“ wird moderiert vom Gastkommentator dieses LOG.Letters, Alexander Rossner, Rechtsanwalt und Vorstand der Zukunftswerk eG in Starnberg. Wie kann man den CO2-Fußabdruck einzelner Sendungen oder auch der gesamten Supply Chain abbilden? Und welche Standards und Instrumente für die Emissionsbilanzierung gibt es? Diese Fragen sollen in der Squenz aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive geklärt und diskutiert werden. Mit dabei sind unter anderem Dr.-Ing. Verena Ehrler, Guest Researcher an der Université Gustave Eiffel in Lille, Frankreich, und Nils Herrmann, Managing Director, Hello Fresh DACH, Berlin.

Mehr Informationen und das aktuelle Programm gibt es hier

Auf dem Weg zum Kongress

In diesem Jahr wird es erstmals einige Angebote des Deutschen Logistik-Kongresses schon vor der eigentlichen Veranstaltung in Berlin geben. Die sogenannten Pre-Events finden online statt und sind für die Teil-nehmer kostenlos. Unter dem Motto „On the Road to DLK“ werden ausgewählte Sequenzen angeboten. Inhaltlich geht es um wichtige Themen wie Infrastruktur und Circular Economy sowie um Neuigkeiten aus der Wissenschaft. Teil des Angebots ist die Sequenz „Infrastruktur – Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort“. Das offene Webinar findet statt am 1. Oktober von 14:30 bis 16 Uhr. Mit dabei ist unter anderem Ralf Busche, Mitglied im Beirat der BVL und Senior Vice President – European Site Logistics Operation bei BASF SE in Ludwigshafen. Am Folgetag präsentieren junge Logistiktalente ihre mit dem Thesis Award ausgezeichneten Abschlussarbeiten in der Thesis Conference. Die Moderation übernimmt der wissenschaftliche Leiter Prof. Thomas Strothotte, Präsident der Kühne Logistics University in Hamburg. Von den insgesamt 45 Preisträgern wurden in einem Online-Voting acht ermittelt, die ihre Arbeiten in dem Webinar präsentieren und sich den Fragen der Teilnehmer stellen werden. Auch das Finale des Wissenschaftspreises findet dieses Jahr als Pre-Event statt – am 8. Oktober präsentieren die vier Finalisten ihre Arbeiten: Über „Zuordnungsplanung in Vertriebshierarchien“ spricht Dr. Konstantin Kloos. Um ein „Intralogistics Execution System mit integrierten autonomen, servicebasierten Transportentitäten“ geht es in der Arbeit von Dr. Michael Scholz. „Eine exakte Planungsmethode für manuell bediente Lagersysteme mit mehreren Lagerbereichen“ lautet das Thema von Dr. Tobias Staab, und „E-Commerce-Warehousing: moderne Auftragsabwicklung im Einzelhandel“ ist der Titel der Promotionsarbeit von Dr. Felix Weidinger. Die Anmeldung zu den Pre-Events erfolgt über die Website der BVL.

Digitale Angebote

Wer gar nicht beim Deutschen Logistik-Kongress vor Ort sein kann, muss nicht leer ausgehen: Erstmalig besteht auch die Möglichkeit, Teile des Kongresses online mitzuerleben. Auch Networking-Formate per Chat oder hilfreiches Matchmaking sowie die gezielte Kontaktaufnahme zu anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind natürlich möglich. Wer online dabei ist, kann also den Kongress von überall verfolgen und trotzdem aktiv an bestimmten Veranstaltungen partizipieren. Und auch im Nachgang des Kongresses sind Inhalte und Vorträge zugänglich. Für die Online-Teilnahme stehen unterschiedliche Digital-Pakete zur Verfügung, mehr Informationen dazu gibt es auf der eigens dafür eingerichteten Website.

Kommentar von Alexander Rossner, Rechtsanwalt, Vorstand Zukunftswerk eG

Jahrestreffen in Berlin erstmals Klimaneutral

„Nachhaltig gestalten – Winning the Next Decade“: Unter dieses Motto hat die BVL den Deutschen Logistik-Kongress 2020 gestellt. Ich denke, trotz der Vielzahl ökologischer und sozialer Herausforderungen unserer Zeit kommt dem Klimawandel in allen Lebenslagen eine besondere Bedeutung zu. Diese leitet sich von dem Ausmaß der möglichen Konsequenzen gleichermaßen ab wie von der minimalen Größe des Zeitfensters, das zur Verfügung steht, um durch kluges und entschlossenes Handeln die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch zu verhindern. Es gibt viele Möglichkeiten, gegenzusteuern. Die Energiewende, Energieeffizienz und den Ausgleich von CO2-Emissionen halte ich für besonders bedeutsam. Deshalb freue ich mich sehr, dass die BVL sich entschlossen hat, alle CO2-Emissionen, die im Rahmen des Deutschen Logistik-Kongresses entstehen, zu berechnen und durch ein Waldschutzprojekt in Südamerika zu kompensieren. Damit bleibt wertvoller CO2-Speicher erhalten, und die indigene Bevölkerung zieht aus dem Schutz des Waldes ihr Lebenseinkommen. Der Ausgleich umfasst alle Emissionen, die durch den Energiebedarf, die An- und Abreise der BVL-Mitarbeiter sowie der Referenten und Teilnehmer, durch die Speisen und Getränke und alles benötigte Equipment verursacht werden. Und auch wenn die Menge an Emissionen, die auf diese Weise berechnet und ausgeglichen wird, vergleichsweise klein ist, ist die Klimaneutralität eines der größten Wirtschaftskongresse in Europa doch ein weithin sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Freuen Sie sich also auf einen klimaneutralen Logistik-Kongress 2020!

Mehr Gedanken zum Thema Nachhalttigkeit gibt es im neuen Dossier "Nachhaltig gestalten - Winning the Next Decade"

Mit Abstand der beste Kongress - Hygienekonzept

Der Deutsche Logistik-Kongress findet statt – und die Reaktionen aus der Logistik-Community auf diese Nachricht zeigen, dass das ein gutes Signal ist. Wissens- und Erfahrungsaustausch und die persönliche Begegnung sind nötig und möglich.
Natürlich gibt es Veränderungen im Ablauf, denn die Gesundheit aller Beteiligten hat für die BVL höchste Priorität. Daher hat das Organisationsteam der Geschäftsstelle in Absprache mit den Veranstaltungspartnern ein Hygienekonzept erarbeitet, das auf den bundesweit gültigen Bestimmungen zum Infektionsschutz, den Vorgaben des Landes Berlin sowie den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts basiert. In den letzten Jahren konnte die BVL jeweils weit über 3.000 Menschen zum Jahrestreffen der Logistiker begrüßen. Das wird in diesem Jahr leider nicht möglich sein. Im Rahmen des Hygienekonzepts sind insgesamt maximal 1.500 Teilnehmer im rollierenden System geplant. Wie gewohnt findet der Kongress in den gegenüberliegenden Hotels InterContinental und Pullman Schweizerhof statt. Das Programm ist dezentral organisiert, um jederzeit den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern wahren zu können. Die Räume werden entsprechend reduziert bestuhlt und die Klimaanlagen des gesamten Hotels zu 100 Prozent mit Frischluft betrieben. Auf der Ausstellungsfläche werden ausreichend breite Laufwege eingerichtet, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Die Räume werden regelmäßig gereinigt und die Oberflächen desinfiziert. Für alle Besucher stehen ausreichend Mund-Nasen-Bedeckungen und Desinfektionsmittel zur Verfügung. Einem sicheren Kongressbesuch steht also nichts im Wege. Das Rahmenprogramm wird in diesem Jahr eingeschränkt stattfinden können. Der traditionelle Galaabend muss leider entfallen. Die Träger des diesjährigen Deutschen Logistik-Preises werden aber gebührend im Plenum geehrt, auch der Wissenschaftspreis wird in Berlin verliehen.