BVL Intern

MX Awards 2020 verliehen

Exzellenz Nach Corona-bedingten Verschiebungen fand Ende Januar in den Streamlab-Studios in Bremen die Verleihung der MX Awards 2020 als digitale Veranstaltung statt. Fünf Unternehmen durften sich über die Auszeichnung freuen. Den Gesamtsieg erreichte die Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG, Werk Teisnach. Sie produziert als Fertigungsdienstleister in der mechanischen Vorfertigung kundenspezifische Einzelteile und in ihren Endmontagebereichen elektromechanische Systeme. Für größere Dienstleistungsprojekte bietet sie zusätzlich Entwicklungs-, Konstruktions- und Servicedienstleistungen an.

„Mit dem Rohde & Schwarz-Produktionssystem haben Sie in der Produkt- und Prozessinnovation eine klare Vision, eine beeindruckende Realität und punkten zusätzlich mit Nachhaltigkeit. Ihre Produktionsprozesse sind modern und meistern die hohe Wertschöpfungstiefe – ebenso wie Ihr Supply Chain-Management. Industrie 4.0 und Cyber-Security sind integriert“, so Frauke Berger, Leiterin des Continental-Werks Karben und Mitglieder der MX-Jury, in ihrer Laudatio.  „Wir folgen der Überzeugung, dass nur eine ganzheitliche Optimierung zu nachhaltigen Erfolgen führt“, erklärt Prof. Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der BVL und Vorsitzender des MX Boards.

In diesem Jahr hat das Gillette-Werk der Procter & Gamble Manufacturing Berlin GmbH gleich zwei Kategorien für sich entschieden: „Kundenorientierung“ und „Prozessinnovation“. Im Werk werden alle Komponenten von Nassrasierköpfen der Marke hergestellt und montiert – 50 Prozent der weltweiten Gillette-Produktion stammen vom Berliner Standort. Zentrale Strategie ist es, das Produkt kontinuierlich zu verbessern. In der Kategorie „Produktinnovation“ wurde das Werk 1 der Hilti AG ausgezeichnet. Dort werden Elemente und Zubehör der gewerblichen und industriellen Befestigungs- und Montagetechnik produziert. Das Werk bündelt Fachkompetenz in Technologien der Formgebung, in der Montage und in Spezialverfahren wie der Pulvermetallurgie.

Die Leesys – Leipzig Electronic Systems GmbH setzte sich in der Kategorie „Logistik- und Netzwerkmanagement“ durch. Als Electronic- Engineering- und Manufacturing-Service-Provider bietet das Unternehmen alle E2MS-Dienstleistungen von Entwicklung, Materialbeschaffung und Leiterplattenbestückung über automatische optische Inspektion, elektrische Prüfung, Programmierung sowie Baugruppen- und Gerätemontage bis hin zu After-Sales-Services. Auf die Entwicklung und Fertigung von Schrank- und Gehäusesystemen aus Metall und Kunststoff ist die Apra-Norm Elektromechanik GmbH spezialisiert. Sie bietet als Systemlieferant Konstruktion, Produktion, Montage und Lieferlogistik aus einer Hand – und wurde als „Bestes KMU/Informationstechnologie“ mit dem MX Award ausgezeichnet.

Logistik@Campus im digitalen Raum

Die Vortragsreihe „Logistik@Campus“ ist ein Projekt der studentischen Regionalgruppe Sachsen, welches vor mehreren Jahren ins Leben gerufen wurde und seitdem als beliebte Veranstaltung gilt. Dabei stellen ehemalige Mitglieder der Regionalgruppe ihren Berufseinstieg vor und damit verbunden ihr Unternehmen sowie aktuelle Aufgabenfelder. Die Veranstaltung am 12. Januar 2021 fand online statt, sodass zum ersten Mal auch Mitglieder anderer Regionalgruppen teilnehmen konnten. Den acht Teilnehmern und der Gastgeberin Ulrike John machte es viel Freude, sich trotz Corona und Schneechaos im virtuellen Raum auszutauschen.

Felix Reichel präsentierte sein Unternehmen Drees & Sommer, in welchem er seit einem guten halben Jahr festangestellt in Leipzig tätig ist. Dabei handelt es sich um ein Bauberatungsunternehmen, welches seit einigen Jahren die Sparte der Logistikgebäude neu aufgebaut hat. Reichel fungiert als Spezialist für Logistikthemen, wobei er für verschiedene Projekte jeweils die Beratung und Leitung übernimmt. Ein Großkunde, der durch ihn betreut wird, ist Amazon. Dieser benötigt aktuell unter anderem neue Hallen oder Anbauten an diversen Standorten. Die Präsentation bot anschauliche Einblicke in den allgemeinen Planungsprozess eines Logistiklagers sowie aktuelle Fortschritte verschiedener Baustellen.

Im Anschluss stellten die Teilnehmer in entspannter Atmosphäre ihre Fragen, welche Reichel mit Engagement und vielen weiteren Detailinformationen beantwortete. Eine Ideensammlung für die diesjährige Veranstaltungsplanung der studentischen Regionalgruppe rundete das virtuelle Treffen ab.

Von der Zunkunft zum Standard

Um „Chancen und Möglichkeiten durch 5G in der Logistik“ ging es in der Kooperationsveranstaltung der Regionalgruppen Baden-Württemberg und Hamburg mit der Hochschule Aalen am 27. Januar. Nach einer Begrüßung von Martina Weihing, stellvertretende Sprecherin der Regionalgruppe Baden-Württemberg, führte Prof. Alice Kirchheim von der Hochschule Aalen die knapp 80 Teilnehmer in das Thema 5G ein. Kirchheim stellte dazu kurz eine Studie des Mobilfunkanbieters Ericsson und dem amerikanischen Halbleiterhersteller Qualcomm zum wirtschaftlichen Nutzen von 5G vor. Demnach hätte Deutschland einen besonders hohen volkswirtschaftlichen Nutzen durch 5G. Investitionskosten von sechs Milliarden Euro stünde ein Gewinn von 45 Milliarden gegenüber. Gleichzeitig lägen die größten Chancen in Bereichen, in denen Logistik eine bedeutende Rolle spiele: Produktion, Häfen, Flughäfen und Smart Urban. Mittlerweile fiele auch Laien bei dem Schlagwort 5G sofort der Begriff „autonomes Fahren“ ein, sagte Kirchheim. Um die „Möglichkeiten, Chancen und Risiken von 5G und autonomen Fahren“ ging es dann auch im Vortrag von Joachim Benz von ZF Mobility Solutions, dem Marktführer bei der Entwicklung von autonomen Shuttles. Vorher hatte Marc Ritter von T-Systems die Zuhörer schon auf den aktuellen Stand des Ausbaus von 5G und die aktuellen Schwerpunkte in Deutschland gebracht. Dr.-Ing. Christian Bauer, Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH & 5G-ACIA, betonte in seinem Vortrag, dass der Ausbau von 5G kein Sprint sondern ein Marathon sei. Schon während der Vorträge stellten die Teilnehmer fleißig Fragen über den Chat. Fabian Flügge, stellvertretender Sprecher der Regionalgruppe Hamburg, moderierte die Fragerunde im Anschluss an die Vorträge. Zum Abschluss stellte Fabian Dietrich von der Hochschule Reutlingen das Projekt 5G4KMU vor, welches kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Produkte, Anwendungen und Geschäftsmodelle mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G weiterzuentwickeln. Knapp ein Viertel der Teilnehmer blieb auch nach der eigentlichen Veranstaltung noch virtuell verbunden, um sich weiter über das Thema auszutauschen: Kirchheim hatte im Vorfeld angekündigt, die Kooperation mit der BVL nutzen zu wollen, um Logistiker für die Mitarbeit in einem von ihr initiierten Arbeitskreis zum Thema 5G zu gewinnen. Interessenten können sich auch gerne weiterhin bei ihr melden.

Per Algorithmus zu den idealen Fachfirmen

Neue Produkte kennenlernen, Lösungen finden und Kontakte knüpfen – das geschieht normalerweise gerne im persönlichen Kontakt auf Fachmessen. In Zeiten von Corona allerdings nimmt die Bedeutung von digitalen Wegen der Vernetzung zu. Die Regionalgruppe Südbayern hatte daher am 20. Januar Dirk Engelbrecht, Gründer der Andugo GmbH, zu einem virtuellen Vortrag mit anschließender Diskussion eingeladen. Unter dem Titel „Digital, intuitiv und KI-basiert zu anforderungsgerechter Produktionsautomatisierung“ stellte Engelbrecht den Zuhörern das B2B-Portal go2automation vor. Auf dem Portal werden Lösungsbeispiele der Produktionsautomatisierung von versierten Experten anhand von Industrie-Standards zugänglich. Die hinterlegten Ansprechpartner stehen für unverbindliche Anfragen zur Verfügung. Sollte auf den ersten Blick keine Lösung dabei sein, hilft ein Algorithmus weiter, der passende Anbieter datengeschützt identifiziert.

Schnelle Gewöhnung an digitale Möglichkeiten

Gastgeber Prof. Thomas Bousonville, Sprecher der Regionalgruppe Saar/Rheinpfalz, begrüßte zur Jahresauftaktveranstaltung am 19. Januar nicht nur Teilnehmer aus der eigenen, sondern auch aus Nachbarregionen. Das digitale Format machte es ohne Reiseaufwand möglich. „Es ist erstaunlich, wie schnell wir uns an digitale Möglichkeiten gewöhnt haben“, so Michael Schneider, stellvertretender Sprecher der Regionalgruppe. Trotz dieses positiven Aspekts war die Erinnerung an die traditionellen Jahresauftakttreffen in der Karlsberg Brauerei in Homburg lebendig und die Hoffnung groß, dass es „nach Corona“ wieder die persönlichen Treffen geben wird, die schmerzlich vermisst werden.

Als Gastredner der Veranstaltung stellte Dr. Christian Grotemeier das breit gefächerte und inhaltlich interessante Angebot der von ihm geleiteten BVL.digital GmbH vor, das den Mitgliedern der BVL von den Webinaren über Podcasts, das Technologieradar oder den neuen Weiterbildungskurs gemeinsam mit der XU Group viel Zusatznutzen verspricht. Auch Grotemeier unterstrich die Katalysator-Wirkung der Corona-Pandemie und nannte als Beispiel die Umstellung des Flötenkurses seiner Tochter von analogem Unterricht auf Skype innerhalb von 24 Stunden.

Intensiv diskutiert wurde das Restrukturierungsprogramm der BVL, das den Regionalgruppensprechern in zwei Townhall-Meetings im Dezember und Januar erläutert worden war. Für die BVL, deren Einkünfte neben den Mitgliedsbeiträgen insbesondere aus Präsenzveranstaltungen fließen, bedeuten die Einschränkungen während der Corona-Pandemie erhebliche finanzielle Einbußen. Rund 1,5 Millionen Euro müssen 2021 eingespart bzw. kompensiert werden – durch Personalabbau, Budgetkürzungen – zum Beispiel in den Bereichen Publikationen und Wissenschaft – oder durch Erhebung einer Umlage und Beitragserhöhungen für die Mitglieder. Hierzu liegen Vorschläge auf dem Tisch, die bis zur Mitgliederversammlung weiter präzisiert und dort zur Abstimmung gestellt werden sollen. Flankierende Maßnahmen wie die Integration der studentischen Regionalgruppen in die der Berufstätigen wurden ausdrücklich begrüßt.

Drei Fragen an Kuno Neumeier, Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien

BVL: Sie sind seit 25 Jahren Mitglied der BVL. Wie hat sich das Netzwerk in den Jahren in Ihren Augen entwickelt?

Neumeier: Die BVL hat sich in den letzten 25 Jahren enorm weiterentwickelt. Sie ist gewachsen, hat sich neuen Themen geöffnet und ist aus meiner Sicht das Netzwerk des Wirtschaftsbereichs Logistik. Gerade der Austausch mit Industrie und Handel, aber auch mit Beratungskollegen ist einzigartig. Dabei geht es zum einen darum, unterschiedliche Perspektiven und Sichtweisen kennenzulernen, zum anderen geht es sehr detailliert in die Tiefe einzelner Bereiche – vor allem in den zahlreichen Themenkreisen.

BVL: Auch wenn die Corona-Pandemie im Moment alles überschattet, ist Nachhaltigkeit in der Logistik weiterhin ein Top-Thema. Auch im Themenkreis Logistikimmobilien steht es ganz oben auf der Agenda. Worum geht es da genau?

Neumeier: Das Thema Nachhaltigkeit ist bereits seit vielen Jahren in der Logistik angekommen und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dabei ist gerade bei dem komplexen Thema Logistikimmobilie die Messbarkeit der Maßnahmen elementar. Mit unserem fachlichen Input versuchen wir als Themenkreis einen Beitrag zur Zertifizierung zu leisten und Rahmenbedingungen und Strukturen für eine Bewertbarkeit zu schaffen. Natürlich beschäftigen wir uns auch intensiv mit innovativen Projekten. Diese weiter zu pushen und den Mitgliedern zu zeigen was möglich ist, ist uns ein großes Anliegen. Deshalb motivieren wir auch immer wieder sowohl die Nutzer als auch die technischen Umsetzer, sich hier einzubringen.

BVL: Corona hält uns nun seit elf Monaten in Atem. Wie haben Sie das letzte Jahr erlebt und was erhoffen Sie sich für 2021?

Neumeier: Das letzte Jahr war auch für uns sehr fordernd. Allerdings sind wir in der glücklichen Lage agieren zu können und sind nicht negativ von der Pandemie beeinflusst. Im Gegenteil. Gerade zu Beginn hatten wir einen regelrechten Nachfrageboom. Ich bin froh, dass wir viele Unternehmen durch die kurzfristige Vermittlung von Lagerflächen unterstützen konnten. Wir haben sehr schnell reagiert, unsere Ansiedlungsplattform Gewerbegebiete.de zur kostenfreien Nutzung freigeschaltet und mit den Vermietern gesprochen, die sich auch überaus kooperativ gezeigt und ihre Flächen mit kurzer Mietdauer angeboten haben. Generell war es schön zu sehen, wie die Logistik zusammensteht. Für dieses Jahr erhoffe ich mir wieder mehr Sicherheit und Stabilität und für uns alle natürlich ein Ende dieser Pandemie.

Seit 25 Jahren Mitglied in der BVL

 
 
  • Wolfgang Albrecht, Hamburg
  • Christian Ashauer, Neckartenzlingen
  • Heinz-Georg Bengel, Koblenz
  • Stephan Berndt, Neunkirchen
  • Henning Bosch, Laupheim
  • Karlheinz Eisermann, Bliedersdorf
  • Sven Frerick, Flörsheim Weilbach
  • Enno Fuchs, Schwalbach/Ts.
  • Susanne Großkopf-Nehls, Ganderkesee
  • Armin Günther, Ronshausen
  • Ulrich Haack, Schonungen
  • Rüdiger Hage, Potsdam
  • Karl Hanses, Neunkirchen
  • Christoph Hartjes, Kempen
  • Andreas Heck, Rangendingen
  • Jochen Hein, München
  • Hartmut Helmke, Hamburg
  • Jan Dietrich Hempel, Hamburg
  • Andreas Heß, Leinfelden-Echterdingen
  • Christian Holland-Moritz, München
  • Karl-Heinz Immoor, Würzburg
  • Jürgen Knödler, Weinstadt
  • Thomas König, Nottuln
  • Jürgen Linne, Hemsbach
  • Werner Linnemann, Essen
  • Prof. Dr.-Ing. Klaus Möller, Karlsruhe
  • Kuno Neumeier, München
  • Torsten Oldhues, Dinslaken
  • Lothar Pater, Menden
  • Thomas Renschin, Rosdorf
  • Holger Reschke, Bremen
  • Rudolf Ristl, Jettingen-Scheppach
  • Erich Röll, Füssen
  • Frank Rottbeck, Bottrop
  • Axel W. Sacher, Hamburg
  • Uwe Salvey, Meschede
  • Volkmar Schink, Hamburg
  • Beat Schlumpf, Biberist (Schweiz)
  • Frank M. Schröer, Baunatal
  • Karl Sigloch, Wolfertschwenden
  • Jörg Stätter, Mutlangen
  • Alfred Stetter, Stadtbergen
  • Frank Sturm, Delmenhorst
  • Frank Tödtmann, Düsseldorf
  • Michael Truß, Gevelsberg
  • Rita Wiebracht, Elchesheim-Illingen
  • Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek, Magdeburg