BVL Intern

Von Krisen und Chancen – drei Tage intensives Programm

Digital Logistics Days Commerce & Delivery, Warehouse & Automation und Transport & Global, mit diesen Themen waren die drei Veranstaltungstage der zweiten Ausgabe der Digital Logistics Days überschrieben. BVL-Geschäftsführer Dr. Martin Schwemmer und Boris Felgendreher, vielen bekannt aus dem BVL-Podcast, führten als Hosts durch ein abwechslungsreiches Programm. Zur Eröffnung am 15. März schickte der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr Oliver Luksic ein Video-Grußwort. Luksic nannte die Digitalisierung als besonders wichtiges Thema, gerade in der Verknüpfung von Logistik und Verkehr. Eingefahrene Wege müssten verlassen werden, Daten geteilt und Anwendungen gemeinsam entwickelt. Unternehmen müssten sich vernetzen. „Das ist Ihr Part!“, wandte sich Luksic direkt an die Teilnehmenden.

Aus aktuellem Anlass startete jeder Veranstaltungstag zunächst mit einer kurzen Session zum Thema „Humanitäre Hilfestellung zur Notlage in der Ukraine“, in der Vertreter vom THW, vom Deutschen Roten Kreuz und vom World Food Programme über ihre aktuellen Projekte und auch logistischen Herausforderungen berichteten - immer verbunden mit Hinweisen dazu, wie die Veranstaltungsteilnehmer unterstützen können. 

Zum Einstieg in die Themen der einzelnen Tage gab es jeweils eine Panel-Diskussion. Am ersten Tag tauschten sich Mario Bertsch von dm, Frederic Knaudt von picnic und Alexander Graf von Spryker über stationären Handel versus E-Commerce und Quick Commerce aus. Einig waren sich alle, dass sich die Lebenswirklichkeit der Menschen schon vor Corona verändert hat und dadurch traditionelle Geschäftsmodelle so nicht mehr funktionieren. Graf stellte die These auf, dass Unternehmen, die mit einem klassischen Handelsmodell operieren, sich bis 2030 verändert haben müssen. „Für manche Unternehmen ist es jetzt schon zu spät“, ergänzte Bertsch. Etwas unterschiedlich schätzten sie ein, ob der Quick Commerce auch ohne Corona so schnell gewachsen wäre. Während Graf mit einem klaren „Ja!“ antwortete, sah Bertsch durch Corona die Eintrittsbarriere in ein neues Kaufverhalten gesenkt: Die Lebensumstände haben sich so rapide geändert, dass sich auch die Menschen ändern mussten. Auch Knaudt sah einen Einfluss von Corona: „Man bricht ja einen Habit.“ Vor Corona seien Deutsche durchschnittlich zwei bis dreimal die Woche in den Supermarkt gegangen, das habe sich schon im Sinne der Kontaktverringerung geändert. Da man im Homeoffice zudem Lieferungen problemlos annehmen kann, habe das die Nachfrage erhöht. Einigkeit herrschte über die Prognose, wie die Innenstädte in fünf Jahren aussehen werden. Alle drei gingen davon aus, dass sich Handelsflächen deutlich reduzieren - zugunsten von Orten, an denen Menschen sich begegnen können.

Marco Rebohm von der Mode Logistik GmbH, Dr. Nicole Schnittfeld von der Schweizerischen Post und Prof. Michael ten Hompel vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss diskutierten zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages zum Thema Warehouse & Automation. Ihr gemeinsames Fazit: Es gibt bereits viele nützliche technologische Entwicklungen, die aber auch in die Praxis getragen werden müssen. Neben Standard-Automatisierungen sollten Unternehmen auch experimentieren, so Marco Rebohm.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Qualität und Nutzung von Daten. Auch in Unternehmen mit automatisierten Abläufen seien Daten größtenteils ungenutzt, obwohl Technologien wie Augmented Reality viele Möglichkeiten bieten, so Rebohm. Ten Hompel bekräftigte, vor allem auch der Austausch über die Logistik hinaus sei wichtig. Hier könne die Logistik einen Führungsanspruch entwickeln. Weg von der Adaption, hin zur Disruption. 

Am dritten Tag ging es unter der Überschrift „Transport & Global“ vor allem um die Reihe von Krisen, in denen Logistik und Supply Chain-Management schon seit Jahren agieren müssen. Was sind die Auswirkungen und wie kann Digitalisierung helfen, damit umzugehen? Vor allem durch Transparenz. In der Paneldiskussion sprachen darüber der ehemalige BVL-Vorstandsvorsitzende Robert Blackburn (Palacajo Technology), Nina Göntgen-Voss (Forto), Achim Martinka (Lufthansa Cargo) und Angela Titzrath (HHLA). Blackburn verwies darauf, dass die Verwerfungen in den globalen Lieferketten bereits mit dem „Handelskrieg“ der USA mit China begonnen haben, hinzu kam die Pandemie und nun die Ukraine-Krise. Deren Auswirkungen machen die ohnehin schon knappen Ressourcen und Kapazitäten noch knapper. Große Gebiete müssen umfahren oder umflogen werden, was Kapazitäten länger bindet und mehr Energie verbraucht. Fahrerinnen und Fahrer aus betroffenen Ländern fallen aus. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit sahen die Diskutanten sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Hohe Energiekosten motivieren zu Dekarbonisierung und noch mehr Effizienz. Sinkende Margen allerdings hemmen Investitionen in die Nachhaltigkeit, besonders in KMU. Das gilt nicht für die Unternehmen, die in der Diskussion vertreten waren. Laut Martinka arbeitet LH Cargo vor allem mit Nachdruck am Einsatz alternativer Treibstoffe, die möglichst innerhalb Europas produziert werden sollen – bis 2050 will das Unternehmen CO2-neutral arbeiten. Die HHLA ist mit dem Terminal Altenwerder ein Pionier in Sachen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Und Forto nutzt seine Plattform, um die Partner zu gemeinsamen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu ermutigen. Die Runde war sich einig, dass sowohl Digitalisierung als auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht als Insellösungen umsetzbar sind. Nicht nur das Denken muss sich ändern, sondern auch der Blick – in der Logistik muss er auf das Gesamtsystem gerichtet sein, nicht nur auf das eigene Unternehmen.

Das bestätigte auch Wolfgang Lehmacher (Supply Chain- und Technologiestratege, Autor und Business Angel). Er betonte die Bedeutung der Beziehungen zu China, die für ihn den größten gesamtwirtschaftlichen Aspekt darstellen – eine Abgrenzung ist aus seiner Sicht zu vermeiden. Was den Umgang mit den aktuellen Krisen betrifft, sieht er die deutschen Unternehmen in einem Krisenmodus, in dem adhoc gehandelt wird: „Man ist so damit beschäftigt, mit all diesen Schocks umzugehen, dass man zu langfristigen Umstellungen gar nicht kommt.“ Aus seiner Sicht hätte Europa beispielsweise schon mit der Krim-Invasion beginnen müssen, sich bei der Energieversorgung unabhängiger zu machen. Zudem sei es wichtig, Digitalisierung zu nutzen, um vorhandene Reserven zu nutzen – die Technologie sei da, aber sie müsse auch auf die Straße gebracht werden. Sein abschließender Appell: „Können wir uns nicht zusammenreißen und ernsthaft Dekarbonisierung und Circular Economy in Angriff nehmen? Für mehr wirtschaftlichen Erfolg, aber vor allem für die Zukunft der Erde und unserer Kinder!“

Wer es verpasst hat, kann hier die Aufzeichnungen der Sequenzen sehen

Autonomie trifft auf Agrikultur

Allgäu/Bodensee Am 24. Februar lud die Regionalgruppe Allgäu/Bodensee zu einer Lunch Session mit dem Titel „Autonomie trifft auf Agrikultur: AGCO teilt exklusiv Erfahrungen aus dem Pilotprojekt ‚Einsatz autonomer mobiler Logistikroboter‘ mit BMW-Tochter idealworks“. Die Firma Agco ist als führender Konzern im Bereich Produktion und Vertrieb von landwirtschaftlichen Maschinen und Anlagen und die Schlepper-Marke Fendt bekannt. 2016 war Agco gemeinsam mit der 4flow-AG Träger des Deutschen Logistik-Preises. Idealworks ist ein Spinn-Off der BMW Group und seit kurzem eigenständig, aber als 100prozentige Tochter von BMW aufgestellt. In der Lunch Session ging es um das gemeinsame Projekt beider Unternehmen: die Pilotierung des autonomen Transportroboters iw.hub der BMW-Tochter idealworks im Fendt Traktor-Werk in Marktoberdorf. Der Transportroboter iw.hub kann Objekte bis zu 1000 kg transportieren. Mit seiner Hilfe können damit große Teile der manuellen Transporte autonomisiert werden. iw.hub ist unter anderem mit einer Kamera, Laserscannern und Ultraschallsensoren ausgestattet und erkennt somit selbstständig Hindernisse und reagiert durch Ausweichen, Überholen oder Stehenbleiben. Mit seinem Lithium-Ionen-Akku aus dem BMWi3 hält iw.hub eine Acht-Stunden-Schicht durch. Felix Benak, Senior Sales Manager bei idealworks stellte den interessierten Zuhörern die Projektierung, Best Practices und Herausforderungen auf eindrückliche Weise dar. Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen dafür eine Dreiviertelstunde in der Mittagszeit virtuell zusammen.

Investition Logistikimmobilie

Südbayern Am 15. Februar begrüßte Karen Klement, stellvertretende Sprecherin der Regionalgruppe Südbayern, rund 35 Teilnehmende zur ersten regulären Veranstaltung nach dem Jahresauftakt der Regionalgruppe. Das Thema: Logistikimmobilien – da steckt Kohle im Beton?! Sven Schürer von Jones Lang LaSalle gab einen Einblick in den Logistikimmobilienmarkt und dessen aktuelle Herausforderungen. Etwas überspitzt formulierte Schürer: „Früher reichte: Hauptsache es regnet nicht rein!“ Davon seien wir heutzutage meilenweit entfernt und Logistikimmobilien müssten weitaus höhere Voraussetzungen erfüllen. Geeignete Immobilien seien daher wertvoll und stünden bei Investoren hoch im Kurs. Da immer mehr Menschen online bestellen, gelten Logistikimmobilien weiterhin als sichere Bank, im Gegensatz zu z.B. Ladenflächen. Und auch Investoren aus dem Ausland seien an Immobilien in Deutschland interessiert. Deutschland gelte als sicherer Hafen, so Schürer. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass die Gebäude auch da stehen müssen, wo man die entsprechenden Mitarbeiter findet, sonst nütze die beste Logistikimmobilie nichts.

Erfolgreicher Handelslogistik Kongress in Köln

Log 2022 Nach einer digitalen Version in 2021 fand der 28. Handelslogistik Kongress, die Log 2022, in diesem Jahr wieder als Präsenzveranstaltung im Congress-Centrum der Koelnmesse statt. Knapp 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuten sich über spannende Vorträge und besonders über den intensiven persönlichen Austausch. Auch die Stände der begleitenden Ausstellung erfuhren in den Netzwerk-Pausen sowie beim Abendempfang ein reges Interesse.

Zu den Höhepunkten der Log gehörte der Vortrag des digital zugeschalteten Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Marcel Fratzscher PhD. Er warnte vor Risiken des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie, die seiner Ansicht noch nicht ausreichend in die Berechnungen des erwarteten Wirtschaftswachstums einfließen.

Stephan Wohler von der Edeka, der auch Mitglied des BVL-Vorstands ist, berichtete über den Megatrend Regionalität und die Herausforderungen für die Lebensmittel-Logistik. Über einen ‚Lean and Green Award‘ für ambitionierte CO2-Einsparungen konnte sich unter anderem BVL-Vorstandsmitglied Christina Thurner von Loxxess freuen.

Eine schwierige Entscheidung erforderten die beiden Parallelsequenzen am ersten Tag: Während in der einen das Projekt „Digitaler Lieferschein“ von GS1 und BVL vorgestellt und diskutiert wurde, stellte Dr. Christian Jacobi als BVL-Vorstandsmitglied und Sprecher des Themenkreises Urbane Logistik in der zweiten Fach-Session das Manual Urbane Logistik vor. Mehrere Fachvorträge und -diskussionen zur Logistik der letzten Meile folgten. Beim Start-up-Pitch der Log setzte sich Kimani Michalke von Circleback durch. Die Firma möchte den steigenden Bedarf an recyceltem Plastik durch ein Pfandsystem analog zu den Mehrweggetränken und der Rückführung des recycelten Plastiks direkt an die Hersteller decken.

Den bewegendsten Beitrag lieferte Haribo-Logistikgeschäftsführer Stefan Sorce mit seinem Vortrag „Die Nacht, die alles veränderte“ über die Flutkatastrophe im Ahrtal. Das überwältigende Engagement sowohl des Unternehmens als auch Sorces selbst beeindruckte das Auditorium zutiefst. Deutlich wurde auch, dass die Arbeit in den betroffenen Gebieten noch lange nicht getan ist. Die Veranstalter der Log haben inzwischen 3.000 Euro an ‚HARIBO hilft e.V.‘ überwiesen. Wer das auch tun möchte, kann an die IBAN DE13 5775 1310 1000 5641 28 spenden (Verwendungszweck: Spende Köln).

Durch den Ukraine-Krieg sowie die noch geltenden Corona-Regeln verbot sich eine ausgelassene Feier am Abend. Dennoch freuten sich die Teilnehmer nach dem ersten Tag auf ein erstes Kölsch in der Ausstellung und später auf die lockere Abendveranstaltung, bei der es neben gutem Essen auch leckere Cocktails des Hauptpartners Transporeon gab. Nach diesem Erfolg ist die Fortsetzung klar: Der 29. Handelslogistik Kongress findet am 29. und 30. März 2023 statt.

 

 

Auf zu neuen Ufern

Geschäftsführung Nach acht Jahren in der BVL-Geschäftsstelle ist der bisherige BVL-Geschäftsführer Dr. Christian Grotemeier zum 1. April einem Ruf an die Hochschule RheinMain in Wiesbaden gefolgt und lehrt dort als Professor für Mobilitätsmanagement und BWL. Grotemeier kam 2014 als Leiter Forschung und Veranstaltungen zur BVL. 2018 übernahm der promovierte Volkswirt die Geschäftsführung der neu gegründeten BVL.digital GmbH, die jetzt in die BVL integriert worden ist. Als Geschäftsführer der BVL e.V. verantwortete er seit 2021 die Bereiche Marketing/Vertrieb, Produktentwicklung, die Seminare sowie Digitalisierung und IT. „Wir bedauern das Ausscheiden von Christian Grotemeier, der die BVL in den vergangenen Jahren enorm nach vorn gebracht hat. Insbesondere durch den Aufbau von BVL.digital hat er viele neue Akzente gesetzt und die Organisation als Ganzes weiterentwickelt. Wir freuen uns aber mit ihm über seine Professur und wünschen ihm viel Erfolg,“ sagt der BVL-Vorstandsvorsitzende Prof. Thomas Wimmer.

Innovative Lösungen beim Urban Start-ups-Pitch

Netzwerk Young Professionals Die Idee für den Urban Start-ups-Pitch am 17. Februar entstand bereits im Oktober vergangenen Jahres, nämlich auf dem Deutschen Logistik-Kongress. Da lernten die beiden Sprecher des Netzwerks Young Professionals, Fabian Loos und Max Schnippering, Raimund Seibold kennen, einen der Gründer des Start-ups Boxbote. Boxbote ist neben der emissionsarmen Lieferung vom Buy-local-Gedanken inspiriert. Um Kunden zu ermöglichen, auch von ihren im Stadtteil angesiedelten Lieblingsläden Lieferungen zu bekommen, richtete Boxbote eine Plattform für lokale Händler ein. Mit einer eigenen Fahrradflotte liefert Boxbote in Augsburg und seit kurzem auch in Nürnberg. Neben Metzgern, Bäckern, Feinkostläden und einem eigenen Getränkemarkt bietet Boxbote seine Logistikinfrastruktur auch dem klassischen Einzelhandel für Same-Day- bzw. Instant-Delivery an.

Das Start-up Urbify hat sich von Amazon inspirieren lassen: „Wir sind Amazon flex für alle, die nicht Amazon sind“, erklärte Dr. Benedict Stolze, einer der Gründer von Urbify. Urbify ermöglicht Zustellungen im Wunschzeitfenster für Onlinehändler in allen deutschen Metropolregionen. Die genutzte Technologie ist inhouse entwickelt worden und der Händler hat die Möglichkeit, nur die Software oder das Komplettpaket mit Personal einzukaufen.

Die Runde komplett machte Max Grosse Lutermann, einer der Gründer von Reverse Supply. Am nachhaltigsten ist es, Dinge nicht nur emissionsarm zuzustellen, sondern gar nicht erst neu zu produzieren, so Grosse Lutermann. Mit diesem Gedanken ermöglicht Reverse Supply Modemarken den Einstieg in den Recommerce. Über ein eigenes Logistikzentrum am Standort Berlin übernimmt das stetig wachsende Team die aufwendigen operativen und technischen Prozesse, die beim Wiederverkauf gebrauchter Produkte anfallen.

Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten drei spannenden Vorträgen zu den unterschiedlichen und innovativen Ansätzen der Start-ups. Entsprechend viele Fragen wurden auch in der anschließenden Diskussion gestellt. Alles in allem eine gelungene und kurzweilige Veranstaltung, um den Feierabend einzuläuten.

Drei Fragen an Sabine Gutbrod, Sprecherin der Regionalgruppe Allgäu/Bodensee

 

BVL: Frau Gutbrod, Sie sind seit Ende letzten Jahres neue Sprecherin der Regionalgruppe Allgäu/Bodensee. Was motiviert Sie zu diesem ehrenamtlichen Engagement in der BVL?

Gutbrod: Seit Jahren besuche ich nun schon den Deutschen Logistik-Kongress und konnte mir da im Laufe der Zeit ein sehr interessantes und hilfreiches Netzwerk aufbauen. Diese Möglichkeit würde ich gerne für andere Mitglieder und Interessierte weiter ausbauen. Ich arbeite auch privat ehrenamtlich, da ich es wichtig finde, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Ohne Engagement keine Bewegung. Daher freue ich mich mit den anderen zwei Sprechern der Regionalgruppe, gemeinsam etwas zu bewirken und zu gestalten.

BVL: Sie sind Leiterin strategische Logistik bei der AGCO GmbH. Im Rahmen einer Regionalgruppenveranstaltung im Februar wurde ein Pilotprojekt von AGCO gemeinsam mit der BMW-Tochter idealworks vorgestellt. Wieso ist es auch für Unternehmen von Vorteil, sich in einem solchen Rahmen zu präsentieren?

Gutbrod: Derzeit müssen wir uns in der Logistik wie auch in vielen anderen Bereichen einigen Herausforderungen stellen. So sind zum Bespiel qualifizierte und engagierte Mitarbeiter am Markt hart umkämpft. Im Rahmen eines solchen Formats ist es möglich, einer größeren Anzahl von interessierten Zuhörern das eigene Unternehmen zu präsentieren. Zusätzlich erfahren die Teilnehmer etwas über Innovationen, Trends und Entwicklungen, mit denen sich andere Unternehmen beschäftigen. Diese könnte der Grundstein für einen weiteren Austausch oder Benchmark-Aktivitäten sein. Ebenso gibt es die Möglichkeit, Hersteller und Anbieter von Produkten oder Dienstleister näher kennenzulernen.

BVL: Welche Themen sind Ihnen besonders wichtig, worauf dürfen wir uns ggf. schon freuen?

Gutbrod: Für besonders wichtig halte ich es, junge Studierende für den Bereich der Logistik zu interessieren, sie darüber zu informieren, wie vielschichtig dieser Bereich ist und was es da für zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Zudem möchte ich auch gerne das Netzwerk für Frauen in der Logistik zusammen mit meinen Kollegen intensivieren. Mit Spannung erwarte ich einen persönlichen Austausch mit den Sprechern der anderen Regionalgruppen, um zu diskutieren, ob wir neue, andere Formate oder Arbeitskreise anbieten können.