BVL Intern

Traditionsmesse im Online-Format

Es hat schon Tradition: als langjähriger Partner der Messe München beteiligt sich die BVL am fachlichen Rahmenprogramm der Messe transport logistic. In diesem Jahr wurde aus der Präsenzmesse eine reine Online-Konferenz. Vom 4. bis 6. Mai liefen abwechslungsreiche Formate über die Online-Plattform der Messe. Und die BVL war an jedem der drei Veranstaltungstage mit dabei. Inhaltlich ging es bei den von der BVL veranstalteten Foren um die Themen: „New vs. Old – Sind Plattform-Anbieter die besseren Speditionen?“, CO2-Einsparung in der Logistik – ein Ding der Unmöglichkeit?!“ und „Digitale Attacken auf Supply Chains – Cybersecurity und wie Sie sich schützen“. Alle Foren waren gut besucht: 781 Zuhörer konnte das Forum „New vs. Old“ verzeichnen und wurde im Schlussbericht der Messe München sogar als eines der drei Highlights gelistet. 654 Gäste verfolgten das Thema „CO2-Einsparung“ und beim etwas spezielleren Fachgebiet der Cybersecurity waren es 199 Interessenten. In allen Foren beteiligten sich die Teilnehmenden ausgesprochen rege über die Chat-Funktion, stellten Fragen oder gaben selber Tipps und teilten eigene Erfahrungen.

Inhaltlich waren sich alle einig: Digitalisierung und Nachhaltigkeit – das sind auch oder gerade in Zeiten von Corona die Themen die in der Logistik ganz oben auf der Agenda stehen. Serge Schamschula, Senior Partner Manager bei der Transporeon GmbH skizzierte in seinem Vortrag die Stellschrauben für eine CO2-Reduktion bei Frächtern, in Industrie und Handel sowie 4 PL. „Unser Problem ist, dass wir an dem haften bleiben, was wir vorgestern gemacht haben", so Schamschula und weiter: „Es ist Zeit vom Diskutieren zum Handeln zu schreiten.“ Dr. Anton Schäfer, Industry Lead Travel, Transport and Logistics bei der T-Systems International GmbH und Sprecher des BVL-Themenkreises „Digitalisierung der Transportlogistik“ stellte ein Projekt zur Implementierung eines digitalen Lieferscheines vor und war optimistisch erste konkrete Ergebnisse aus dem Pilotprojekt im Herbst auf dem Deutschen Logistik-Kongress präsentieren zu können. Nicola Rackebrandt, geschäftsführende Gesellschafterin bei der Sterac Transport und Logistik GmbH und DAV-Absolventin, betonte, dass gerade auch traditionelle Familienunternehmen an die nächste Generation denken und großen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Rackebrandt betonte die Wichtigkeit von gewachsenen Kundenbeziehung einer traditionellen Spedition und die Möglichkeiten individualisierter Dienstleistungen, sah aber Sterac in näherer Zukunft auch als eine hybride Spedition. Die Digitalisierung scheint nicht nur ein wichtiger Grundstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu sein, sie ermöglicht auch eine größtmögliche Transparenz und kann durch automatische Überprüfung Fehler vermeiden. Bleibt also bei den akuten Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit das Fazit: einfach machen!

Perspektiven für eine Kooperation von Online- und Offline-Handel

Mensch und Maschine Hand in Hand, die Katalysatorwirkung der Corona-Pandemie auf den Handel, die Entwicklung der Handelslandschaft insgesamt und Perspektiven für eine mögliche Symbiose von Online- und Offline-Handel, das waren einige Themen des Handelslogistik-Kongresses, der in diesem Jahr von Köln aus im Internet übertragen wurde. Thomas Fell für GS1, Michael Gerling für das EHI Retail Institut und Prof. Thomas Wimmer für die BVL repräsentierten die veranstaltenden Organisationen und führten durch Teile des Programms. Warm-ups, Wrap-ups und die Moderation der Fachsequenzen lagen in den Händen von Regina Haas-Hamannt (GS1) und Dr. Christian Grotemeier (BVL). 

457 Teilnehmer fanden sich zu der zweitägigen Veranstaltung im Netz zusammen, davon gut die Hälfte aus Handel und Industrie. Rund 50 Rednerinnen und Redner diskutierten praxisnah aus der Sicht des Handels über Aspekte von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Geschäftsmodelle – und stellten eigene Lösungswege vor. Einen spannenden Exkurs in die Logistik der Corona-Impfstoffe gab Christina Thurner, Mitglied der Geschäftsleitung der Loxxess AG. Weitere Highlights waren ein Interview mit Miguel Müllenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Galeria Karstadt Kaufhof AG sowie Vortrag und Gesprächsrunde mit den Zalando-Managern Dr. Jan-Hendrik Bartels und Dr. Carsten Keller.

Dass die Innenstädte in Zukunft „anders“ aussehen werden, darin waren sich die drei Handelsexperten einig. Müllenbach zeigte sich überzeugt: „Die Innenstädte werden auch in Zukunft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt Bedeutung haben.“ Es gehe jetzt um neue Aufenthalts- und Logistikkonzepte, zum Beispiel durch die Umwidmung von Parkhausflächen in Logistikflächen. Kuratierte Sortimente, Service und Beratung sowie Vernetzung und nahtlose Übergänge zwischen stationärem und digitalem Angebot waren seine Stichworte. Diese Gedanken griffen Bartels und Keller auf. Logistik kann nach ihrer Auffassung zum Wettbewerbsvorteil in einer Handelslandschaft werden, in der Online und Offline im Sinne von „Connected Retail“ verbunden sind. „Der Store ist in der Regel schneller als das Fulfillment-Center“, so Bartels. Kein Wunder, wenn 80 Prozent der Haushalte zum Beispiel von Galeria-Häusern aus in nur 30 Minuten erreicht werden können. Eine erfolgversprechende Option für den Handel dürften also kooperativ gestaltete integrierte Modelle sein.

BVL-Kommunikation unter neuer Leitung

Die Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der BVL ist am 1. Juni 2021 in neue Hände übergegangen. Nachfolger von Ulrike Grünrock-Kern ist Christian Stamerjohanns. Er berichtet an den Vorstandsvorsitzenden der BVL, Prof. Thomas Wimmer. Christian Stamerjohanns war zuletzt Bereichsleiter Unternehmenskommunikation beim Fotodienstleister CEWE in Oldenburg. Zuvor hatte der Politikwissenschaftler PR-Leitungsfunktionen bei der ECE Projektmanagement in Hamburg und bei der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt inne. 

Ulrike Grünrock-Kern, die die BVL-Kommunikation seit August 2006 leitete, wird die Geschäftsstelle auf eigenen Wunsch zum Jahresende 2021 verlassen. „Wir bedauern Ulrikes Entscheidung sehr“, so Thomas Wimmer. „Mit ihren Ideen und ihrem Tun, ihrem Gespür für Themen und Menschen, ihrer Klarheit im Denken und Präzision in Formulierung und Umsetzung hat sie die BVL und darüber hinaus die Kommunikationsarbeit im Wirtschaftsbereich Logistik deutlich vorangebracht. Vorstand und Geschäftsführung der BVL danken ihr für ihren Einsatz und ihr Engagement. Und wir freuen uns sehr, mit Christian Stamerjohanns einen großartigen neuen Kollegen für unser Team gewonnen zu haben.“

Digitalisierungslücken im Rettungswesen

Am 22. April war die Regionalgruppe Ruhr zu Gast beim Fraunhofer IML in Dortmund. Prof. Uwe Clausen als Gastgeber begrüßte die 35 Teilnehmer gemeinsam mit Regionalgruppensprecher Horst Neller. Auf dem Programm: Einblicke in die Logistik des Rettungswesens, insbesondere in das Projekt Euriale. Im Bereich der Notfallmedizin und der Versorgung von schweren Sonderfällen, bestehen bereits erste Telematikanwendungen zur Unterstützung der optimalen Notfallversorgung. Insbesondere bei schweren Trauma- oder Brandverletzungen sind die Information und Koordination der beteiligten Akteure von besonderer Bedeutung für die Geschwindigkeit und Qualität der medizinischen Versorgung. Um diese gewährleisten zu können, erfordert es hohe und vor allem schnelle Datenübertragungsraten für Bild-, Video- und Ton-Aufnahmen. Echtzeitdaten liegen bei Rettungseinsätzen derzeit in der Regel nicht vor. Ziel des Projektes unter Leitung von Prof. Matthias Klumpp ist es, die Möglichkeiten des 5G-Mobilfunks zu nutzen, um eine störungsfreie Datenübertragung von real-time Bild-, Video- und Audioinformationen in Notfallsituationen zu gewährleisten und damit die Notfallprozesse zu optimieren. Dabei sollen Ersthelfer, Notarztpersonal und stationäres Arztpersonal unmittelbar miteinander kommunizieren und Daten austauschen sowie Augmentierte Realität-Funktionen nutzen können. „Die erste Meile in der Rettungskette ist digital ganz gut ausgestattet, für alles danach gibt es heute kaum digitale Instrumente“, so Klumpp. Die Partner des Konsortiums sind neben dem Fraunhofer IML die Universität Duisburg-Essen, das Universitätsklinikum Münster, die Feuerwehr Dortmund, und Adesso Mobile Solutions.

Im Rahmen des Treffens fanden auch die Wahlen des Sprecherteams statt – und es erfolgte die Fusion der studentischen Gruppe. Katja Wiedemann, Relationship Management Regionalgruppen der BVL, dankte David Engel, CEO, Drake & Farrell B.V., Bleiswijk für sein langjähriges großes Engagement und verabschiedete ihn im Rahmen dieser Veranstaltung ebenso wie die studentischen Sprecher Daniel Kaczmarek, Universität Stuttgart, und Philipp Schmidt, TU Dortmund. Zur Wiederwahl als Regionalgruppensprecher stellten sich Horst Neller, Managing Partner, Signium International GmbH, Düsseldorf, und Peter Bimmermann, Geschäftsführer, AutoStore System GmbH, Mönchengladbach. Neu zur Wahl stellte sich Marcus Karten, Vice President Hightech Logistics, arvato supply chain solutions SE, Gütersloh. Sie wurden ebenso gewählt wie Leonie Remter, TU Dortmund als studentische Sprecherin des Teams.

Innovative Konzepte und Wahlen

Die erste virtuelle Veranstaltung der Regionalgruppe Rhein/Neckar im Jahr 2021 lief unter dem Titel „Pfenning Multicube hoch X“. Robert Riediger, Leiter Vertrieb bei pfenning logistics GmbH in Heddesheim stellte den rund 40 Teilnehmenden die pfenning-Gruppe und das preisgekrönte Multi-User-Lager- und Logistikflächenkonzept vor. Mit dem Multicube Rhein-Neckar hat pfenning logistics 2012 ein innovatives Multi-User-Konzept entwickelt, das Platz lässt für individuelle Nutzungsformen und nachhaltigen Betrieb. Unter einem Dach bietet es Unternehmen unterschiedlicher Branchen individuelle Supply-Chain-Konzepte, die Synergien in der Transport-, Lager- und IT-Infrastruktur ermöglichen. Diese Erfolgsgeschichte wird mit dem Multicube Rheinhessen seit 2018 fortgesetzt. Beide Logistikzentren gehören zu den europäischen Top 10 der mit DGNB-Platin ausgezeichneten Industrieneubauten. Das Multi-User Konzept soll nun bundesweit ausgebaut werden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Riediger neben Martin Krumhaar, Saint-Gobain Isover G+H AG, Ludwigshafen und Prof. Sebastian Herr, Hochschule Worms, in das Sprecherteam der Regionalgruppe Rhein/Neckar gewählt.

Unwort „Führungsverantwortung“?

Für die Generation Z sei Führungsverantwortung ein Unwort, so Brit Gebhardt, Partnerin bei der Senator Executive Search & Interim Management Partners. Gebhardt war eine von zwei Referenten bei der Veranstaltung der Regionalgruppe Weser/Ems am 21. April, zu der Regionalgruppensprecher Frank Giesa eingeladen hatte. Mehr als 30 Teilnehmer kamen in der digitalen Runde zum Thema „Kritischer Erfolgsfaktor Führungskräfte“ zusammen.

Nicht nur der Mangel an Führungskräften, auch die Anforderungen an sie und die Wertesysteme der Generationen Y, Z und Alpha stellen Herausforderungen für die Personalsuche und -entwicklung dar. Gerhardt empfiehlt als Lösungsansatz eine Neudefinition von VUCA (ursprünglich: Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) in Vision, Understanding, Clarity und Agilität. Es gelte unkonventionelle Karrierewege, häufige Jobwechsel, Sinnfragen und die klare Trennung von Berufs- und Privatleben, die die nachfolgenden Generationen vornehmen, zu akzeptieren und einen Rahmen zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen. Zu empfehlen seien enge Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen, der Transfer von Personal zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen – oder auch Phasen des Interim-Managements.

Einen Einblick in seinen beruflichen Weg gab anschließend der Interim-Manager Wolfgang Fritsch. Er betonte die unabhängige Position, mit der er in seine Einsätze hineingeht. Er könne – anders als feste Mitarbeiter – Kritisches sagen und dem Chef die Frage stellen: „Weiß du überhaupt, was in deinem Unternehmen passiert?“ Zum echten Personalmangel komme häufig der Mangel an Veränderungsbereitschaft hinzu. Hier könnten Interim-Manager unterstützen, Change-Prozesse voranzutreiben – zum Beispiel bei Digitalisierungsprojekten.

Conny Pintat seit 30 Jahren Mitarbeiterin der Geschäftsstelle

Ihr Jubiläum fiel – ebenso wie ihr Eintrittstag vor 30 Jahren – auf den Feiertag 1. Mai, Tag der Arbeit. Die noch kleine Geschäftsstelle war im Januar 1991 in neue Räume an der Bremer Contrescarpe umgezogen – und im Oktober fand in Berlin der 8. Deutsche Logistik-Kongress statt. Seit drei Jahrzehnten ist Conny Pintat nun in der Geschäftsstelle der BVL tätig, 27 Jahre davon im Mitgliederservice, seit 2018 im Veranstaltungsmanagement. Auf die gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin kamen im Verein völlig neue Aufgaben zu. Ihrem Talent für freundliche und verbindliche Kommunikation kamen die vielfältigen Kontakte mit den Menschen in und um die BVL sehr entgegen. Gleichzeitig profitierte die BVL von ihrem sensiblen und sorgfältigen Umgang mit Mitgliederdaten, Abrechnungen, Beiträgen und Teilnehmergebühren.

Conny Pintat hat deutlich mehr Mitglieder kommen als gehen sehen, hat mit fast allen Mitgliedern irgendwann mal in direktem Kontakt gestanden – brieflich, per Fax, per Mail oder telefonisch. Unter den Kollegen gilt Conny als BVL-Wiki, als Gedächtnis des Vereins. Ihre Motivation und ihr Engagement für die Arbeit haben nie nachgelassen. Loyal ist sie, zuverlässig und hilfsbereit. Und wenn es mal dicke kommt, dann hört sie intensiv zu, hat ein gutes Wort für die Kollegen – oder löst Stresssituationen auch mal mit einer witzigen Bemerkung in Wohlgefallen auf.

Geschäftsführer Mike J. Holtkamp überreichte der Jubilarin am 3. Mai eine Urkunde und einen großen Blumenstrauß – mit dem Dank der BVL und vielen guten Wünschen aller Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle. Er sagte: „Vielen Dank für 30 Jahre Treue zur BVL, liebe Conny. Wir freuen uns, dass Du bei uns bist und hoffen, dass das noch eine ganze Weile so bleibt!“

Goldene Ehrennadel für Uwe Peters

Der Vorstand der BVL hat bei der Mitgliederversammlung am 3. Mai den langjährigen Geschäftsführer Uwe Peters mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Wie schon lange bekannt, wird Uwe Peters die BVL auf eigenen Wunsch Ende Juni 2021 verlassen. Bei der BVL angetreten ist er am 1. Oktober 2002 als Bereichsleiter Personal, Finanzen und Controlling. Knapp zwei Jahre später wurde er zum kaufmännischen Geschäftsführer berufen – mit Verantwortung für die BVL-Finanzen, IT und Personal, den Mitgliederservice und die Regionalgruppen sowie später auch den BVL Campus.

Ab März 2020 war er für ein knappes Jahr alleiniger Geschäftsführer des Vereins, nachdem sein Geschäftsführungskollege Thomas Wimmer für den Vorstandsvorsitz in die Pflicht genommen wurde. Im selben Monat kam es zum ersten Corona-Lockdown – mit weitreichenden Folgen für die Arbeit der BVL bis hin zu einem rein digital durchgeführten Deutschen Logistik-Kongress. „In dieser Situation bewährtest Du Dich wieder einmal im Krisenmanagement: analytisch, konzeptionell und umsetzungsstark – und stets vorwärts in Richtung BVL 2025“, so Thomas Wimmer in seiner Laudatio. Seit Mitte Februar übergibt Uwe Peters seine Aufgaben an Mike J. Holtkamp – und steht dem neuen dreiköpfigen Geschäftsführungsgremium insgesamt mit Rat und Tat zur Seite.

„Mit der Verantwortung für Mitgliederservice und Regionalgruppen lag sozusagen das Herz der BVL in Deinen Händen“, so Thomas Wimmer. Im Namen des Vorstands dankte er Uwe Peters für dessen vorbildliches engagiertes Wirken in der Geschäftsführung der BVL, des BVL Campus und aller Tochtergesellschaften. Den Dank verband er mit dem Wunsch, dass Uwe Peters auch nach seiner hauptamtlichen aktiven Zeit mit der BVL in Verbindung bleiben wird.

Drei Fragen an Marcus Karten, RG-Sprecher RG Ruhr

 

BVL: Sie sind seit Ende April Mitglied im Sprecherteam der Regionalgruppe Ruhr. Was hat Sie bewogen in dieser für alle herausfordernden Zeit noch ein Ehrenamt zu übernehmen?

Karten: Die Geschwindigkeit der Veränderungen, die wir heute in allen Bereichen wahrnehmen, eben auch in der Logistik, erfordert den kreativen Austausch in Netzwerken – zwischen Unternehmen verschiedener Industrien, Logistikdienstleistern, Technologieentwicklern und Integratoren sowie auch Wissenschaftlern. Wir brauchen neue Ideen, Konzepte und Lösungen – heute mehr als jemals zuvor. Die BVL ist seit Jahren eine hervorragende Plattform für diesen Austausch und die Ideenfindung in der Logistik. Gemeinsam mit meinen Regionalgruppensprecher-Kollegen möchte ich diesen Austausch weiter fördern und unterstützen.

BVL: Zurzeit funktioniert die Regionalgruppenarbeit fast ausschließlich digital. Ist das ein Problem oder sehen Sie da auch Vorteile oder Chancen?

Karten: In den letzten Monaten durfte wahrscheinlich fast jeder die gleichen Erfahrungen machen: Der persönliche Austausch fehlt uns allen und ist nur schwer bis gar nicht zu ersetzen. Wir durften jedoch auch lernen: Der digitale Austausch reduziert Reisezeit und erweitert Möglichkeiten. Weniger Stunden auf der Autobahn und besonders weniger Flugreisen sind fraglos ein Vorteil. Darüber hinaus sehe ich die Chance, den vormals hauptsächlich regionalen Austausch nun auch überregional und sogar international zu erweitern und damit Mehrwert für die BVL-Mitglieder zu schaffen.

BVL: Welche Themen liegen Ihnen für zukünftige Regionalgruppenveranstaltungen am Herzen? Worauf können sich die Mitglieder schon freuen?

Karten: Die Konsequenzen für Logistikverantwortliche, die sich aus dem anhaltenden und sich beschleunigenden E-Commerce Boom ergeben, sind immens! Auftragsstrukturen werden kleinteiliger, Personal- und Flächenressourcen knapper, Transportkapazitäten kommen an Grenzen oder sind bereits überlastet. Der Logistiker soll dennoch Kosten reduzieren, Qualität steigern und gleichzeitig auch noch Lösungen für neue Vertriebskanäle wie z.B. Marktplätze entwickeln. Bei unseren zukünftigen Regionalgruppenveranstaltungen wollen wir diese Themen adressieren und für einen nutzbringenden Erfahrungsaustausch sorgen – digital, aber auch möglichst bald mal wieder vor Ort.