BVL Intern

Die BVL trauert um Harald Gleißner

Harald Gleißner, von 1998 bis 2004 Sprecher der Regionalgruppe Rhein/Main und anschließend bis 2012 der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg, ist am 8. Juli 2019 plötzlich und unerwartet im Alter von 59 Jahren verstorben. Noch Anfang Juni war er mit Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin (HWR) bei der Messe transport logistic in München und – als Mitglied der Freunde der BVL – wenig später beim Regionalgruppen-Management-Meeting in Rostock dabei. Der 1960 in Singen/Hohentwiel geborene Gleißner war seit April 2004 als Professor an der HWR und zuletzt als Vizepräsident tätig und engagierte sich auch in der BVL für die Belange der Studierenden. Die BVL ist dankbar für viele Jahre ehrenamtlicher Arbeit und wird Harald Gleißner in seiner Kompetenz und Fröhlichkeit in Erinnerung behalten. (ug) 

Ideen für die letzte Meile

Der Themenkreis Urbane Logistik tauscht sich regelmäßig über aktuelle Probleme und Lösungsansätze der innerstädtischen Logistik aus, zuletzt Ende Juni in der Hochschule Hannover. Als Impulsvortrag stellte Tim Gerstenberger von der Landeshauptstadt Hannover das Pilotprojekt „Linden-Nord“ der Initiative „Urbane Logistik Hannover“ vor. Ziel dieses Projekts ist es, Schadstoffemissionen und Lärmbelästigung in einem abgrenzbaren, dicht besiedelten Stadtteil zu reduzieren und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen. www.bvl.de/themenkreise/urbane-logistik

Sommer, Sonne, Ferienzeit

Was passt im Juli besser, als sich mit Urlaubslogistik zu beschäftigen? Die Regionalgruppe Franken informierte sich bei der Morelo Reisemobile GmbH in Schlüsselfeld über die Produktion von First-Class-Reisemobilen. Sven Stadthalter, Technischer Leiter bei Morelo, stellte den Gästen das Unternehmen vor. Die Reisemobile werden nach individuellen Wünschen der Kunden gefertigt. Das ist manchmal eine Herausforderung – auch, weil vier Modellreihen auf nur einer Fertigungslinie produziert werden. Da müssen die Prozessschritte aufgrund unterschiedlicher Größe und Ausstattung der Fahrzeuge gut harmonisiert werden. Davon konnten sich die Besucher bei einer Führung mit Projektingenieur Eric Macke überzeugen. www.bvl.de/franken

Nachhaltige Logistikkonzepte für den Gütertransport auf der Schiene

Die südwestfälische Wirtschaft ist auf effiziente und zuverlässige Verkehrsanbindungen angewiesen. Vor dem Hintergrund einer Zunahme des Güterverkehrsaufkommens und langfristigen Brückenbauarbeiten auf den Bundesautobahnen A4 und A45 sind alle am Transport und der Logistikplanung Beteiligten interessiert, den Anteil der Eisenbahn im Mix der Verkehrsträger zur Entlastung der Straßen in Südwestfalen auszuweiten.

Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, hob in seiner Begrüßung zu der Veranstaltung „Dialog.Schiene.Südwestfalen3“ die Bedeutung intermodaler Ansätze für die Mobilität der Zukunft hervor. Welche Rolle übernimmt in diesem Zusammenhang das kürzlich in Betrieb genommene Container Terminal-Südwestfalen in Kreuztal? Wie haben sich die Verbindungen im alpenquerenden Verkehr gerade in Anbetracht der Tiroler LKW-Fahrverbote in der Region etablieren können? Was kann zur Optimierung der Anbindung der deutschen Seehäfen noch getan werden?

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Gemeinschaftsveranstaltung von der KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH, der Hafen Hamburg Marketing e.V., der DB Cargo AG und der IHK Siegen mit der BVL-Regionalgruppe Südwestfalen. Rund 200 Vertreter aus Industrie, Handel, Verkehrswirtschaft sowie Verbänden und Institutionen nutzten die Gelegenheit, sich über die Perspektiven und Herausforderungen im Kombinierten Güterverkehr (KV) der Region Südwestfalen zu informieren und auszutauschen. „Der Kombinierte Verkehr ist ein wichtiger Baustein für einen modernen und sauberen Güterverkehr. Mutige Investitionen wie in den Bau des neuen Container-Terminals in Kreuztal bringen die Verkehrsverlagerung voran und mehr Güter auf die Schiene,“ sagte Verkehrsminister Wüst. Gastgeber und Referenten sprachen sich in ihren Beiträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion einhellig für eine Modernisierung und für den Ausbau einer zuverlässigen Schieneninfrastruktur aus. www.bvl.de/suedwestfalen

Co-Packing in der Lebensmittellogistik bei DB Schenker

Am 29. August durfte die Regionalgruppe Niedersachsen zu Gast bei DB Schenker in Bad Fallingbostel sein. DB Schenker betreibt zwischen Hannover und Hamburg ein hochmodernes Multi-User-Distributionszentrum mit verschiedenen Temperaturzonen für Lebensmittel. Standortleiter Michael Ivchanskiy und Maik Trott, Projektmanager Innovation, boten den Teilnehmern Einblicke in die Lebensmittellogistik einschließlich eines Rundgangs durch das zirka 20.000 Quadratmeter große Lager. Beim Blick in das automatische Hochregallager mit zirka 50.000 Palettenstellplätzen blieb die Gruppe im Trockenbereich. „Hinter der nächsten Tür sieht es genauso aus wie hier, es ist aber kälter“, lächelte der Projektmanager, der seine Besucher nicht frieren lassen wollte. Auch die Kommissionierbereiche mit automatisierter Nachschubversorgung sind jeweils für Kühl- und Trockenwaren ausgelegt.

Eine weitere Besonderheit ist der Co-Packing Bereich. DB Schenker baut in Bad Fallingbostel unter anderem Displays, bringt Sticker mit Zusatzinformationen auf Produkten an, erstellt Sortimentskartons und füllt unverzollte Ware ab. Die Besucher hatten die Möglichkeit das Co-Packing hautnah mitzuerleben und werden vermutlich so manchen Artikel beim nächsten Einkauf mit anderen Augen sehen. „Eine große Herausforderung der nächsten Jahre stellt die Automatisierung dar“, so der Projektmanager. Der manuelle Arbeitsaufwand beim Co-Packing ist sehr hoch und es ist schwierig Personal zu finden. Entsprechend arbeitet der Logistikdienstleister stetig an Prozessoptimierungen und setzt sich mit Möglichkeiten der Automatisierung dieser häufig feinmotorischen Tätigkeiten auseinander.  

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Ralf Zempel, für Supply Chain Projekte im Bereich Antriebsriemen und -komponenten bei Continental verantwortlich, von der BVL für sein langjähriges Engagement als Regionalgruppensprecher geehrt. Herr Zempel organisiert seit über zehn Jahren als Teil des Sprecherteams Veranstaltungen für die Regionalgruppe Niedersachsen und repräsentiert diese. Er erhielt dafür die Ehrennadel. www.bvl.de/niedersachsen

"Ladies in Logistics" besuchen Loxxess

Der Frauenanteil am Standort der Loxxess Pharma in Geretsried ist mit rund 50 Prozent außergewöhnlich hoch – ein Umstand, der auch auf eine besondere Förderung durch die Geschäftsleitung zurückzuführen ist. Insbesondere haben sich flexible Arbeitszeitprogramme als erfolgreich erwiesen, die durch intelligente und individuelle Teilzeitlösungen sowie Desk-Sharing-Konzepte neue Möglichkeiten schaffen. Die Entwicklung hin zu einem höheren Frauenanteil in der Logistik ist kein Selbstläufer, sondern muss top-down gefördert werden.

Zu diesem Schluss kamen die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltungsreihe „Ladies in Logistics“, die Mitte Juli auf Einladung der Regionalgruppen Südbayern und Baden-Württemberg in Geretsried zu Gast waren. Die Loxxess Pharma GmbH bietet dort die Lagerhaltung und Distribution von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und hochwertiger Kosmetik, also von Gütern, die eine besondere Behandlung benötigen.

Der Standort Geretsried mit mehr als 14.000 Palettenstellplätzen sowie Lagertemperaturen von 15 bis 25 beziehungsweise 2 bis 8 Grad Celsius ist dafür perfekt ausgestattet. Helmut Müller-Neymayr, Managing Director, und Dr. Beate Grudzus-Zager, Qualified Person, Managing Manufacturing, Head of Quality Control, führten die Gäste durch das Warehouse. Eine besondere Logistik erfordert außerdem besondere Menschen. Entsprechend lebhaft wurde daher diskutiert, wie hoch der Bedarf an spezialisierten Fachkräften ist, etwa an Apothekerinnen. www.bvl.de/suedbayern

Strom und Wärme aus Müll

Energieeffizienz und CO2-Reduktion sind für Logistiker vor dem Hintergrund des Ziels, möglichst umweltfreundliche Transportlösungen anzubieten, von zunehmender Bedeutung. Ein Grund für die Mitglieder der Regionalgruppe Weser/Ems, sich über moderne Energieerzeugung zu informieren. Am 29. August war die swb AG Gastgeber der Veranstaltung „Die Logistik eines Müllheizkraftwerkes“ und vermittelte Wissenswertes über die Strom- und Fernwärme-Erzeugung im Kraftwerk Bremen Hastedt. Die swb ist in der Region Norddeutschland und den Städten Bremen und Bremerhaven ein Anbieter für Strom, Erdgas, Trinkwasser und Wärme sowie Telekommunikation und betreibt Anlagen im gesamten Stadtgebiet Bremens und nutzt Kohle, Erdgas, Abfall, Wasser, Wind und Sonne für die Energieerzeugung.

Der Kraftwerksstandort in Bremen Hastedt, direkt vor dem Weserwehr, besteht aus zwei Blöcken, die mit Erdgas und Kohle befeuert werden. In hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung produziert die swb damit Strom und Fernwärme für einen Großteil von Bremen. Der Standort betreibt ein sogenanntes Hybridregelkraftwerk (HyRek), welches einen flexiblen Ausgleich von Schwankungen in der Stromerzeugung von Photovoltaik- und Windkraftwerken ermöglicht. Dabei wurde ein Kraftwerksblock, der bereits mit einem Wärmespeicher verbunden ist, zusätzlich mit einem leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batteriespeicher gekoppelt, der bei Bedarf überschüssige Energie aufnimmt oder abgibt. www.bvl.de/weser

Ein Video über die Funktion des Kraftwerkes gibt es hier: Video anschauen >>>

Herausforderung Losgröße 1

Die persönliche Traumküche sieht für jeden anders aus. Unzählige Varianten und Kombinationsmöglichkeiten führen dazu, dass in dieser Branche einzelne Bauteile in Losgröße 1 hergestellt werden. Einblicke in die speziellen Anforderungen in der Produktion gewannen die Teilnehmer der Veranstaltung „Herausforderung in der Intralogistik bei der kundenindividuellen Fertigung von Küchenmöbeln“, zu der die Regionalgruppe Sachsen-Anhalt am 12. September in die Burger Küchenmöbel GmbH geladen hatte. Begrüßt wurden die Teilnehmer von Sebastian Häberer, Sprecher der Regionalgruppe Sachsen-Anhalt, und Martin Schockwitz, technischer Leiter des Burger Unternehmens. Schockwitz stellte den Gästen das Unternehmen mit über 100-jähriger Geschichte vor und führte über das Werksgelände. „Die Varianz muss beherrschbar werden“, erklärte Schockwitz die Zielstellung für die Produktionssteuerung des Unternehmens und formulierte bei der Prozessanpassung den Anspruch einer dynamischen Losgröße, die sich an der Vielfalt der Kundenaufträge orientiert. www.bvl.de/anhalt

Drei Fragen an Henriette Porten, studentische Sprecherin der Regionalgruppe Hamburg

BVL: „Mutig machen“ lautet der Leitgedanke der BVL in diesem Jahr. Was tragen die studentischen Regionalgruppen dazu bei?

Porten: Mutig sein kann man besonders gut in einer Gruppe, die gemeinsame Interessen und Ziele verfolgt. Wir stellen Fragen, wir hinterfragen, wir sind neugierig, wir setzen uns für die Interessen unser Mitglieder ein. Das erfordert Einsatz – aber auch Mut. Die studentischen Regionalgruppen bieten eine Plattform, um gemeinsam Dinge zu bewegen, sich mit eigenen Ideen einzubringen und mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

BVL: Das Image der Logistik ist bekanntermaßen nicht sehr positiv, zudem wird der Wirtschaftsbereich immer noch als Männerdomäne wahrgenommen. Dennoch haben Sie sich für eine Karriere in der Logistik entschieden. Warum?

Porten: Gerade weil das Image nicht sehr positiv ist, ist es wichtig, den Status quo zu verändern und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Ich finde es spannend, Abläufe und Strukturen zu organisieren, zu planen, zu hinterfragen und zu optimieren. Logistik findet immer und überall statt, und eine gute situationsbedingte Planung ist entscheidend, damit alles reibungslos funktioniert.

BVL: Beim Deutschen Logistik-Kongress planen Sie, den Workshop der „Ladies in Logistics“ zu besuchen. Welche Erwartungen haben Sie?

Porten: Nachdem ich den Workshop schon zweimal besucht habe, weiß ich, dass mich erneut ein interessanter und anregender Austausch erwartet und ich wieder wertvolle Kontakte knüpfen kann. Die Begegnung mit den anderen Teilnehmerinnen, die wie ich die Zukunft der Logistik mitgestalten wollen, hat mich jedes Mal begeistert und motiviert. Und es wird wieder Mut machen, sich als Frau aktiv zu positionieren!

LOG.Letter-Website ergänzt Print-Ausgabe

Der LOG.Letter ist ab sofort crossmedial. Das ist eine Konsequenz aus den Ergebnissen einer Leserumfrage, die die Redaktion zu Beginn des Jahres gestartet hatte. Ziel war es, einen Eindruck davon zu gewinnen, welchen Stellenwert der LOG.Letter bei den BVL-Mitgliedern genießt und welche Erwartungen und Verbesserungsvorschläge die Leser haben.

Alle Mitglieder hatten acht Wochen lang die Möglichkeit, 16 Fragen online oder analog zu beantworten. Abgefragt wurde unter anderem, wie häufig und wie umfassend der LOG.Letter gelesen wird und welche inhaltlichen Erwartungen bestehen. Darüber hinaus wollte die Redaktion wissen, ob die Leser den Newsletter lieber gedruckt, also analog, lesen möchten oder digital als PDF oder Website. 204 ausgefüllte Fragebögen haben die Redaktion erreicht. Ergänzend dazu haben die Regionalgruppensprecher beim Regionalgruppen-Management-Meeting im Juni Feedback gegeben.

Mit der vorliegenden Ausgabe mündet die Auswertung der Umfrage nun in einen Relaunch des LOG.Letters. Da sich je rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer einen digitalen bzw. analogen Bezug des Newsletters gewünscht haben, wird die Print-Ausgabe jetzt von einer mobilgerätetauglichen LOG.Letter-Website flankiert, die unter der Adresse www.bvl.de/logletter erreichbar ist. Nach dem Login mit BVL-Mitgliedsnummer und Passwort finden sich dort neben den Artikeln der aktuellen Ausgabe ergänzende Informationen zu den Beiträgen, zusätzliche Bilder sowie Videos und Verweise auf externe Inhalte. Darüber hinaus steht wie gewohnt das PDF der Printausgabe zum Download bereit, ebenso wie das gesamte Archiv. 

Wer den vorliegenden LOG.Letter aufmerksam liest, wird weitere Veränderungen erkennen. Das Layout der Titelseite wurde überarbeitet, die Rubrik „Veranstaltungen“ ist ersetzt durch „Querbeet“. Dort gibt es Raum für Impressionen, kurze Nachrichten, Terminhinweise und mehr. Auch in Zukunft erhalten BVL-Mitglieder zehnmal im Jahr Nachrichten aus der Logistik und der BVL per Post. Die Zahl der LOG.Letter-Ausgaben pro Jahr wird allerdings um drei gesenkt: In den Monaten, in denen das BVL Magazin erscheint, gibt es künftig keinen zusätzliche LOG.Letter mehr.

Die Redaktion bedankt sich herzlich bei allen Umfrageteilnehmern für das Feedback und die konstruktiven Vorschläge. Ein direkter Weg zur Website führt über den QR-Code auf der Titelseite des LOG.Letters. (ka)