BVL Intern

Moderne Lagerlogistik bei Zalando

Am 26. September sahen sich Mitglieder und Gäste der Regionalgruppe Südbaden/Oberrhein die logistischen Prozesse im „größten Kleiderschrank Europas“ an: Unter dem Titel „Onlinehandel im Wandel“ öffnete die Zalando Logistics Süd SE & Co. KG ihre Türen in Lahr, einem von bislang zwölf fertiggestellten beziehungsweise noch im Bau befindlichen Logistikzentren. Mit einer Logistikfläche von 130.000 Quadratmetern zählt Lahr zu den größten Standorten im Logistiknetzwerk von Zalando. Von dort aus werden in erster Linie Deutschland, Südeuropa, Frankreich und die Schweiz beliefert. Wie die Schwesterstandorte Mönchengladbach und Erfurt ist auch Lahr mit modernsten Logistikanlagen ausgestattet, davon konnten sich die Besucher überzeugen. Standortleiterin Christine Cheray und der Leiter Operations, Joachim Walther, führten die Gäste durch die Prozesse der Bereiche Inbound und Outbound. Im Inbound werden die Waren in Empfang genommen, geprüft, vereinnahmt und eingelagert. Im Outbound werden die bestellten Artikel gepickt, sortiert, verpackt und in den Versand gebracht. Die moderne Ausstattung ermöglicht es, Ware chaotisch einzulagern und dadurch Laufwege und Lagerkosten zu minimieren. Sollte ein Artikel in Lahr nicht verfügbar sein, wird er bei einem anderen Standort angefragt und die Bestellung anschließend in Lahr zusammengeführt, damit der Kunde nur ein Paket erhält. 

Innovationen erkennen und beherrschen

Am 10. Oktober waren 50 Teilnehmer des Netzwerks Young Professionals der Regionalgruppe Südbayern zu Gast bei der Party Rent München Cudok & Viße GmbH. Geschäftsführer Tobias Viße stellte den Gästen sein Unternehmen vor. Für den Austausch zum Thema „Dem Neuen (s)einen Weg ebnen – wie Gewinner im Innovationswettbewerb aussehen“ hatte das Netzwerk Prof. Stephan Friedrich von den Eichen, Co-Autor des Management-Bestsellers „The Innovator’s Dilemma“ und Dr. Thomas Mack, beide vom Innovative Management Partner IMP, als namhafte europäische Innovationsexperten gewinnen können. Sie klärten über Arten von Innovationen, über Methoden zu deren Umsetzung und über den aktuellen Stand der Forschung zu Innovation und Gründung auf. Die Teilnehmer diskutierten dabei die Frage, ob und wie Innovation gelingen kann. Anhand anschaulicher Beispiele von erfolgreichen und gescheiterten Unternehmen und Geschäftsmodellen erarbeiteten sie Methoden und vor allem kulturelle Voraussetzungen, die Erfolg begünstigen. Innovation vollzieht sich schleichend, also evolutionär – oder disruptiv. Beide Arten erfordern unterschiedliche Strategien und haben verschiedene Konsequenzen. Es ist daher wichtig für Unternehmen, diese Varianten zu erkennen. Die häufigsten Gründe dafür, dass Unternehmen an Disruption scheitern, seien die Dysfunktionalität des eigenen Innovationssystems, das Denken in Ideen statt in Umsetzung sowie mangelnde Autonomie für Innovationsprojekte.

Erfolgreiche Kooperation

Lange geplant und jetzt umgesetzt: Unter dem Motto „Salzburg hebt ab!“ luden die Regionalgruppe Südbayern und die BVL Österreich zu ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung ein. Knapp 50 Logistikexperten aus dem Bereich Luftfracht erörterten am 1. Oktober am Flughafen Salzburg künftige Herausforderungen und informierten sich durch Vorträge, während einer Besichtigung der Gepäckförderanlage und bei einer Fahrt über das Rollfeld über die Logistik des Flughafens. Logistisch steht der Flughafen vor allem im Winter vor einer Herausforderung: An einigen Wochenenden erreichen die Passagierzahlen das Zehnfache des Regelbetriebs. Punktgenau müssen eine perfekte Logistik abgewickelt und eine erweiterte Infrastruktur bereitgestellt werden. Das gipfelt am Flughafen Salzburg in einem eigenen Terminal mit inkludiertem Ski-Check-in.

Drei Fragen an Christian Berner, Mentor im BVL-Mentorenprogramm

BVL: Sie engagieren sich im BVL-Mentorenprogramm. Was hat Sie dazu bewogen

Berner: Es ist eine Freude, wenn die eigenen Erfahrungen für junge Leute Nutzen stiften können. In der Vergangenheit saß ich als Mitarbeiter und als Chef am Tisch und kann daher viele Dinge nachvollziehen. Die jungen Leute müssen sich erst noch zurechtfinden in ihrem Job, im Unternehmen und dessen Hierarchien. Da hilft es häufig, einen erfahrenen Sparringspartner
zu haben, der ein ehrliches Feedback gibt und gleichzeitig Mut macht!

BVL: Welche Themen sind es, die den jungen Logistikern derzeit unter den Nägeln brennen?
Berner: Viele Fragen beziehen sich auf die persönliche Entwicklung, die eigene Positionierung und Perspektive. Neben operativen Fragen geht es auch um innovative Projekte, die in den Unternehmen angestoßen werden: Digitalisierung,
Plattformökonomie, neue Mobilitätskonzepte, Klimaeffizienz, künstliche Intelligenz und vieles mehr. Hier bieten sich tolle
Chancen für die Young Professionals, sich einzubringen und an der Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens mitzuwirken.

BVL: Was ist Ihr Fazit zum Deutschen Logistik-Kongress? Hat die Veranstaltung Mut gemacht?
Berner: Der Kongress hat den Anspruch, Themen der Zukunft aufzugreifen, über Entwicklungen zu informieren, Beispiele aus Wissenschaft und Praxis zu zeigen und eine Plattform für Diskussionen zu bieten. Prof. Michael ten Hompel bemerkte: „Durch die Digitalisierung von allem und durch die künstliche Intelligenz in allem wird sich alles für alle ändern.“ Diese einschneidenden Veränderungen führen zu Verunsicherung. Der Kongress kann Orientierung geben, mehr Klarheit und Sicherheit schaffen und Mut machen. Insofern war das Motto genau auf den Punkt!

IT und Personal im Fokus beim Logistikforum

Zur 15. Ausgabe des Logistikforums Mönchengladbach konnten die Veranstalter Log4MG, Logistik-Initiative Mönchengladbach und Regionalgruppe Ruhr am 26. September knapp 200 Teilnehmer im VIP-Bereich des Fußballstadions Mönchengladbach begrüßen. 20 Firmen und Institutionen aus der Region präsentierten sich in der begleitenden Fachausstellung. In Vorträgen und Diskussionen standen in diesem Jahr zwei Themen im Mittelpunkt: Cyber-Security und Personalmanagement. Jens Meier, CEO Hamburg Port Security, berichtete über stetig wachsende Cyberrisiken. Das größte Risiko stellt demnach weiterhin Unachtsamkeit dar. Daher ist ein kontinuierliches Training der Mitarbeiter eine wesentliche Grundlage zum Schutz vor Angriffen. Tom Köhler, Geschäftsführer von Connecting Trust, mahnte an, dass Unternehmen ihre Cyber Resilience, also die Widerstandskraft ihrer IT-Landschaft, erhöhen müssen. Der Titel seines Vortrags lautete „Wenn die Lösung das Problem ist! – Digitalisierung und Cyber-Risiko Resilienz. Köhler zufolge müssen Unternehmer neben dem Ausschöpfen aller technischen Möglichkeiten und Trainingsmaßnahmen ein Krisenmanagement einrichten, um im Falles eines Angriffes schnell reagieren zu können. Die Vortragsreihe zum Themenschwerpunkt Cyber-Security wurde von Prof. René Treibert und Kai-Klaus Sluiters vom Clavis Kompetenzzentrum für Informationssicherheit an der Hochschule Niederrhein abgeschlossen, die vor dem Hintergrund des IT-Sicherheitsgesetzes einen kritischen Blick auf logistische Infrastrukturen warfen.

Der Nachmittag gehörte dann dem Thema Personalmanagement. Lydia Brüssow vom IT-Dienstleister Timocom beschrieb den Aufbau einer sichtbaren und attraktiven Arbeitgebermarke zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern für und an das Unternehmen. „Das Unternehmen bewirbt sich bei den Arbeitskräften und nicht umgekehrt“, so Brüssow. Stefan Wimmer, HR & Change Management Consultant, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem Einfluss der Digitalisierung speziell auf den Faktor Personal. Sein Fazit: Das Personalwesen muss als Speerspitze des Unternehmens sicherstellen, dass die quantitativen und qualitativen Anforderungen von den Mitarbeitern erfüllt werden, aus der Verwaltungsecke heraustreten und aktiv an der Zukunftssicherung und Entwicklung der Unternehmen mitwirken. Zum Abschluss stellte General Manager Ernst Schäfer das neue Logistikzentrum von Amazon in Mönchengladbach vor. Hier wurden innerhalb weniger Wochen über 1.000 Mitarbeiter eingestellt.