BVL Intern

Spielfeld Logistik bei Ravensburger

„Mir reicht's, ich geh spielen – der Wandel in der Ravensburger Logistik“: Unter diesem Titel informierten sich Mitglieder und Gäste der Regionalgruppe Allgäu/Bodensee bei der Ravensburger Verlag GmbH. Die Digitalisierung macht auch vor dem Spielwarenmarkt nicht halt: Dr. Thomas Redemann, Group Managing Director Supply Chain bei Ravensburger, stellte die Veränderungen auf dem Spielwarenmarkt und die daraus resultierende Neuausrichtung der Ravensburger-Unternehmensgruppe vor. Die sich auf das Weihnachtsgeschäft zuspitzende Nachfrage führt in dieser wichtigen Zeit des Jahres zu Kapazitätsengpässen. Zudem steigt die Bedeutung des B2C-Business, was enorme Anforderungen an die Flexibilität der Supply Chain stellt. Die Antworten von Ravensburger auf diese Herausforderungen lauten: Produktsicherheit und Qualität, Technologieführerschaft, Operational Excellence sowie Weiterentwicklung der Organisation und Transparenz. Knuth Westecker, stellvertretender Regionalgruppensprecher und Director Logistics EAE, präsentierte den Gästen das komplexe Liefernetzwerk der Ravensburger-Gruppe. Der Standort Ravensburg ist das Rückgrat des Logistiknetzwerks. Zusätzlich wird im Mai ein Auslieferstandort in Tschechien eröffnet.

Motivation im Lager

Qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und bestehendes Personal motivieren und entwickeln – diese Themen standen im Fokus des Treffens der Regionalgruppe Franken Mitte Februar bei Still in Fürth, wo 2019 das zweite Ausbildungszentrum des Unternehmens eröffnet wurde. Nicole Lubecki-Weschke von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS präsentierte Ergebnisse der Studie „Motivation im Lager“ in Zusammenarbeit mit der FAU Erlangen-Nürnberg und der Hochschule Augsburg: Wird die psychische Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter verbessert, steigert das die Leistungsfähigkeit eines Logistiklagers erheblich. Im Zuge der Studie wurden ein Methoden-Baukasten und ein Handlungsleitfaden entwickelt, um Logistikern zu helfen, nicht-monetäre, motivierende Maßnahmen im Betrieb umzusetzen. Die Gäste besichtigten auch das Service-Center und testeten das autonom fahrende Still-Kommissioniersystem „iGo neo“.

 

"Wer bin ich?" schlägt "Was muss ich tun?"

Mit „Führung und Persönlichkeit in Zeiten des digitalen Wandels“ beschäftigten sich rund 50 Teilnehmer der Jahresauftaktveranstaltung des Netzwerks Young Professionals Mitte Januar in München. Sprecher Jan-Ferdinand Lühmann und Immobilienberater Daniel Siegl begrüßten die Teilnehmer, Gastgeber war Jones Lang LaSalle (JLL). Als Experten für den Austausch hatten die Young Professionals Prof. Michael Bordt gewinnen können, Vorstand des Instituts für Philosophie und Leadership (IPL) und Professor für Philosophische Anthropologie, Ästhetik und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München. Er erklärte am Beispiel von Google, welche Rolle Meditation und Achtsamkeit in der Wirtschaft spielen. Bordt zeigte, dass es weniger um die Fragen „Was muss ich tun?“ oder „Wie tue ich etwas?“ gehe, sondern vielmehr um die Frage „Wer bin ich?“. Denn nur wer sich selbst kenne, könne für andere eine Leitfigur sein. Bei einer 10-minütigen Meditationsübung stellten die Teilnehmer fest, wie schwer es schon für eine so kurze Zeitspanne ist, den Fokus zu behalten – die größte Herausforderung der Digitalisierung ist die Ablenkung. Als Hilfestellung gab Bordt den Gästen fünf Prioritäten für den Alltag an die Hand: 1. genügend Schlaf, 2. Gesundheit, 3. Meditation, 4. soziale Beziehungen und 5. Arbeit. Im Rahmen der Veranstaltung übergab Jan-Ferdinand Lühmann sein Sprecheramt offiziell an Leif-Hermann Lühmann (siehe rechts).

Start-up-Autobahn

„Achtung! Nicht stören, ich mache gerade Karriere“ – der Slogan aus der BVL-Studierendenkampagne hat die Veranstaltung der studentischen Regionalgruppe Baden-Württemberg geprägt, die auf dem 7. „Startup Autobahn Expo-Day“ Mitte Februar in Stuttgart stattfand. Das Accelerator-Programm „Startup Autobahn“ bringt seit 2016 Start-ups mit Partnerunternehmen zusammen, rund 30 Partner sind heute dabei. Auf dem Expo-Day werden die Ergebnisse des Kooperationsprogramms vorgestellt. 27 internationale Start-ups waren mit Messeständen vertreten. Im Gespräch mit den Gründern erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Selbstständigkeit. Der Leitgedanke „Mobilität, Produktion und Nachhaltigkeit“ und das allgegenwärtige Thema der neuen, disruptiven Technologien wurden zudem in Vorträgen und Diskussionen aufgegriffen.

Drei Fragen an Leif-Hermann Lühmann, Sprecher im Netzwerk Young Professionals

BVL: Sie sind neuer Sprecher im Netzwerk Young Professionals. Was hat Sie motiviert, ein Ehrenamt zu übernehmen?

Lühmann: Wir haben in Südbayern eine super Logistik-Community, und es macht mir Spaß, mich hierfür einzusetzen. Ich war bereits während meines Bachelor-Studiums studentischer Sprecher der Regionalgruppe Rhein und habe als studentische Hilfskraft beim Deutschen Logistik-Kongress unterstützt. Als Sprecher kann ich eigene Akzente bei den Events setzen und so zu spannender Wissensvermittlung und zum Networking beitragen.

BVL: Was sind derzeit die Themen, die den Young Professionals unter den Nägeln brennen? Was wollen Sie bewegen?

Lühmann: Generell natürlich Themen rund um Fach- und Führungsaufgaben. Mit unserer Jahresauftaktveranstaltung haben wir genau dieses Thema aufgegriffen: Wir haben mit einem Philosophie-Professor zu Führung und Persönlichkeit und über die Rolle von Meditation und Mindfulness für Führungskräfte diskutiert. Der Austausch mit Gleichgesinnten, insbesondere über Innovationen und Trends in der Logistik, spielt eine wichtige Rolle. Wir sind ganz bewusst auch bei Start-ups anderer Branchen zu Gast, um von diesen zu lernen.

BVL: Ihr Start-up Frachtklub hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Digitalisierung bei Logistikern voranzutreiben. Es gibt viel zu tun, oder?

Lühmann: Ja, denn viele Logistiker verkaufen ihre Dienstleistungen immer noch wie vor 20 Jahren – per E-Mail, Telefon und Fax. Das ist zeitaufwendig, fehleranfällig und nicht mehr zeitgemäß. Einfach auf die Website zu gehen und ein Transportangebot zu berechnen, das ist heute nicht möglich. Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, und wir unterstützen Logistiker dabei, diese zu nutzen.

Lösungen für die Logistik der Zukunft

Dem Paketboten von unterwegs aus die Haustür öffnen, Verkehrsprobleme im virtuellen Stadtnachbau lösen oder Waren in einer unterirdischen Röhre durch die Stadt schicken – geht das? „Wir sollten die Einschränkungen der Gegenwart nicht mit in die Zukunft nehmen“, so Dr. Robert Fischer von der Cassini AG. Bei der Veranstaltung „Smart-City-Logistik“ der Regionalgruppe Rhein an der ISM Köln vermittelte er den rund 60 Teilnehmern mit weiteren Experten aus Politik und Wirtschaft eine Vorstellung davon, wie die Zukunft aussehen könnte. Das hohe Verkehrsaufkommen, der Onlinehandel und der gleichzeitige Wunsch nach Umweltschutz stellen Kommunen und Unternehmen vor Herausforderungen. „Wir Menschen lieben es, spontan Bedürfnisse zu befriedigen und mit ein paar Klicks Produkte zu kaufen“, sagte Dr. Clemens Beckmann von der Deutsche Post DHL Group. „Aber wir müssen uns auch fragen: Was passiert dann?“ Als Head of Smart Cities & Last Mile Solutions stellte er Lösungen vor – von der Routenoptimierung bis zum Zustellroboter. Eine Idee für die vorletzte Meile stellte Christian Kühnhold von Smart City Loop vor: Auf einem unterirdischen, vollautomatischen Transportweg würden Waren in innerstädtische Transportzentren geschickt, von denen aus nur noch kurze Wege zurückgelegt werden müssten. Wie man politische Rahmenbedingungen für die digitale Weiterentwicklung der Städte schaffen kann, erklärte derweil Karl-Uwe Bütof aus dem NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Reger Austausch und Ausblick aufs Jahr

Ehrenamtliche Sprecher der BVL Regionalgruppen und Freunde der BVL nutzten in diesem Jahr wieder den Vortag des Forums Automobillogistik und kamen am 4. Februar zu ihrem jährlichen Regionalgruppen-Meeting in Leipzig zusammen. Der hohe Stellenwert des Treffens war auch an den Reisewegen einzelner Beteiligter zu erkennen: BVL-Vorstandsmitglied Josip T. Tomasevic von der Agco Corporation in Duluth, USA, begrüßte mit Katja Wiedemann, Leiterin BVL-Mitgliederservice, die Teilnehmer und berichtete aus der Vorstandsarbeit. Auf der Tagesordnung stand außerdem die Vorstellung neuer Regionalgruppen- und studentischer Sprecher sowie der Vertreter der Young Professionals und der Chairpersons. Diskutiert wurden neue Richtlinien für das Netzwerk Young Professionals und Maßnahmen zur Gewinnung neuer junger Mitglieder. Gemeinsam ließen die Teilnehmer das vergangene Jahr Revue passieren und besprachen die Planungen für 2020. Einige Termine stehen für dieses Jahr schon fest im Kalender: Am 27. und 28. März kommen die neuen studentischen Sprecher zum Junior-Kapitänstag in die BVL-Geschäftsstelle. Die Ausrichtung des Regionalgruppen-Management-Meetings hat in diesem Jahr die Regionalgruppe Franken übernommen und lädt am 11. und 12. Juni nach Nürnberg ein. Im September sind die neuen Regionalgruppensprecher in Bremen zu Gast. Über das Jahr verteilt bieten die Regionalgruppen wie immer spannende Veranstaltungen an. Ein Blick in den Veranstaltungskalender auf der BVL-Website lohnt sich immer!