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02.04.2009

5. Logistikdialog Nürnberg - Ersatzteillogistik gewinnt an Bedeutung

Bremen/Nürnberg. Über 120 Teilnehmer nutzten am 26. März beim 5. Logistikdialog Nürnberg die Gelegenheit, mit Experten aus Praxis und Wissenschaft aktuelle Fragestellungen der Ersatzteillogistik zu diskutieren. Die Kooperationsveranstaltung von BVL und IHK Nürnberg stand unter dem Motto "Ersatzteillogistik - Best Practices durch IT und Software". Ulrich Schaller, Verkehrsreferent bei der IHK Nürnberg, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Logistik in der Stadt und Metropolregion Nürnberg. 107.000 Menschen seien in der Metropolregion in der Logistik beschäftigt, 24.000 davon allein in der Stadt Nürnberg.

Im ersten Vortragsblock unter dem Titel Best Practices durch Software berichtete zunächst Martin Wendel, Vice President Global After Sales der MTU Friedrichshafen GmbH, über eine Neugestaltung der Ersatzteillogistik mit SAP EWM. Marcus Riedel, Leiter Materialwirtschaft der Nordex Energy GmbH, schilderte seine Erfahrungen mit der szenariobasierten Bewertung alternativer Netzwerkstrukturen. Dem Hersteller ist es dank maßgeschneiderter Software gelungen, das Ersatzteil-Versorgungsnetz für seine Windkraftanlagen optimal neu zu ordnen. Dieselbe Software hilft jetzt, den Istzustand ständig zu hinterfragen und das Netzwerk alle 2-3 Jahre gegebenenfalls umzustellen.

Thema von Manuel Mager, Projektmanager After Sales bei den Kögel Fahrzeugwerken, war die Konzeption eines elektronischen Ersatzteilkatalogs, der den Kunden zusammen mit einem Shopsystem online zur Verfügung steht und so die 24-stündige Verfügbarkeit von Informationen und Bestellmöglichkeiten sichern soll. Nach zweieinhalb Jahren Laufzeit des Katalogs gehen zehn Prozent Bestellungen und rund 20 Prozent der Auftragsvolumens über das Online-Angebot. Mager musste im Projektverlauf einige Annahmen revidieren und wunderte sich insbesondere darüber, wie viele Bestellungen tatsächlich noch per Fax, Telefon oder sogar Brief vorgenommen werden.

Die Simulation von komplexen Materialflussprozessen war Thema von Andreas Rögnitz, Betriebsleiter bei Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in Fürth, der anhand zahlreicher Beispiele die Vorteile animierter Computersimulationen für die Planung aufzeigte.

Erstmals im Programm war die Sequenz "Forschung im Fokus" mit drei jungen Forschern, die von BVL-Vorstandsmitglied Dr. Johannes Söllner moderiert wurde. Christian Hohaus, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Fraunhofer IML in Dortmund, beschrieb sein Konzept für die "Nachhaltigkeit durch den Einsatz von Gebrauchtteilen in der Kfz-Elektrik". In Demontage-Werkstätten werden danach ausrangierte Fahrzeuge auseinandergenommen, um so auf nachhaltige Weise Ersatzteile zu gewinnen.

Achim Sinn, Vice President der Dräger Medical AG & Co. KG, schilderte, wie man mit effizienter Informationslogistik mehr Transparenz und Qualität in die Supply Chain bringen kann. Auch für den Hersteller von Medizintechnik ist es entscheidend, für seine Kunden eine möglichst hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen zu gewährleisten.

Abschließend berichtete Peter Britz, Leiter Materialmanagement bei GDF SUEZ AG Deutschland, berichtete vom Nutzen von RFID für die mobile Inventur und papierlose Materialausgabe. Anhand des Beispiels Heizkraftwerk Römerbrücke beschrieb er anschaulich, wie die Technologie eingeführt wurde. Die RFID-Tags seien nach wie vor relativ teuer, so Britz, doch das habe man umgangen - indem man diese nicht an der Ware, sondern am Lagerort befestigt, z.B. einer Plastiktüte, welche wieder verwendet wird.

Die Vorträge zogen viele interessierte Fragen und lebhafte Diskussionen nach sich. Die Pausen nutzten die Teilnehmer für Gespräche mit den neun Ausstellern der begleitenden Fachausstellung.

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