24 Apr 15

Über die Logistik in Brasilien – Interview mit Hanno Erwes, AHK Rio de Janeiro

Hanno ErwesAm 29. April 2015 findet zum fünften Mal die Deutsch-Brasilianische Logistikkonferenz in Rio de Janeiro statt. Die Bundesvereinigung Logistik und die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer in Rio de Janeiro veranstalten die Konferenz gemeinsam. Die diesjährigen Themen beinhalten die aktuelle Investitionslage Brasiliens, Infrastrukturprojekte sowie einen umfassenden Überblick des brasilianischen Logistikmarktes.

Wir freuen uns sehr, dass BVL-Mitarbeitern Aigul Zhalgassova aus der Abteilung Inhalte/Wissen den Geschäftsführer der AHK Rio de Janeiro Hanno Erwes für eine kurzes Interview gewinnen konnte.

Aigul Zhalgassova: Bereits zum fünften Mal veranstaltet die BVL mit der Deutsch-Brasilianischen Industrie-und Handelskammer die Deutsch-Brasilianische Logistikkonferenz. In diesem Jahr findet die Konferenz am 29. April in Rio de Janeiro statt. Auf welche Highlights dürfen sich die Teilnehmer in diesem Jahr freuen und worauf freuen Sie sich persönlich ganz besonders?

Hanno Erwes: Ein Jahr vor der nächsten Großveranstaltung präsentiert sich die Stadt Rio de Janeiro, Austragungsort der Olympischen Spiele 2016, noch als Baustelle. Dabei bietet der erforderliche Ausbau, vor allem im Bereich der Infrastruktur, groβartige Möglichkeiten für Kooperationen und Investitionen.

Umso wichtiger sind in dieser Zeit der wirtschaftliche Austausch und die enge Zusammenarbeit mit Deutschland, welches durch die WM 2014 ein positives Image sowie international wachsende Aufmerksamkeit erworben hat.
Bei der Logistikkonferenz handelt es sich um ein praxisorientiertes internationales Symposium mit hochkarätigen Fachreferenten u.a. von Coca-Cola, Robert Bosch, BMW, DHL, und AGCO. MAN Latin America wird sich auf der Konferenz als “Best Practice”-Beispiel für deutsche Unternehmen in Brasilien vorstellen, welches trotz der Krisensituation Brasiliens weiterhin Erfolg vorweist. Auf dieser Plattform möchten Sie den Teilnehmern Diskussionsmöglichkeiten bieten. Ein besonderes Highlight, auf welches ich mich sehr freue, stellt der Vortrag des größten Eisenerzherstellers der Welt – VALE – dar, welcher sich dem Publikum der Konferenz exklusiv präsentieren wird.

AZ: Brasilien gehörte als Teil der BRIC-Staaten zu den Hoffnungsträgern der globalen Ökonomie. Für das Jahr 2015 geht der IWF jedoch nur noch von einem Wirtschaftswachstum von 0,3% aus. Worauf ist aus Ihrer Sicht dieser Einbruch zurückzuführen?

HE: Ich halte die Prognose des IWF sogar noch für zu positiv. Es ist gut möglich, dass Brasiliens Wirtschaftsleistung dieses Jahr sogar schrumpfen wird, möglicherweise rund ein Prozent. Der Grund für diese überraschende Schwäche: Brasilien hat zu lange darauf gesetzt, dass der Rohstoffboom noch länger anhalten wird. Die Regierung versuchte noch bis Ende letzten Jahres die Konjunktur mit staatlichen Ausgabenerhöhungen und Subventionen anzuregen. Das hat nicht funktioniert und jetzt ist das Staatsbudget tief in die roten Zahlen gerutscht. Brasilien muss dieses Jahr die Hausaufgaben machen. Die Regierung muss streichen und sparen, um das Vertrauen der Investoren wieder herzustellen. Das dürfte aber noch in diesem Jahr gelingen. Dann stehen die Weichen wieder auf Wachstum.

AZ: Welche Wachstumsperspektive sehen Sie für Brasilien und wieso sollten sich deutsche Unternehmen gerade in der aktuellen Situation in Brasilien engagieren? Welche Unterstützung kann die Deutsch-Brasilianischen Industrie-und Handelskammer dabei deutschen Unternehmen anbieten?

HE: Derzeit ist ein guter Moment für den Einstieg in Brasilien. Der Real hat sich abgewertet. Viele brasilianische Unternehmen müssen Anteile verkaufen, um cash zu machen. Das gilt gerade für den Bereich Logistik. Da können Investoren in Sektoren einsteigen, wo sie vor kurzem kaum oder nur sehr teuer drangekommen wären. Etwa Lizenzen von Flughäfen, Fernstraßen oder Häfen. Zudem öffnet die Regierung verschlossene Märkte für ausländische Konzerne, etwa im Gesundheits- oder Mediensektor. Auch bei Öl und Gas sind Liberalisierungen wahrscheinlich. Die in den letzten Jahren eingeführten protektionistischen Vorschriften lassen sich in der jetzigen Krise nicht mehr halten.

AZ: Abschließend noch eine persönliche Frage, was war Ihr persönliches Highlight der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr?

Brasilien konnte seinen Enthusiasmus, seine Fußballbegeisterung, für welche das Land so berühmt ist, mit der ganzen Welt teilen, Einblicke in das Gastgeberland gewähren, Perspektiven aufzeigen und als interessanten Wachstumsmarkt sowie großartiges Reiseziel weiter in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.

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