Fokus

Attraktives Programm in und aus Berlin 

Deutscher Logistik-Kongress Am 20. Oktober wird Prof. Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der BVL, den Deutschen Logistik-Kongress in Berlin vor Publikum eröffnen – so ist es geplant. Die fortschreitenden Impfungen und die niedrigschwelligen Testangebote bieten andere Voraussetzungen als im letzten Jahr und lassen wieder mehr persönliche Begegnungen zu. Mitte Juli hat der Vorstand der BVL daher beschlossen: Wir planen einen hybriden Kongress! Schon kurze Zeit später ging das Programm auf der Website der BVL online. Ein Blick hinein zeigt: Es lohnt sich wieder, dabei zu sein.  
Die Eröffnungskeynote hält Dr. Sigrid Nikutta, Vorstand Güterverkehr Deutsche Bahn AG und CEO der DB Cargo AG. Als Vertreterin des diesjährigen Kongresspartners leitet sie in das Thema „Chancen nutzen – Adapt to Lead“ ein. Weitere Sprecher der Eröffnungssequenz sind Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dorothea von Boxberg, Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Cargo AG, Christian Erlach, Mitglied des Vorstandes Sales der Jungheinrich AG sowie Felix Fiege, CEO der Fiege Group. In ihren Vorträgen geben die Referentinnen und Referenten ihre Einschätzung, wie die Chancen des Wandels genutzt werden können und wie zum Beispiel die Digitalisierung neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Logistik schafft.  

Diskussionen Die Podiumsdiskussion zum Kongressmotto am Mittwoch von 14 bis 15 Uhr moderiert die Journalistin Dr. Ursula Weidenfeld. Sie spricht mit Jörg Hoffman, Erster Vorsitzender der IG Metall und Dr. Marianne Janik, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland unter anderem darüber, wie Mitarbeiter zu Transformationsprozessen ermutigt werden können, welche Technologien und Trends die Wertschöpfungskette beeinflussen werden, wo Chancen liegen und wie diese von Logistikern als Wirtschaftsakteuren mit gesellschaftlicher Verantwortung genutzt werden können. 
Weitere Podiumsdiskussionen beschäftigen sich mit den Themen „Auf dem Weg zu echter Klimaneutralität“ und „Cybersecurity“. Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich die Signatarstaaten verpflichtet, den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen. Aktuell scheint es so, dass dieses Ziel nur erreicht wird, wenn einige Staaten und Branchen die Klimaneutralität bereits deutlich vor 2040 schaffen. Die Panelisten diskutieren am Kongressdonnerstag von 11.30 bis 12.45 Uhr zu Fragen der Klimaneutralität globaler Logistikketten einschließlich der letzten Meile aus der Perspektive der Global Player und der der mittelständischen Akteure. Mit dabei sind: Rolf Habben Jansen, Vorsitzender des Vorstandes der Hapag-Lloyd AG, Hamburg, Tim Scharwath, CEO Global Forwarding, Freight bei der Deutsche Post DHL Group, Meri Stevens, Worldwide Vice President Supply Chain - Consumer Health & Deliver bei Johnson & Johnson in den USA sowie Pietro D’Arpa, Vice President, Supply Chain Europe: Logistics and End to End Strategic Planning bei der Procter & Gamble Company. Moderiert wird die Diskussion von Dr. Sven Rutkowsky, Partner bei Kearney. 
Eine wichtige Grundlage zu mehr Nachhaltigkeit in der Logistik ist die fortschreitende Digitalisierung. Je mehr die Digitalisierung an Bedeutung gewinnt, desto wichtiger wird das Thema „Cybersecurity“. In der Podiumsdiskussion zum Thema am Donnerstagnachmittag von 16.35 bis 17.35 Uhr liefern Prof. Julia Arlinghaus vom Fraunhofer IFF, Alpha Barry, secida AG sowie Generalleutnant Michael Vetter Antworten auf Fragen wie: „Welche Schutzmaßnahmen und Services sind unerlässlich und hilfreich?“ „Gibt es Trends und Strategien zur IT-Sicherheit?“ und „Müssen Aus- und Weiterbildung um Cyber Security erweitert werden?“. 

Themen Neben den Podiumsdiskussionen sind wieder interessante Fachsequenzen im Programm. Es geht um die Themen Lieferkettenintegration, Kreislaufwirtschaft, urbane Logistik, Plattformökonomie und Supply Chain 4.0.  
Welche Ansätze zirkulärer Wertschöpfung gibt es, die Logistikanforderungen nachhaltig verändern? Welche Lösungen entwickelt der Wirtschaftsbereich Logistik, wie kann er von neuen zirkulären Märkten profitieren? Diese zentrale Frage soll in der 90-minütigen Session „Circular Economy“ am Donnerstag von 9.30 bis 11 Uhr diskutiert und beantwortet werden. Anhand von Best Practices aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung wird erörtert, inwiefern kollaborative Ansätze und Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungsketten elementar für den Erfolg zirkulärer Geschäftsmodelle sind und den Weg zur Circular Economy ermöglichen. Als Sprecher unter anderem mit dabei: Martin Neuhold Leader Supply Chain & Operations Europe West vom Premiumsponsor Ernst & Young GmbH.  
Der starke Anstieg von Sendungen im KEP-Bereich verbunden mit den einschneidenden Herausforderungen der letzten Monate für den stationären Einzelhandel machen ein Neudenken des Konzeptes Stadt nötig. Prof. Kai-Oliver Schocke, Professor für Produktionsmanagement und Logistik und BVL-Regionalgruppensprecher moderiert am Freitag von 9.30 bis 11 Uhr die Fachsequenz „Logistik findet Stadt“ und geht gemeinsam mit den Referenten unter anderem den Fragen nach: Wo kann Logistik in der Stadt ihren Platz finden? und Welche Räume können durch eine logistische Nutzung zu einem besseren Miteinander führen?  
Den Abschluss des Kongresses am Freitag bildet eine hochkarätig besetzte Plenumsrunde von 11.30 bis 13.30 Uhr, moderiert vom Wirtschaftsjournalisten und Chefredakteur der Rheinischen Post Moritz Döbler. Prof. Dr. Martin R. Stuchtey, Co-Founder and Managing Partner der SystemIQ GmbH, spricht über Deutschlands nächstes Geschäftsmodell: 200 Jahre lang war die Steigerung der Arbeitsproduktivität Taktmaß und Ziel unternehmerischen Handelns. Klimawandel, volatile Ressourcenmärkte und eine neue Arbeitswelt zwingen nun dazu, die Ressourcenproduktivität zur Quelle des neuen Wohlstands zu machen. „Eco-Prosperity“ heißt der neue Leitgedanke vom chinesischen 5-Jahres-Plan bis zum European Green Deal. Durch die Kombination aus zirkulärer Wertschöpfung und Digitalisierung entsteht eine neue Wertschöpfungslogik „Industrie_5.0“ mit Chancen für Industrie und Logistik.  
Über Verantwortung des Einzelnen und demokratische Werte spricht der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestags Prof. Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. (cst/ka) Mehr zum Kongress unter www.bvl.de/dlk 
 
Die Anmeldung zum Kongress erfolgt über die Website der BVL. Für die Teilnahme an der Hybrid- oder Digitalversion gibt es jeweils eine eigene Anmeldeseite. 
Präsenz in Berlin: www.bvl.de/dlk-hybrid 
Digitalvariante: www.bvl.de/dlk-digital

Menschen treffen – vor Ort oder digital 

Netzwerken Für viele wird es beim Präsenzteil des Kongresses in diesem Jahr im Mittelpunkt stehen: das Networking. Nach der langen Lockdown-Zeit gibt es viel Nachholbedarf. Gespräche und Diskussionen an den Ständen der Aussteller, in den Lounges sowie an den Kaffeebars werden unter Berücksichtigung des geltenden Hygienekonzepts möglich sein. Der Mittwochabend steht beim Kongress traditionell im Zeichen der Verleihung des Deutschen Logistik-Preises. Ob digital zugeschaltet oder vor Ort in Berlin, auch 2021 lädt die BVL alle Teilnehmenden am Abend des ersten Kongresstags herzlich zu diesem besonderen Moment ein, wenn das Ergebnis der Beratungen der Jury mit ihrem Vorsitzenden Matthias Wissmann verkündet wird. Wer in Präsenz teilnimmt, kann den Abend im Anschluss mit persönlichen Begegnungen und Gesprächen in den Foyers und auf den Ausstellungsflächen ausklingen lassen. Am zweiten Kongresstag bietet das After-Work-Hangout auf der Ausstellungsfläche Gelegenheit zum Get-together. 
Doch auch in der Digitalvariante soll das Netzwerken nicht zu kurz kommen: Der digitale Kongressteil läuft über die Event-Plattform Grip. Das innovative Tool ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich während des gesamten Kongresses auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. (cst) 

Einstimmen auf den Kongress

Pre-Events Wie schon im letzten Jahr werden einige Pre-Events schon im Vorfeld auf den Kongress einstimmen. Am 5. Oktober findet von 16 bis 18 Uhr das Finale des Wissenschaftspreises Logistik 2021 statt. Der Preis richtet sich an junge Wissenschaftler, deren akademisch herausragende Arbeiten besonders praxisrelevant und somit für Umsetzungen im Berufsalltag bestens geeignet sind. In diesem Jahr wird der Wissenschaftspreis Logistik von McKinsey & Company unterstützt. Unter Berücksichtigung der Präsentation fällt die Jury ihre Entscheidung für den Träger des Wissenschaftspreises Logistik 2021. Die Verleihung findet während des Kongresses statt. 
Am 12. Oktober gibt das junge BVL-Netzwerk Logistics4Future von 18 bis 19 Uhr Vorreitern der nachhaltigen Logistik eine Bühne. Best Practice-Sharing zu allen drei Nachhaltigkeitsdimensionen steht im Fokus dieses digitalen Pre-Events. Die Referenten und Referentinnen werden das Publikum mit vielfältigen Erfolgsgeschichten inspirieren und ihre wichtigsten "Lessons Learned" teilen. 
Am 15. Oktober von 16 bis 18 Uhr gibt es dann Neues aus den Logistik Think Tanks mit spannenden Ergebnissen aktueller Studien von Universitäten, Forschungsinstituten, Interessenvertretungen und Beratungsunternehmen. (bvl)

Die Bedeutung der Logistik war noch nie so hoch wie heute

Kommentar von Kai Althoff, Vorsitzender der Konzeptgruppe des Deutschen Logistik-Kongresses

Schneller als je zuvor mussten wir in den vergangenen 18 Monaten Logistikketten auf neue Anforderungen einstellen. Die meisten Veränderungen, die wir aktuell sehen, sind struktureller Natur. In Summe ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzt. 

Chancen nutzen – Adapt to Lead ist damit ein treffendes Motto, das den diesjährigen Deutschen Logistik-Kongress überschreibt. Anfang März hat die 13-köpfige Konzeptgruppe ihre Arbeit zur inhaltlichen Gestaltung aufgenommen. Die Arbeitshypothese war es, dass der Kongress hybrid mit einer begrenzten Besucherzahl vor Ort und zusätzlichen virtuellen Teilnehmern stattfinden wird. Die erste Sitzung – natürlich virtuell – hat drei Stunden gedauert und war bereits sehr ergiebig. Die Ideen für die Inhalte des diesjährigen Kongresses gingen leicht von der Hand, da die Bedeutung der Logistik in vielen Bereichen wohl nie so hoch war wie heute. Wir mussten priorisieren und haben uns nicht gescheut, die wirklich großen Themen auf die Bühne zu bringen: etwa das zukünftige Geschäftsmodell für die Transportlogistik, den Einfluss von Plattformökonomien auf die New Economy oder die Veränderung in den Städten. Natürlich interessieren uns besonders die Konzepte, die Unternehmen befähigen, die Chancen der Zukunft zu nutzen. Es motiviert am meisten, sich dazu Erfolgsbeispiele von Unternehmen ansehen, die solche Konzepte bereits umgesetzt haben. Neue Zusammenarbeitsmodelle in den Logistikketten, virtuelle Abbilder der ganzen Supply Chain oder die Neuausrichtung des gesamten Unternehmens hin zu einer Agilität, die zukunftsfähig ist. Ohne den Einsatz neuer Technologien geht es nicht mehr, dem wollen wir Rechnung tragen und auch Lösungsanbietern mehr Sichtbarkeit im Programm geben.  
Das erste Programm ist jetzt veröffentlicht, die Vorfreude auf den Kongress steigt, auch bei mir ganz persönlich. Der Bedarf nach Austausch ist riesengroß. 

 Der Kongress wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.