BVL Intern

Mitgliederversammlung – in diesem Jahr online

Eigentlich sollte sie ein persönliches Zusammentreffen im Rahmen der Hannover-Messe werden – die 42. Ordentliche Mitgliederversammlung der BVL. Aber es kam anders. Seit Ende Februar stellt Corona auch das BVL-Vereinsleben auf den Kopf. Die Mitgliederversammlung musste jedoch aus rechtlichen Gründen zwingend in der ersten Jahreshälfte stattfinden. Zum Glück sind Logistiker es gewohnt, sich spontan auf neue Gegebenheiten einzustellen. So wurde mit tatkräftiger Unterstützung von BVL.digital aus der Mitgliederversammlung mit persönlicher Anwesenheit eine Mitgliederversammlung mit begleitendem Webinar. Neun BVL-Mitglieder waren in den Räumlichkeiten des BVL Campus körperlich anwesend, allesamt Mitarbeiter der BVL-Geschäftsstelle, die die Mitgliederversammlung und das Webinar durchführten. 270 Mitglieder verfolgten die Versammlung im Internet, konnten per Chat Fragen stellen oder sich per Handzeichen zu Wort melden. Da weder das Vereinsrecht noch die Satzung der BVL Online-Abstimmungen der Mitgliederversammlung zulassen, hatten rund 140 Mitglieder ihr Stimmrecht vorab auf Katja Wiedemann, Leiterin Mitgliederservice, übertragen. Der neue Vorstandsvorsitzende Prof. Thomas Wimmer führte gemeinsam mit Geschäftsführer Uwe Peters durch das Webinar, gab einen Rückblick auf das Jahr 2019 und wagte auch einen Blick nach vorn auf das Jahr 2020. Besonders hob er die Arbeit in den Regionalgruppen der BVL hervor, die im vergangenen Jahr wieder ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm zusammengestellt hatten. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt waren die Wahlen in den Vorstand. Katja Windt, Mitglied der Geschäftsführung bei der SMS Group GmbH in Düsseldorf, wurde nach Ende ihrer Amtsperiode wiedergewählt. Darüber hinaus verjüngt sich der Vorstand mit der Wahl von sechs neuen Mitgliedern, davon drei weitere Frauen: Eva Combach, Director, Worldwide Transportation Cars, Trucks, Vans & Buses, Daimler AG; Marcus Dirks, Geschäftsführer, Dirks Group GmbH & Co. KG; Dr. Sigrid Nikutta, Vorsitzende des Vorstands, DB Cargo AG, und Vorstand Güterverkehr, Deutsche Bahn AG; Kay Schiebur, Konzern-Vorstand Services, Otto Group; Christina Thurner, Gesellschafterin und Mitglied der Geschäftsleitung, Loxxess AG; sowie Marcus Wollens, Vice President Logistics and Controlling, BMW AG. Sie alle hatten eigens persönliche Videos aufgenommen, um sich in der Mitgliederversammlung vorzustellen. Alle Kandidaten wurden bei eigener Enthaltung einstimmig gewählt. Die Mitglieder zeigten sich zufrieden damit, wie die BVL diese Herausforderung gemeistert hatte. Das unterstrich auch der Ehrenvorsitzende Prof. Peer Witten, der sich aus Hamburg dazuschaltete: „Vielen Dank an alle Beteiligten für diese tolle erste digitale Mitgliederversammlung!“

Wer nicht live dabei sein konnte, kann hier noch einmal reinhören.

Wurden nach drei Amtszeitung satzungsgemäß aus dem Vorstand verabschiedet: Frank Wiemer, Karl A. May und Joachim Limberg (v.l.)

Wurden nach drei Amtszeitung satzungsgemäß aus dem Vorstand verabschiedet: Frank Wiemer, Karl A. May und Joachim Limberg (v.l.)

Dank und Anerkennung für langes Engagement

Nach drei Amtsperioden ist Schluss, so sieht es die Satzung der BVL vor. Daher wurden bei der Mitgliederversammlung am 20. April, die alle Mitglieder online verfolgen konnten, drei Vorstandsmitglieder mit großem Dank und Anerkennung für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement und ihren Einfluss auf die Entwicklung des Vereins verabschiedet: Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Joachim Limberg von der NLMK Group sowie Frank Wiemer von der Dirks Group erhalten für ihre Verdienste die Ehrennadel der BVL. Karl A. May von der BMW Group erhält die Ehrennadel in Gold. Der Vorstandsvorsitzende der BVL, Prof. Thomas Wimmer, dankte den dreien mit einer kurzen persönlichen Ansprache und betonte ihre Verdienste um die BVL. Der ehemalige BVL-Vorstandsvorsitzende Robert Blackburn von Stanley Black & Decker, der sein Amt seit 2018 innehatte, stellte sich aus beruflichen Gründen nicht wieder zur Wahl. Auch Blackburn wird mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet, darüber hinaus bekommt er die lebenslange Ehrenmitgliedschaft in der BVL. Ihre Auszeichnungen sollen die ehemaligen Mitglieder des Vorstands so bald wie möglich persönlich überreicht bekommen, spätestens auf dem Deutschen Logistik-Kongress, der vom 21. bis zum 23. Oktober in Berlin stattfindet. Apropos: Die Mitglieder der Konzeptgruppe haben gemeinsam mit den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle ein interessantes Programm zusammengestellt, und viele namhafte Referenten haben bereits zugesagt. Der Vorschau-Flyer wurde den Mitgliedern gemeinsam mit dem BVL Magazin Ende März zugeschickt.

Supply Chain Management in Zeiten einer Pandemie

Der Veranstaltungskalender war zu Beginn des Jahres mit Angeboten der Regionalgruppen gut gefüllt. Dann wurde Deutschland vom Corona-Virus eingeholt. Bald war klar: Die Veranstaltungen können nicht wie geplant stattfinden. Aber Logistiker wären nicht Logistiker, würden sie sich nicht spontan auf neue Gegebenheiten einstellen und Lösungen finden. So standen schnell die ersten digitalen Veranstaltungen im Kalender. Den Anfang machte das Netzwerk Young Professionals mit einem virtuellen Meeting zum Thema „SC-Planung von heute ist Schnee von morgen! Oder vielleicht doch nicht?“, organisiert von Franziska Grafe. Der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Aflexio, Martin Pesch, widmete sich in seinem Vortrag dem Thema Supply Chain Management in Zeiten von Corona. „Die Radikalität, mit der die Krise die Unternehmen, die Supply Chains und damit das Supply Chain Management trifft, ist mit den Wirtschaftskrisen der Vergangenheit in vielerlei Hinsicht überhaupt nicht vergleichbar“, so Pesch. Neue Erfahrungen müssten als Referenz gesammelt werden. Vorbereitung sei im Moment die bessere Planung. Es gelte, Transparenz zu schaffen, Szenarien zu entwickeln und zu bewerten. Er gehe davon aus, dass sich Lieferketten als Lehre aus der Krise konsolidieren werden und dass das Gewicht der taktischen gegenüber der operativen Planung zunehmen werde, sagte Pesch auf die Frage eines der knapp 100 Teilnehmer nach den Folgen der Corona-Krise für das Supply Chain Management. 

Franziska Grafe berichtet über die Veranstaltung auch auf dem BVL-Blog.

Zeit für Innovationen

„Jetzt ist die Zeit, neue Sachen zu denken, sich an das nächste Level heranzutrauen“, sagte Johannes Berg, Managing Director des Digital Hub Logistics Hamburg, im Webinar „Was Kühlschränke und Kaffee mit der Logistik von morgen zu tun haben“ der studentischen Regionalgruppe Niedersachsen. Berg nahm seine Zuhörer mit auf eine „innovative Gedankenreise“: Anhand der Beispiele Kaffee und Kühlschrank erläuterte er den Weg zur Innovation. Durch die jetzige Krise werde sich einiges verändern. Darum der Aufruf an die Studierenden: „Seid mutig!“ Prof. Christoph von Viebahn, Sprecher der Regionalgruppe Niedersachsen, ergänzte, durch die Krise sei vieles sichtbar geworden, zum Beispiel, dass Logistik Fläche brauche.

Management-Meeting wird zum Town-Hall-Meeting

Einmal im Jahr kommen die Regionalgruppensprecher der BVL zusammen, um sich über ihre ehrenamtliche Arbeit auszutauschen. In diesem Jahr wurde das analoge Regionalgruppen-Management Meeting in ein virtuelles „Regionalgruppen-Town-Hall-Meeting“ umgewandelt, moderiert von Katja Wiedemann, Leiterin Mitgliederservice. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Prof. Thomas Wimmer sprach Dr. Torsten Mallée aus dem Vorstand. Er vermittelte seine persönliche Sicht auf die aktuelle Lage und gab zu, dass der Optimismus so langsam vom Realismus abgelöst werde. Da es keine historischen Beispiele für die aktuelle Krise gebe, seien auch verschiedenste Folgekrisen denkbar. Vorstandsmitglied Josip T. Tomasevic war live aus Atlanta zugeschaltet und gab Einblicke in die Situation dort. Er betonte, dass gerade jetzt der Austausch untereinander wichtig sei. Aus den Regionalgruppen meldeten sich die Sprecher Dr. Michael Mehldau, Thomas Henkel, Volker Klassen und Prof. Christoph von Viebahn mit jeweils einem kurzen Abriss zur Lage in ihrer Region. Von Viebahn berichtete von seinen Erfahrungen aus der ersten digitalen Veranstaltung seiner Regionalgruppe und bestärkte die anderen Sprecher, es auch zu versuchen. Ein großes Lob richtete er an die Mitarbeiter von BVL.digital, die die Veranstaltung technisch erst möglich gemacht hatten. Nikolai Posanok sicherte allen Regionalgruppensprechern diese Unterstützung zu. Abschließend gab Christoph Meyer, Leiter Forschung und Veranstaltungen, einen Überblick über den aktuellen Stand des Deutschen Logistik-Kongresses 2020, der dann wieder eine Möglichkeit für ein persönliches Treffen liefert.

Nachhaltig gestalten – auch den Arbeitsweg

Da Nachhaltigkeit im Alltag jedes Einzelnen beginnt, hat die BVL die Logistik-Community zu ihren Arbeitswegen befragt: Welche Strecken werden mit welchen Verkehrsmitteln zurückgelegt und warum? An der anonymen Befragung nahmen 125 Personen teil – darunter Mitglieder der BVL sowie der logistikinteressierten Online-Community und das Team der BVL in Bremen mit 51 Personen. Die Befragten legen zusammen jeden Tag Arbeitswege von 1.131 Kilometern zurück (einfache Strecke). Davon bewältigen sie den Großteil (499 km) mit dem ÖPNV, es folgen das Auto (426 km), das Fahrrad (198 km), das Motorrad (7 km) und schließlich „Schusters Rappen“ (immerhin 30 km). Unter den Radfahrern befindet sich nur eine Person mit einem E-Bike. Während die BVL-Mitarbeiter rund 50 Prozent mehr Kilometer mit dem Auto zurücklegen als mit dem ÖPNV, ist es bei den weiteren Befragten umgekehrt: Bei ihnen übersteigt die Zahl der mit dem ÖPNV zurückgelegten Kilometer die Länge der Strecken per Pkw um rund 70 Prozent. Insgesamt nutzen mit 38 Prozent weniger als die Hälfte der Befragten den Pkw, die anderen greifen auf klimafreundliche Verkehrsmittel wie den ÖPNV und das Fahrrad zurück oder gehen zu Fuß. Die 51 Mitarbeiter der BVL heben diesen Anteil: Von ihnen nutzen sogar 60 Prozent klimafreundliche Verkehrsmittel. Das liegt möglicherweise an der zentralen Lage der Geschäftsstelle in der Bremer Innenstadt. Die kürzeste Strecke, die mit dem Rad zurückgelegt wird, beläuft sich auf zwei, die längste auf 28 Kilometer mit dem E-Bike bzw. 14 Kilometer mit dem Fahrrad. Der längste Fußweg zählt vier Kilometer. Die kürzeste Autofahrt überbrückt ebenfalls vier Kilometer, die längste 90 Kilometer. Die Ergebnisse zeigen, dass es noch viel Potenzial für den ÖPNV gibt: Nur fünf Befragte sagten, dass ihnen dieser zu unbequem sei. Dagegen wäre die deutliche Mehrheit zu einem Umstieg bereit, wenn die Anbindung und die Frequenz ausgebaut würden, die Preise gesenkt und/oder die Pünktlichkeit verbessert würde. Im Jahresverlauf wird die BVL monatlich weitere Umfragen durchführen, im April ging es um Nachhaltigkeit im Büro. Ziel ist es, ein Bild davon zu bekommen, wie der Status quo nachhaltigen Verhaltens im Berufsalltag der Logistik-Community ist, und zwar in allen drei Dimensionen: Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Hier geht es zu den Umfrageergebnissen.

Tag der Logistik ins Netz verlegt

In der Corona-Krise wird sichtbar, was seit 13 Jahren die Botschaft des Tags der Logistik ist: Logistik und Supply Chain Management sind systemrelevant und sichern die Versorgung unserer Gesellschaft. Während sonst in ganz Deutschland und vielen anderen Ländern Unternehmen die Türen ihrer Betriebe geöffnet haben, um der breiten Öffentlichkeit einen Einblick zu gewähren, wurde der Aktionstag dieses Jahr vollständig ins Netz verlegt. 75 virtuelle Veranstaltungen waren im Angebot, außerdem gab es Videos, Storys und Hashtag-Kampagnen in den sozialen Netzwerken. Über alle Social-Media-Plattformen erreichte der Hashtag #tagderlogistik am 16. April rund 800.000 Menschen. Allein die Tweets des Accounts @tagderlogistik wurden in den Timelines von 5.000 Menschen angezeigt. Die Interaktionsquote lag bei 3,7 Prozent. Immer wieder tauchte der Hashtag #tagderlogistik in den Twitter-Trends für Deutschland auf. Bei den meisten Events wurde auch das veränderte Image, der neue, positive Blick der Öffentlichkeit auf die Logistik, deutlich. In einem Video-Podcast von Amazon mit vier Paketzustellern der letzten Meile sagte einer der Teilnehmer: „Man fühlt sich auch besser. Ich komme nun nach Hause und habe das Gefühl, etwas Wichtiges getan zu haben.“ Weitere Highlights waren Facebook- bzw. Instagram-Storys von Auszubildenden der BLG Logistics und F. W. Neukirch. Virtuelle Rundgänge beim FIR an der RWTH Aachen und durch das „Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik“ in Dortmund zeigten Beispiele aus der Logistikforschung. „Wir freuen uns, dass viele Unternehmen und Institute diesen neuen, digitalen Weg mutig mitgegangen sind und ihr Angebot so kurzfristig auf virtuelle Veranstaltungsformen umgestellt haben. So konnten wir gemeinsam auch in diesem Jahr der Logistik und dem Supply Chain Management ihre verdiente Bühne geben, trotz Corona. Dafür danken wir ganz herzlich allen, die mitgemacht haben“, sagte Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender des Vorstands der BVL. Tatsächlich war es für viele engagierte Unternehmen und Organisationen eine Premiere: Sie nutzten die Gelegenheit, erstmalig mit Formaten wie einem Webinar, einer Videokonferenz oder einer Facebook-Watch-Party mit der breiten Öffentlichkeit zu interagieren. Für den nächsten Tag der Logistik wünscht sich die BVL eine Mischung aus realen Unternehmensbesuchen und virtuellen Angeboten. Termin dafür ist der 15. April 2021.

Hier gibt es Videos von den virtuellen Veranstaltungen zum Tag der Logistik.

Zur Twitter-Wall zum Tag der Logistik

Die Instagram-Posts zum Tag der Logistik