BVL Intern

Intelligente Prototypen für Logistik und Mobilität.

Bei ihrem Besuch im MakerLab IP-LogMo – Intelligente Prototypen für Logistik und Mobilität – an der Otto von Guericke Universität in Magdeburg am 12. Dezember erlebte die Regionalgruppe Sachsen-Anhalt Vertreter dreier Projektgruppen: Die Projektgruppe aus der Vorlesung „Projektarbeit im Team“, die einen flexiblen Transportaufsatz für ein Lastenrad konzipierte, ein Gründerteam mit dem Thema Fassadenbegrünung und zwei Masterstudenten mit ihrem Go Kart mit eigenhändig programmierter Follow Me Funktion, welches bei den Besuchern auf besonderes Interesse stieß. Im MakerLab IP-LogMo steht Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern aus ganz Sachsen-Anhalt ein umfangreicher Maschinenpark zur Blech-, Stahl- und Holzbearbeitung zum Bau von intelligenten Prototypen für Logistik und Mobilität zur Verfügung. Vorhanden sind beispielsweise die mehrdimensionale Biegemaschine für Stahl- und Aluminiumrohre mit NC-Steuerung zur Einstellung des Biegewinkels, eine Metallbandsäge für runde und vierkantige Metallstangen oder eine motorische Schwenkbiegemaschine für Blechstärken bis 5 Millimeter und manueller Biegewinkeleinstellung. Um intelligente Prototypen auf Basis von Elektroantrieben zu realisieren sind im Rahmen einer digitalen Vernetzung die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Sensoren auszustatten, um neue Anwendungsfelder wie automatisiertes Fahren, Follow-me-Funktionen und Services zu erschließen

Die Zukunft der Logistik liegt in der Nacht

Wie muss sich das Konzept der letzten Meile weiterentwickeln, um trotz zunehmenden Verkehrs, Urbanisierung und -Commerce in den Metropolen die Versorgung der Städte sicherzustellen? Um diese Frage dreht sich die Veranstaltungsreihe „Die Zukunft der Logistik liegt in der Nacht“, zu der die Regionalgruppen Rhein/Main und Baden-Württemberg sowie Nox Nachtexpress am 22. und 23. Januar eingeladen hatten. Denn, so Nox-CEO Donald Pilz: „Durch das starke Wachstum des E-Commerce wird die Verdichtung und Regulierung des Tages noch viel extremer, als wir es heute sehen.“ Ein Lösungsansatz ist die Verlagerung der letzten Meile in die Nacht, wenn die Straßen leerer sind. Allerdings hat dieses Konzept seine eigenen Herausforderungen. Über diese, aber auch über Chancen des Nachtexpress wurde bei beiden Veranstaltungen intensiv diskutiert – in Groß-Gerau mit Teilnehmern wie Geodis, DB Schenker und DHL aus logistischer Perspektive, in Ludwigsburg stärker aus Sicht der Versender wie Würth, Mercedes oder Goodyear. Spannend waren beide Veranstaltungen, auch wenn sich die Eingangsfrage nicht abschließend klären ließ. Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 11. Februar in Hilden statt.

Liveschalte nach New York

Die Veranstaltung der studentischen Regionalgruppe Südbaden/Oberrhein am 17. Dezember hatte ein ungewöhnliches Format: In einer Telefonkonferenz war der Sprecher der Gruppe, Marc Karl Mohnsen, live aus New York zugeschaltet. Mohnsen, Teilnehmer des dualen Studiengangs bei Hellmann Worldwide Logistics, war zwei Monate in Hongkong gewesen und absolvierte im Anschluss ein Auslandssemester an der Columbia University in New York. In der Konferenz präsentierte er spannende Daten und Fakten zu beiden Städten, zur Columbia University sowie zu Institutionen, mit denen man ein Auslandssemester planen kann. Die anschließende Q&A-Session ließ keine Fragen offen: Mohnsen teilte seine Erfahrungen und sein Wissen mit den Studierenden – von den Anforderungen, die eine Ivy-League-Universität wie die Columbia an die Bewerber stellt, über die Wahl des richtigen Ortes für ein Auslandssemester bis hin zum Umgang mit fremden Kulturen, zum Aufbau und zur Bedeutung eines beruflichen und sozialen Netzwerks vor Ort sowie zum Stellenwert eines Auslandsaufenthalts im beruflichen Kontext.

Drei Fragen an Hans-Peter Kloppe, Ehemaliger Sprecher der Regionalgruppe Sachsen

BVL: Sie sind seit 25 Jahren Mitglied in der BVL.Warum würden Sie jederzeit wieder beitreten ?

Kloppe: Es ist ausgesprochen inspirierend, mit Menschen in Kontakt zu sein, die nicht zum eigenen unmittelbaren beruflichen Umfeld gehören und dennoch in einer Gemeinschaft vereint sind: der Logistik-Community. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies den eigenen Horizont ungemein erweitert.

BVL: Was haben Sie aus Ihrer Zeit als Regionalgruppensprecher mitgenommen?

Kloppe: Mein Ziel in dieser Funktion war es, den Menschen einen guten Mix aus Themen, Wissensvermittlung und Networking anzubieten und dabei stets zu berücksichtigen, welch heterogener Personenkreis hier eigentlich zusammenkommt. Die Menschen machen das freiwillig und unterscheiden sich mitunter wesentlich in Bezug auf Alter,Hierarchieebenen, Branchen und Ausbildungen. Man hat gute Arbeit gemacht, wenn sich dabei ein Stammpublikum entwickelt – das ist uns geglückt. Es ist natürlich herausfordernd, immer wieder neue Themen zu definieren, die sowohl diesen Stamm als auch neue Mitglieder ansprechen, und gleichzeitig für eine familiäre Atmosphäre zu sorgen. Dazumuss man Empathie entwickeln. Das habe ich in meiner Zeit als Regionalgruppensprecher gelernt.


BVL: Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft? Was erwarten Sie als Mitglied von der BVL?

Kloppe: Die BVL war immer Themenführer und ein beständiger Quell guter, neuer Ideen, der die Logistik zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Mein Wunsch ist, dass das so bleibt und dass es der BVL gelingt, beispielsweise in der gerade geführten Klimadiskussion, positive Themen aus dem Logistik- und Verkehrssektor zu generieren.

Nachhaltige Citylogistik - Mikrodepot und Lastenrad

Kurze Lieferzeiten, steigendes Sendungsaufkommen und die fortschreitende Digitalisierung – stetig wachsende Anforderungen stellen die KEP-Dienstleister vor immer neue Herausforderungen. Auch die Notwendigkeit nachhaltiger Konzepte, vor allem in der Paketdistribution zum Kunden, wird immer offensichtlicher. Staus, Dieselfahrverbote, Parkplatzmangel sowie die Belastungen für Mensch und Umwelt senden ein klares Signal: Es ist an der Zeit, in der Citylogistik neue Wege einzuschlagen.
Diesen Trend hat auch das Kompetenzzentrum Logistik der Technischen Hochschule Nürnberg erkannt, in dem sich Mitglieder der Regionalgruppe Franken am 10. Dezember zum Thema nachhaltige Citylogistik informierten. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Ralf Bogdanski aus der Fakultät Betriebswirtschaft hatten die Unternehmen DPD und GLS den Einsatz von
Mikro-Depots und Lastenrädern in Nürnberg getestet und in der Innenstadt sämtliche Pakete auf der letzten Meile klimaneutral und ohne negative Beeinflussung des öffentlichen Verkehrs ausgeliefert. Der Test verlief jedoch nicht ohne Rückschläge: Die permanente Last, der spezielle Laderaum-Aufbau sowie wegetechnische Herausforderungen sorgten schnell für erste Ausfälle. Entscheidend für den Erfolg eines Mikro-Depot-Konzepts und des Einsatzes von Lastenrädern sind Faktoren wie geeignete Immobilien, das Sendungsaufkommen und die geografische Verteilung der Kunden. GLS jedenfalls hält an dem Konzept in Nürnberg fest und liefert mit drei Lastenrädern bis zu 400 Pakete täglich vom Mikro-Depot klimaneutral aus.