BVL Intern

Übersicht

 

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine bei Hermes in Ohrdruf 

 

Thüringen Zur ersten Werksführung seit Beginn der Corona-Krise luden die Sprecher der Regionalgruppe Thürigen Jonas Lepper (rechts im Bild) und Jörg Reichenbach (links im Bild) fünf Studenten ins Hermes Logistikzentrum Ohrdruf. Vier Wirtschaftsstudenten aus Erfurt und ein Computer Science Student aus Ilmenau – alle bisher noch nicht in der Logistik tätig – blickten hinter die Kulissen des Warehouse der Hermes Fulfilment. In der etwa 400 Meter langen und 200 Metern breiten Werkshalle lagern überwiegend in Hochregalen diverse Artikel von Online-Großhändlern. Die Vielfalt reicht von iPhones über Teppiche bis zu Fernsehern. 

Das Logistikzentrum lebt das Beispiel von optimaler Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Ein Fuhrpark aus 42 fahrerlosen Transportsystemen (FTS) sorgt für einen koordinierten und reibungslosen Ablauf. Sie unterstützen die Mitarbeiter beim Zusammenstellen von Sendungen mit mehreren Artikeln. Die mit der Anschaffung der FTS eingeleitete Automatisierung führte im Logistikzentrum zu einer starken Steigerung der Effizienz. Es gibt heute kaum Leerfahrten und die Kapazitäten konnten weiter ausgebaut werden. Mit einem Mitarbeiterstand von rund 200 wurden FTS eingeführt. Jetzt beschäftigt Hermes Fulfilment rund 400 Mitarbeiter. Nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch die zwischenmenschliche Kultur hat sich modernisiert. Unter der Überschrift „Respekt“, wobei jeder Buchstabe für einen gelebten Wert steht – z. B. P für Persönlichkeitsentwicklung –, ist mehr menschliche Nähe, inklusive einer Duz-Kultur, in den Arbeitsalltag eingezogen. In einigen Abteilungen war während der Führung Musik am Arbeitsplatz zu hören. Die Führungs-Teilnehmer wurden von jedem vorbeikommenden Mitarbeiter freundlich gegrüßt. Ein gelungener Auftakt für hoffentlich viele kommende Präsenzveranstaltungen in den Regionalgruppen. (bvl)

Kleinteilelager mit Robotern

Ostbayern „Autostore-Lösungen - Kleine Roboter erobern die Welt der Kommissionierung!“ war das Thema der 100. Veranstaltung der Regionalgruppe Ostbayern, die am 15. Juni 2021 online durchgeführt wurde. Stefan Kellberger, Sprecher der Regionalgruppe, begrüßte die rund 40 Gäste zu dieser Jubiläumsveranstaltung und führte in das Thema ein. AutoStore ist ein automatisiertes Lagersystem für Kleinteile, bei dem kleine Roboter die Ein- und Auslagerung übernehmen. Weltweit wurden bisher mehr als 500 Systeme realisiert, damit zählt AutoStore zu den beliebtesten Lagersystemen. Allerdings ist es nicht für jeden Anwendungsfall geeignet, zum Beispiel dürfen die Abmessungen des gelagerten Guts bestimmte Maße nicht überschreiten. Prof. Stefan Galka von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg stellte dazu die Ergebnisse der Studie „AutoStore – Was Nutzer über das System berichten“ vor. Die Studie ist das Ergebnis einer Online-Umfrage, die im Rahmen der Abschlussarbeit von Lukas Troesch, Student im Masterstudiengang Industrial Engineering an der OTH, durchgeführt wurde.  
Im Rahmen der Veranstaltung verabschiedete Katja Wiedemann von der BVL-Geschäftsstelle den langjährigen Sprecher der Regionalgruppe Andreas Oy, Vice President Market Sektor bei SSI Schäfer, aus seinem Amt und holte die Ehrung für seine 10jährige ehrenamtliche Tätigkeit aus dem letzten Jahr nach. Stefan Kellberger, Leiter des Briefzentrums Regensburg, Deutsche Post AG und Prof. Christian Dach, Professor für Vertriebsmanagement und -logistik, OTH Regensburg wurden einstimmig für die nächsten zwei Jahre im Amt bestätigt. (bvl)

Impfstofflogistik in Berlin und Brandenburg 

Berlin/Brandenburg Am 27. Dezember 2020 startete in Deutschland die Impfkampagne gegen das Coronavirus. Eine logistische Herausforderung! Auch weil immer neue Anpassungen in Bezug auf Organisation, Priorisierung und Terminvergabe erfolgen und der Impfstoff weiterhin knapp ist. Geimpft wird in Deutschland mittlerweile unter anderem in Impfzentren, in Wohn- und Pflegeheimen, bei Hausärzten, mit mobilen Impfteams und in Betrieben. Sie alle müssen termingerecht mit Impfstoff versorgt werden, der auch noch besondere Anforderungen an die Kühlkette stellt. Am 24. Juni gewährten die für die Impfstofflogistik verantwortlichen Firmen in den Ländern Berlin und Brandenburg, Dachser SE und die Unitax Pharmalogistik GmbH, im Rahmen der Veranstaltung „Corona-Impfstofflogistik in Berlin/Brandenburg - nur etwas für zertifizierte Profis“ der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg einen spannenden Einblick in das Thema. Unitax verfügt über 30 Jahre Erfahrung in der Lagerung und Verteilung von Medikamenten. Absolute Diskretion und eine 24/7-Überwachung der Lager ist keine Neuheit für das Unternehmen, das im Umgang mit Diebstahl gefährdeten Arzneimitteln wie z.B. Medizinal-Cannabis geübt ist. Und doch stellt die Versorgung der Bevölkerung mit den Corona-Impfstoffen noch einmal eine besondere Herausforderung dar, wie Geschäftsführer Steven Reinhold berichtete. Comirnaty von Biontech/Pfizer beispielsweise wird in großen Gebinden geliefert und muss vor Ort noch in Faltschachteln verpackt werden. „Dafür haben die Mitarbeiter aber nur zwei Minuten Zeit, dann muss der Impfstoff sofort wieder in die Kühlung bei -80°C“, so Reinhold. Spannend auch der Vergleich zwischen beiden Ländern: Da die Impfstoffverteilung Ländersache ist, organisiert sich jedes Bundesland anders. In Berlin lagert der Impfstoff zentral und unter militärischer Bewachung. Dachser hatte zunächst die Verteilung von Impfzubehör, Schutzausrüstung und Schnelltests übernommen. Für die Impfstofflogistik holte das Unternehmen den Pharmaexperten Medios mit ins Boot, wie Olaf Schmidt, General Manager, Dachser SE, Logistikzentrum Berlin Brandenburg, berichtete. Auch wenn die Zusammenarbeit mit Behörden ohne Logistikerfahrung nicht immer einfach war und auch Unsicherheiten auf Empfängerseite bestanden: Durch einen regen Austausch war es möglich, die Prozesse zu optimieren. Beide Unternehmensvertreter waren sich einig: Die Arbeit ist anstrengend und erfordert ständige Bereitschaft, aber es ist auch ein gutes Gefühl, Teil dieser wichtigen Versorgungskette zu sein. Und diese Motivation spüre man auch bei den Mitarbeitern. (ka)

Eindrücke vor Ort im Hafen Trier

Mittelrhein/Mosel „Kekse essen im Hafen Trier - Hafenbesichtigung und Networking mit dem Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW)“ – der Titel machte bereits deutlich: Bei der Veranstaltung der Regionalgruppe Mittelrhein/Mosel am 30. Juni sollte die persönliche Begegnung wieder mehr Raum bekommen. Nach zahlreichen Online-Meetings mit zum Teil sehr kreativen Konzepten wie einer virtuellen Weinprobe freuten sich die Organisatoren, endlich wieder Gäste am Hafen Trier begrüßen zu können. Mit fast 1,6 Mio. Tonnen Schiffsgüter- und Bahnumschlag versteht sich der Hafen mit seinen Partnern als Logistikdrehscheibe der Großregion Trier – Eifel – Saarland und Luxemburg und verknüpft in idealer Weise die Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße zum Vorteil der Kunden und der Umwelt. Bei einem Rundgang über das Gelände lieferte Volker Klassen, Geschäftsführer Hafen Trier und Sprecher der Regionalgruppe, einen Blick hinter die Kulissen dieser logistischen Herausforderung und gab Einblicke in das Daily Business einiger der insgesamt 40 Betriebe mit über 2.500 Beschäftigten am Hafen Trier. Im Anschluss gab es dann auch die im Veranstaltungstitel versprochenen Kekse. Auch wenn das Wetter nicht ganz so mitspielen wollte – eine Präsenzveranstaltung mit Eindrücken vor Ort und dem persönlichen Gespräch tat mal wieder so richtig gut. (ka)

Nachhaltigkeit in einer Silicon Economy 

ISSL Im letzten Jahr wurde es wegen der Pandemie verschoben, am 15. Juni 2021 ging es endlich an den Start: Das 10. International Scientific Symposium on Logistics (ISSL) fand unter dem Titel „Logistics for a Sustainable Future – Contributions from Science” als Online-Veranstaltung statt. Inhaltlich vorbereitet wurde das Symposium vom wissenschaftlichen Beirat der BVL unter Vorsitz von Prof. Kai Furmans und organisiert vom Bereich Logistik der TU Dresden mit Prof. Thorsten Schmidt an der Spitze. Mitveranstalter war das Fraunhofer IML unter Leitung von Prof. Michael ten Hompel. 176 Teilnehmer aus aller Welt fanden sich im virtuellen Raum zusammen, so dass das – wie immer – englischsprachige Symposium so international war wie niemals zuvor.  
Keynotes von Prof. Dirk Helbing (Solving Sustainability Problems: Lessons Learned in Transport and Logistics), Prof. Nils Boysen (E-commerce warehousing: Order fulfillment in modern retailing) und Prof. Michael ten Hompel (Silicon Economy – The Autonomous Ecosystem of Logistics) bildeten die Höhepunkte des Tages. „Die Welt ist nicht mehr in Ost und West unterteilt, sondern in digital und nicht-digital“, so ten Hompel. Das Motto laute: Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden. Er zeigte sich zuversichtlich, was die Kontrolle über die Informationen im Netz angeht und skizzierte die Dimension der nahenden Veränderungen: „Durch sichere Kommunikations- und Datenräume wird dies geschehen, ohne die Hoheit über die Daten zu verlieren. Alles in allem wird ein autonomes Logistik-Ökosystem entstehen - kurz: die Silicon Economy. Für ein Unternehmen allein ist dies ein zu komplexes Unterfangen, so dass Open-Source-Entwicklungen und Open Innovation eine zentrale Rolle einnehmen (müssen).“ 
Kai Furmans und Thorsten Schmidt waren nach mehr als fünf Stunden Programm sehr zufrieden mit den Inhalten und dem Verlauf des Symposiums, drückten jedoch den Wunsch aus, dass die wissenschaftliche Community sich in naher Zukunft wieder persönlich treffen kann. Ein „remote Beer“, zu dem Furmans in seinem Schlusswort einlud, weckte Erinnerungen an den Ausklang der analogen Veranstaltungen in Vor-Corona-Zeiten. (ug)

Sitzung im Hybridmodus 

Beirat Mitte Juni fand erstmals seit dem Lockdown wieder eine Beiratssitzung als Präsenzveranstaltung statt – genauer gesagt als Hybridmodell. Insgesamt 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten einen spannenden und unterhaltsamen Nachmittag in und aus der Ende 2020 eröffneten engelbert strauss CI factory im hessischen Schlüchtern. Das neue Beiratsmitglied Matthias Fischer hatte eingeladen und zeigte den rund 20 angereisten Gästen sowie etwa 30 per Videostream zugeschalteten Interessierten die einzigartige individuelle Schuh-Fertigung in der futuristischen Fabrik. Nach einem Get-together in „Deutschlands bester Kantine“ gab es ein Grußwort vom aus den USA zugeschalteten Beiratsvorsitzenden Josip T. Tomasevic. Mit einer Präsentation und nachfolgender Führung wusste Matthias Fischer zu begeistern – in der Fabrik kann die Einzelstückfertigung von Schuhen zu Serienproduktionskosten realisiert werden. Weitere Superlative: In Schlüchtern steht Europas größter Spiralförderer, es gibt eine Million Lagerplätze und mehr als 13 km Fördertechnik. 400 autonome Shuttles navigieren vollautomatisch durch die Gänge und bringen gleich ganze Regale zur Maschine oder zur Verpackungs-Station. Partner von engelbert strauss ist auch in der CI factory die Bremer BLG, die für die Versandlogistik verantwortlich zeichnet. Weitere Besonderheit: Von Anfang an gab es einen von der Firma Körber (vormals Inconso) entwickelten „Digitalen Zwilling“ im Anlagenbau, der als Projektbeschleuniger und Kostensenker funktionierte. Das Projekt wurde als Finalist beim Deutschen Logistikpreis 2020 ausgezeichnet. (cst)

Zweite Online-Ausgabe des Regionalgruppen-Management-Meetings 

Regionalgruppenarbeit Auch das diesjährige Regionalgruppen-Management-Meeting fand aufgrund der Corona-Situation online statt. Am 10. Juni trafen sich Regionalgruppensprecher, studentische Sprecher, Young Professionals, Chairpersons und Representatives sowie Vertreter des Vorstands und der Geschäftsstelle zum jährlichen Erfahrungsaustausch. Nach einer Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Prof. Thomas Wimmer, Berichten aus dem Vorstand und der Geschäftsstelle sowie einem Rückblick auf die Regionalgruppenarbeit des vergangenen Jahres ging es in die Gruppenarbeit: Nach kurzen Pitches zu den Themen „Digitalization“, „Collaboration“, „Member Relationship“ und „Next Generation“, verteilten sich die Teilnehmenden auf die entsprechenden virtuellen Thementische.  
Die im letzten Jahr durch die Pandemie etablierten digitalen Veranstaltungen beschäftigten die Teilnehmenden aller Gruppen. Was war gut, was war weniger gut? Wie wollen wir in der Nach-Corona-Zeit verfahren? Einig waren sich alle, dass digitale Veranstaltungen auch in Zukunft Teil des Portfolios der Regionalgruppen sein sollen. Die Reichweite hat in den vergangenen Monaten überzeugt und viele Themen sind für Logistiker bundesweit relevant, nicht nur für die einer bestimmte Region. Um Dopplungen zu vermeiden, soll die Absprache zwischen den Sprechern verbessert und hierfür gegebenenfalls eine neue Plattform etabliert werden. Der Mehrwert einer Mitgliedschaft bei der BVL soll bei den Veranstaltungen sichtbarer werden. Durch spezielle Veranstaltungen und themenspezifische Projekte wie Logistics4future soll gezielt der Logistiknachwuchs angesprochen werden. 
Im Anschluss an die inhaltliche Arbeit läutete Katja Wiedemann, die das Regionalgruppen-Management-Meeting organisiert hatte, den vergnüglichen Ausklang ein: Hierfür hatten beispielsweise die Regionalgruppen Berlin/Brandenburg, Mittelrhein/Mosel und Rhein teils informative und teils lustige Beiträge aus ihren Regionen vorbereitet und Uwe Peters, der Ende Juni als Geschäftsführer aus der BVL ausgeschieden ist, bedankte sich bei allen für die gute Zusammenarbeit in den letzten 19 Jahren. (ka)

Austausch mit den Chairpersons und Representatives 

Meetup Am 24. Juni kamen die Chairpersons und Representatives zu einem digitalen Treffen mit Vertretern der Geschäftsstelle in Bremen zusammen. Ziel des Treffens war laut Geschäftsführer Christoph Meyer, verantwortlich für das Relationship-Management des Vereins, ein Stimmungsbild einzufangen: Wie ist die aktuelle Situation? Wo wollen wir hin? Welche Anforderungen hat das internationale Netzwerk? Schnell wurde klar, dass die Bedürfnisse und Ausprägung der individuellen Arbeit der internationalen Chapter ganz unterschiedlich sind, so unterschiedlich wie die Länder und Communitys vor Ort selbst. So wurde als Beispiel genannt, dass es sinnvoller wäre, die asiatischen Chapter untereinander regelmäßiger zu einem Austausch zusammenzubringen, als mit den Chaptern in Europa.  
Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Internationalisierung der BVL vor dem Hintergrund der Globalisierung richtig und wichtig ist. Denn gerade die Logistik ist ein internationaler Wirtschaftsbereich, der nicht an Grenzen haltmacht. Das internationale Netzwerk der BVL ist ein Mehrwert, der deutlicher sichtbar gemacht werden sollte. Mitglieder der BVL haben durch die Chairpersons und Representatives in allen Teilen der Welt Ansprechpartner. Christoph Meyer bedankte sich ausdrücklich für den fruchtbaren Austausch und das tolle Feedback, das in die weitere Ausgestaltung der BVL einfließen werde. In der Geschäftsstelle verantwortet insbesondere Katja Wiedemann das Relationship-Management und ist Ansprechpartnerin für diesen Bereich. (ka)

Veranstaltungsreihe wieder regelmäßig 

Südbayern Die Veranstaltungsreihe Ladies in Logistics findet in der Regionalgruppe Südbayern seit dem Frühjahr wieder regelmäßig einmal im Monat statt. Den Anfang machte am 21. April ein Vortrag von Petra Becker, Inhaberin von PBC Change Management, in dem sie ihre Zuhörer an ihrem ungewöhnlichen Karrierepfad teilhaben ließ. 2020 wechselte Becker von ihrer Position als Vice President bei einem Automobilzulieferer in die Selbständigkeit als Beraterin. Ihren persönlichen Weg und Change-Prozess vermittelte Becker dabei so mitreißend, das aus anfänglich geplanten 15 Minuten schnell 60 wurden.  
„Mehr Frauen auf dem Chefsessel?!“ Unter dieser Überschrift stellte am 20. Mai Annette Schrickel, Partner bei der Ernst & Young GmbH (EY), die Ergebnisse des Mittelstandsbarometers vor, einer Studie, die EY unter 1.500 mittelständischen Unternehmen durchgeführt hat. Demnach wächst der Anteil an Geschäftsführinnen zwar, aber nur langsam.  
Am 24. Juni berichtete Julia Boppert, Geschäftsführerin von trilogIQa vom „Geheimnis des Change-Managements: Wie Wandel erfolgreich wird“. Boppert war 2008 nach 100 Jahren die erste Frau, die an der TU München in Logistik promoviert hat. Sie gab viele Tipps und berichtete von zahlreichen Anekdoten. Wichtig sei vor allem, die Menschen bei einem Change-Prozess mitzunehmen und zwar vor der Veränderung, währenddessen und danach. (bvl)

Meilenstein im automatisierten ÖPNV 

Nordbaden/Südpfalz Das Forschungsprojekt Eva-Shuttle (Eva = elektrisch, vernetzt, automatisiert) ist im Frühjahr nach einer intensiven Erprobungszeit in der letzten Projektphase in den Publikumsverkehr in Karlsruhe gestartet. Im Rahmen des Projekts bringen die autonom fahrenden, emissionsarmen Minibusse „Ella“, „Vera“ und „Anna“ ihre Fahrgäste nach Bedarf bequem von A nach B. Die Fahrzeuge bewegen sich dabei frei im regulären Straßenverkehr, agieren dort selbstständig und reagieren auf Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Verkehrsmittel. Die Bestellung erfolgt on-demand mit der App „eva-shuttle“ von ioki. Daniel Grimm, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe, stellte das Projekt während der Veranstaltung „Meilenstein im automatisierten ÖPNV-Passagierbetrieb mit selbstfahrenden Shuttles in Karlsruhe“ der Regionalgruppe Nordbaden/Südpfalz vor. Das FZI ist Konsortialführer des Projekts, weitere Partner sind die Robert Bosch GmbH, die Verkehrsbetriebe Karlsruhe, die TÜV Süd Auto Service GmbH und die Deutsche Bahn-Tochter ioki GmbH. Nach seinem Vortrag stellte sich Grimm den Fragen des Publikums nach Auslastung, Reichweiten und Energieverbrauch sowie der Akzeptanz in der Bevölkerung. 
Bei der Wahl des Sprecherteams wurden die amtierenden Sprecher Nils Buck, Mitglied der Geschäftsleitung, TWI GmbH, Karlsruhe, Petra Mostberger, Leiterin Supply Chain Development, Hornbach Baumarkt AG, Bornheim und Jürgen Schulz, Vice President Consulting, Siemens Digital Logistics GmbH, Karlsruhe, für die nächsten zwei Jahre in ihrem Amt bestätigt. (bvl) 

Nachhaltige Versorgungslogistik 

Forschungsförderung Zwei Machbarkeitsstudien von Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des Instituts für Angewandte Logistik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und Sprecher des BVL-Themenkreises „Digitalisierung Transportlogistik“ sowie Dozent bei BVL Seminare werden im Rahmen der Logistik Initiative Bayern durch das bayerische Verkehrsministerium gefördert. Mit den beiden Machbarkeitsstudien sollen in den nächsten zwei Jahren logistische Konzepte entwickelt werden, um Waren und Pakete in Bussen bzw. Regionalbahnen des öffentlichen Nahverkehrs zu transportieren. Dabei werden zunächst Rahmenbedingungen geklärt. Darauf basierend werden Konzepte erarbeitet, deren Machbarkeit technisch, organisatorisch, wirtschaftlich und rechtlich geprüft werden. Abschließend erfolgt ein Praxistest. „Die Projekte ergänzen ideal den Forschungsschwerpunkt „Nachhaltige Versorgungslogistik für Stadt und Land“ des Instituts und unser Ziel innovative Ansätze für eine „Landlogistik“ zu entwickeln“, so Prof. Müller-Steinfahrt und ergänzt: „Rasant steigendes Paketaufkommen in Städten und die Sicherung der Attraktivität ländlicher Räume durch bedarfsgerechte Versorgungssysteme im Sinne einer Stadt-Land-Logistik sind die drängendsten Herausforderungen, die innovative nachhaltige Lösungen erfordern.“ (bvl)  

Abschied von Frank Sportolari 

Nachruf Frank Sportolari, langjähriger Chef von UPS Germany, ist am 12. Juli 2021 infolge einer schweren Krankheit im Alter von 65 Jahren im Kreise seiner Lieben verstorben. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau und seinen Kindern. Unsere Gedanken sind bei ihnen. Als Mitglied des Beirats, dem er seit 2014 angehörte, war Sportolari der BVL stets ein guter Ratgeber und ein engagierter Netzwerker. Egal, ob es darum ging, einen Protagonisten für transatlantische Beziehungen für ein Kamingespräch oder für eine Großveranstaltung zu gewinnen. Zum 35. Deutschen Logistik-Kongress im Jahr 2018 hatte er die Einladung des amerikanischen Botschafters möglich gemacht. Sportolari war innovativ und sein Team leistete Großartiges. Anfang März dieses Jahres unterrichtete Sportolari den BVL-Vorstandsvorsitzenden Prof. Thomas Wimmer, dass er die operative Geschäftsverantwortung für UPS Deutschland abgegeben habe. Seine Nachfolge als Präsidentin der American Chamber of Commerce Germany trat vor kurzem Simone Menne an. Im Beirat der BVL wollte Sportolari aber bis zuletzt aktiv bleiben. Die BVL trauert um einen engagierten und gleichzeitig bescheidenen Menschen. Er wird fehlen und nicht in Vergessenheit geraten.

Drei Fragen an Uwe Wenzel, Sprecher Regionalgruppe Sachsen

 

BVL: Sie sind vergangenes Jahr in das Sprecherteam der Regionalgruppe Sachsen gewählt worden. Wie ist es, unter Corona-Bedingungen in ein Ehrenamt einzusteigen? 

Wenzel: Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass mir die regionalen BVLer das Vertrauen schenken und mich in das Sprecherteam der Regionalgruppe Sachsen gewählt haben. Die Logsol GmbH ist bereits seit vielen Jahren Mitglied der BVL. In dieser Zeit haben sowohl meine Kolleginnen und Kollegen als auch ich an zahlreichen interessanten BVL-Veranstaltungen teilgenommen. Dass ich nun selbst auch Veranstaltungsideen aktiv einbringen und realisieren kann, ist eine große Ehre. Der Zeitpunkt ist dabei natürlich eine spannende Erfahrung. Besonders in der Logistik profitieren wir von persönlichen Eindrücken und anschaulichen Beispielen. Daher ist „Online“ ein möglicher Weg, jedoch oft nicht so nachhaltig wie „Gemba“. Deshalb freuen wir uns sehr über die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Möglichkeiten. Die erste Veranstaltung mit persönlichem Kontakt hatten wir hier in Sachsen bereits.

BVL: Das war Ende Juni bei der Weck+Poller Holding GmbH. Worum ging es dabei und wie war es, sich endlich persönlich austauschen zu können?

Wenzel: Die Veranstaltung stand unter der Überschrift „Mein neuer mobiler Roboter – binnen einer Stunde einsatzbereit“. In der neuen Lagerhalle von Weck+Poller in Ottendorf-Okrilla stellte die Firma Omron Electronics GmbH den autonomen und mobilen Roboter „LD-60/90“ vor. Unter Einhaltung der zu diesem Zeitpunkt geltenden Hygienevorschriften konnten wir 15 Teilnehmende live vor Ort begrüßen und das war ein ausgesprochen schönes Gefühl. Und für die Gäste war es sicherlich ein Highlight, den Roboter selbst bedienen zu dürfen. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man solch einen intelligenten Helfer aus der Box befreit und mit einfachen Schritten mit ersten Aufgaben betrauen kann.

BVL: Die Corona-Situation in Sachsen und auch im Nachbarland Tschechien hat sich entspannt. Im Juni wurden die Reisebeschränkungen aufgehoben. Wie macht sich das in den Logistikprozessen bemerkbar?

Wenzel: Im Vergleich zum Lockdown ist natürlich eine große Erleichterung zu spüren. Vom Lagermitarbeiter, über den LKW-Fahrer bis hin zum Logistikmanager können sich alle wieder auf ihre Aufgaben fokussieren. Je nach logistischer Vertiefung hielt die Vergangenheit von höchsten Anforderungen im medizinischen Umfeld bis hin zu völligem Stillstand in der Eventlogistik alles bereit. Die nunmehr gelockerten Reisebeschränkungen sorgen wieder für mehr Gestaltungsspielraum. Wir hoffen daher, dass die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung weiterhin ihre Früchte tragen.