Fokus

Feste Fehmarnbelt-Querung

Christian Stamerjohanns,  Prof. Thomas Wimmer, Martin Staffel, Lars Friis Cornett (v.l.n.r.)

Christian Stamerjohanns, Prof. Thomas Wimmer, Martin Staffel, Lars Friis Cornett (v.l.n.r.)

Baustart für den Fehmarnbelt-Tunnel

Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit haben im September die ersten Baggerarbeiten auf deutscher Seite für den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung zwischen dem deutschen Puttgarden und dem dänischen Rødbyhavn begonnen. Vorausgegangen war ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom November 2020, welches alle verbliebenen 6 Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss abwies und damit auch auf deutscher Seite endgültig den Weg für das Jahrhundertprojekt ebnete. Es war ein langer Weg bis hierhin. Bereits im September 2008 unterzeichneten beide Staaten den Vertrag zum Bau der Festen Fehmarnbelt-Querung. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der EU, da die Verbindung als eines der fünf wichtigsten europäischen Infrastrukturprojekte und zentraler Bestandteil des EU-Kernverkehrsnetzes angesehen wird. Dänemark ist Treiber des Projektes, das durch eine Tunnelverbindung via Fehmarn auf deutscher und Lolland auf dänischer Seite einen neuen Wirtschaftsraum mit rund 9 Millionen Menschen schaffen wird - von Hamburg und Lübeck über Kopenhagen bis hin zum südschwedischen Malmö. Auf dänischer Seite waren die Planungen und Genehmigungsverfahren schneller abgeschlossen als in Deutschland, sodass der Arbeitshafen in Rødbyhavn bis Ende des Jahres fertiggestellt werden soll. Mit 18 Kilometern wird der Fehmarnbelttunnel der längste Absenktunnel der Welt für den kombinierten Straßen- und Güterverkehr werden. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Dann wird man den Tunnel per Auto in zehn und mit dem Zug in sieben Minuten durchqueren können. Die Fahrzeit per Bahn zwischen Hamburg und Kopenhagen halbiert sich auf zweieinhalb Stunden, die Züge sparen 160 km Umweg über das dänische Festland. Der Tunnel wird massiven Einfluss auf die Warenströme zwischen den beiden Ländern haben. Allein für den Güterverkehr zwischen Deutschland und Skandinavien rechnet das BMVI in seiner Verkehrsprognose bis 2030 mit einer Zunahme um mehr als 40%.

Der Bau des Tunnels und der Hinterlandanbindungen in Dänemark und Deutschland ist ein logistisches Großprojekt, welches die BVL gespannt verfolgt. Im September waren der Vorstandvorsitzende Prof. Thomas Wimmer und Pressesprecher Christian Stamerjohanns persönlich vor Ort und ließen sich das Projekt von Bauleiter Martin Staffel und dem Chef der Planungs- und Baugesellschaft Femern A/S in Deutschland, Lars Friis Cornett, zeigen. Auf dänischer Seite hat bereits die Landgewinnung begonnen, die mit dem Material aus dem Tunnelaushub erfolgt. Auch zwischen dem Festland und Fehmarn entsteht ein neuer Absenktunnel für die B 207 und den künftigen Zugverkehr, die Fehmarnsundbrücke ist allerdings denkmalgeschützt und bleibt erhalten.

Die BVL hat zu dem Thema ein Dossier mit wichtigen Daten und Fakten zusammengestellt, das nach dem Besuch vor Ort noch einmal aktualisiert wurde und Interessierte auf dem Laufenden hält. Ein Blick hinein lohnt sich.

Wissenswertes über den Fehmarnbelttunnel - Dossier zum Durchscrollen

 

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