Fokus

Herausforderung Klimaziele und Pandemie - Was sind die drängendsten Frage in der Automobilindustrie?

Das Forum Automobillogistik 2021 der BVL und des Verbands der Automobilindustrie e. V. (VDA) findet als rein digitale Veranstaltung statt. Unter dem Leitgedanken „Wertschöpfung im Wandel – regional, nachhaltig, zollfrei“ sprechen am 9. und 10. Februar Logistiker und Supply Chain Manager der Hersteller und Lieferanten sowie Automobilexperten aus Logistik-, IT-, Verpackungs-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie haben die Veranstalter frühzeitig entschieden, das Forum Automobillogistik auf ein rein digitales Format umzustellen. „Die Corona-Pandemie stellt Veranstalter von Großevents vor enorme Herausforderungen“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. „Die Sicherheit aller Teilnehmer hat für uns höchste Priorität. Da noch nicht absehbar ist, wie sich die Lage bis Anfang des kommenden Jahres entwickelt, haben wir uns schon jetzt entschlossen, das Forum im Jahr 2021 zu digitalisieren. Wir werden auch virtuell eine hohe Qualität liefern und allen Teilnehmern ein spannendes Programm präsentieren. Freuen Sie sich darauf!“ Die Anmeldung für das Forum Automobillogistik erfolgt über die Website des Events, die Teilnahme ist dieses Mal kostenfrei.
Der BVL-Vorstandsvorsitzende Prof. Thomas Wimmer fasst die derzeit drängendsten Fragen in der Automobilindustrie zusammen: „Veränderungen in Wertschöpfungsketten sind insbesondere in der Automobillogistik ein vorrangiges Thema. Wird es De-Globalisierung geben? Wird das Primat der Kostensenkung abgeschafft? Kann durch Effizienz mehr Nachhaltigkeit erreicht werden? Wird es gelingen, Handelshemmnisse abzubauen? Wo und wie lassen sich Fachkräfte für diesen Wirtschaftsbereich erschließen und weiterentwickeln?“ Antworten gibt es beim Forum Automobillogistik. Das Programm steht auf der Veranstaltungswebsite zur Verfügung. Die Keynotes des Forums halten unter anderem Jürgen Braunstetter, SVP Automotive Supply Chain Management bei der Continental AG, und Simon Motter als Nachfolger von Thomas Zernechel als Leiter der Konzernlogistik bei VW. Weitere Keynote-Sprecher sind Prof. Thomas Wimmer und Hildegard Müller. Die Fachsequenzen beschäftigen sich mit den Themen „Internationale Lieferketten im Spannungsfeld von Handelskonflikten und Pandemien“, „Brennstoffzelle – Zukunft der Logistik?“, „Supply Chain Complexity – Vernetzung als Kompass durch die Krise“, „Automatisierte Inhouse-Logistik – auf der Überholspur in Richtung Industrie 4.0“, „Zukunft der Datenkommunikation“ und „Aftermarket“. Damit greift das Forum Themen auf, dieMüller bereits in ihrem Vortrag auf dem diesjährigen Deutschen Logistik-Kongress hervorgehoben hat. Corona habe gezeigt, dass Mobilität und fließender Verkehr für unsere Gesellschaft lebensnotwendig seien, hatte sie dort gesagt und betont: „Wir dürfen die Grenzen nie wieder schließen!“ Laut Müller können wir auf diese Krise nur gemeinsam bestmöglich reagieren. Dabei bekenne sich die Automobilindustrie ausdrücklich zum Pariser Klimaabkommen und zum Erreichen der Klimaneutralität. „Wir können aber nicht beim Klimaschutz aufs Gaspedal treten, wenn wir gleichzeitig den Innovationsmotor Europas, nämlich seine Industrie, abwürgen.“

Das Forum Automobillogistik bietet auch digital eine Plattform für Diskussionen, sowohl auf dem Podium als auch in der Interaktion mit und zwischen den Teilnehmern über begleitende Chats. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität, schreibt regelmäßig zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen. In der Sequenz „Internationale Lieferketten im Spannungsfeld von Handelskonflikten und Pandemien“ hält er einen Impulsvortrag zum Thema Handelspolitik, Lieferketten und Nachhaltigkeit und diskutiert das Thema im Anschluss mit Dr. Arne Flemming, Senior Vice President Corporate Supply Chain and Global Logistics Services bei Bosch, und Jürgen Eder, Gruppenleiter bei der BMW Group. Eine weitere Podiumsdiskussion bildet den Abschluss der Sequenz „Brennstoffzelle – Zukunft der Logistik?“, unter anderem mit Dr. Alexander Klonczynski, Vice President Manufacturing Fuel Cell Mobility Solutions bei Bosch, und Prof. Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzelle & CEO Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH.

Auch im digitalen Format wird der VDA Logistik Award verliehen. Mit dem Preis werden herausragende Logistikleistungen und besondere Innovationen in den Logistikprozessen von Unternehmen der Automobilindustrie und ihrer Partner ausgezeichnet, die in diesen anspruchsvollen Zeiten umso mehr zu würdigen sind. Die Preisverleihung beendet den ersten Veranstaltungstag. Zur Eröffnung des zweiten Tages geht es ausgezeichnet weiter: Simon Motter, neuer Leiter der Konzernlogistik bei VW, hält eine Keynote am Mittwochvormittag und stellt sich im Anschluss den Fragen von Dr.-Ing. Joachim Damasky, Geschäftsführer Technik und Umwelt beim VDA. Die Konzernlogistik von VW war beim Deutschen Logistik-Kongress in diesem Jahr mit einem Sonderpreis „Digitalisierung der Logistik“ geehrt worden.