Fokus

Im besten Sinne vernetzt:

Automobilindustrie und Logistik ziehen an einem Strang

Forum Automobillogisitk

Es herrschte konstruktive Stimmung unter den mehr als 500 Supply-Chain- und Logistikexperten der Automobilindustrie, Wissenschaftlern und Politikern, die sich Anfang Februar zum Forum Automobillogistik in Leipzig trafen. Das Motto der Gemeinschaftsveranstaltung der BVL mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA): „Grenzen einreißen – Produktion und Logistik verschmelzen“. Ein Leitgedanke, der nicht erst jetzt gilt, insbesondere mit Blick auf die Automobilindustrie.

Historie

Insofern ist es keine Überraschung, dass die Keimzellen des heutigen Forums schon Anfang der 2000er-Jahre entstanden. Im Jahr 2002 veranstaltete der VDA seinen ersten Logistik-Kongress. Im BVL-Netzwerk gab es 2004 das „1. Regionalforum Baden-Württemberg“ mit 121 Teilnehmern unter dem Titel „Logistikprozesse in der Automobilindustrie“. In der BVL-Chronik heißt es dazu: „Das Regionalforum greift diese Herausforderung des Marktes auf. Zu den Themen zählen ‚Kundenorientierte Beschaffungs- und Produktionslogistik‘, ‚Netzwerkmanagement für die Automobilzulieferindustrie‘ und ‚Logistik-Prozessketten von einem Fertigungsstandort im Ausland‘ .“ Ab 2005 ging die Veranstaltung als nationales Event der BVL unter dem Namen „Branchenforum Automobillogistik“ an den Start, die Teilnehmerzahl verdoppelte sich, das Thema Supply Chain Collaboration rückte in den Fokus. Im Jahr 2013 vereinbarten VDA und BVL, ihre Kräfte zu bündeln und die Vernetzung zu intensivieren: Im MAN Truck Forum in München veranstalteten sie das erste gemeinsame Forum Automobillogistik. Mit praxisnahen ebenso wie mit inspirierenden Inhalten, Sprechern und Formaten treiben die Partner den Schulterschluss von Produktion und Logistik immer weiter voran. Inzwischen sind auch die beiden Organisationen im besten Sinne vernetzt, und das BVL-Netzwerk ist fest mit der Automobilindustrie verwoben.

Vernetzung

Kaum ein Forum Automobillogistik ist vergangen, bei dem die Teilnehmer nicht vom Vorsitzenden der BVL-Geschäftsführung, Prof. Thomas Wimmer, durch das Programm geführt wurden. In diesem Jahr begrüßte er die Teilnehmer gemeinsam mit der neuen VDA-Präsidentin Hildegard Müller, Mitglied im Beirat der BVL. Sie sagte: „Es ist die vernetzte Organisation, die durch Kommunikation und Kooperation das beste Gesamtergebnis erzielt.“ Zwei der Keynotes an diesem Vormittag wurden von BVL-Beiratsmitgliedern gehalten, nämlich Andreas Schick, Vorstand für Produktion, Supply Chain Management und Einkauf bei Schaeffler, und Michael Müller, Vorsitzender des Vorstands von Müller – Die lila Logistik. Schick gab Einblicke in die intelligent vernetzte Logistik in seinem Unternehmen. Er betonte die Bedeutung von vernetzten Datenflüssen. „Wirerheben immens viele Daten, die auch unseren Kunden helfen würden, wenn man sie teilt.“ Dazu seien internationale Datenstandards eine Grundvoraussetzung. „Das Grenzeneinreißen muss zuallererst in den Köpfen stattfinden. Querdenken in Bezug auf Geschäftsmodelle und auf Kooperationsweisen ist gefordert“, sagte Müller und fügte hinzu: „Wir müssen immer wieder in Alternativen denken und nicht nur das optimieren, was wir momentan haben.“ Sein Unternehmen hat im Jahr 2014 gemeinsam mit Mercedes AMG den Deutschen Logistik-Preis gewonnen. Prof. Katja Windt, Mitglied der Geschäftsführung des Anlagenlieferanten SMS Group und des Vorstands der BVL, hielt nach Gerd Rupp, Leiter des Porsche-Werks Leipzig, die zweite Keynote des zweiten Forumstages. Es ging um Grenzen zwischen Fachbereichen bei der Weitergabe von Daten: Um Reibungsverluste zu minimieren und die isolierte Betrachtung einzelner Gewerke zu überwinden, sei es entscheidend, schon früh alle an der Supply Chain beteiligten Parteien an einen Tisch zu bekommen. Und das gilt sicher nicht nur für die Automobilindustrie. In der Plenumssequenz zum Thema Produktions- und Logistiknetzwerke, moderiert von BVL-Geschäftsführer Prof. Thomas Wimmer, sprach das langjährige BVL-Beiratsmitglied Thomas Zernechel, Leiter Konzernlogistik bei Volkswagen, über die Zukunft der Logistik. Dr. Colin von Ettingshausen, kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der BASF Schwarzheide, berichtete über seinen Standort als „Zukunftsstandort an der neuen Seidenstraße“. Er war im Juni vergangenen Jahres auch Gastgeber für das Forum Chemielogistik der BVL gewesen. VDA LOGISTIK AWARD In ihrer Rede bei der Abendveranstaltung im Kundenzentrum von Porsche betonte Hildegard Müller die Bedeutung starker Organisationen wie BVL und VDA für ihre Mitglieder und zeigte sich froh, dass die Zusammenarbeit sich so erfolgreich entwickelt. Durch die feierliche Verleihung des VDA Logistik Awards führte der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Stölzle, Ordinarius am Lehrstuhl für Logistikmanagement der Universität St. Gallen und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der BVL. Preisträger ist die Porsche Leipzig GmbH. Zusammen mit dem ausgezeichneten Projektteam stand Oliver Bronder auf der Bühne, Leiter Logistik bei Porsche und Mitglied im Beirat der BVL.

Expertenstimmen zum Forum Automobillogistik: hier geht´s zur Pressemitteilung.

Grenzen einreißen auf dem Forum Automobillogistik: hier geht´s zur Pressemitteilung.

Interview

„Wir brauchen Verlässlichkeiten von der Politik“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller im Video-Interview mit BVL TV und fügt hinzu: „Deshalb brauchen wir starke Stimmen und starke Organisationen wie die BVL und den VDA.“