Logistik ist der drittstärkste Wirtschaftszweig
2,5 Mio. Erwerbstätige in der Logistik tätig


Dem Wirtschaftssektor Logistik werden derzeit 2,5 Mio. Erwerbstätige direkt zugerechnet – 50 Prozent davon in der Industrie und im Handel. Weitere 600.000 sind in der Zulieferindustrie beschäftigt. Damit ist ein deutliches Beschäftigungswachstum in der Logistik feststellbar. Dies ist ein positives Signal für den Standort Deutschland, der insgesamt eine leicht sinkende Beschäftigungsentwicklung zu verzeichnen hat. Diese Angaben sind ein Ergebnis der aktuellen Studie „Top 100 der Logistik 2006“ von Prof. Peter Klaus und Christian Kille, die den Markt neu vermessen hat. Herausgeber der Studie sind die Bundesvereinigung Logistik (BVL), Bremen, und der Deutsche Verkehrs-Verlag, Hamburg.

Mit einem Umsatz von 170 Mrd. Euro ist die Logistik weiter auf Wachstumskurs und im Vergleich der Wirtschaftszweige sogar um eine Position vorgerückt. Sie belegt nun hinter der Automobilindustrie (ca. 285 Mrd. Euro) und dem Gesundheitswesen (ca. 250 Mrd. Euro) zusammen mit dem Maschinenbau Platz drei. Von den 170 Mrd. Euro, die die deutsche Wirtschaft 2004 für Logistik aufgewendet hat, entfallen über 90 Mrd. Euro auf Eigenleistungen beziehungsweise Werkslogistikleistungen in Industrie und Handel. Die Logistikdienstleister wickeln gemäß der Studie ein Umsatzvolumen von 79 Mrd. Euro ab.

Durchschnittliches Wachstum der Logistik: jährlich 2,1 Prozent
Im Vergleich mit der 3. Auflage der Studie aus dem Jahr 2003 haben die Verfasser nach kleineren statistischen Anpassungen ein absolutes Umsatzwachstum der Logistik von 10 Mrd. Euro auf 170 Mrd. Euro zwischen 2001 und 2004 ermittelt. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2,1 Prozent jährlich.

Durch stetiges Wachstum – Deutschland ist im internationalen Vergleich der Logistik-Standorte an erster Stelle - sichert die Logistik die Netto-Wertschöpfung, generiert weitere Wertschöpfungsanteile für die deutsche Wirtschaft im globalen Wettbewerb und sichert damit auch Arbeitsplätze in Deutschland. Noch kräftiger gewachsen ist im gleichen Zeitraum der Anteil fremdvergebener Logistikleistungen – von etwa 71 Mrd. Euro (44,6 Prozent) auf 78,4 Mrd. Euro (46,1 Prozent). Das heißt, dass die konsolidierten Umsätze des Logistik-Dienstleistungssektors im Schnitt um 3,5 Prozent (2,5 Mrd. Euro jährlich) weitgehend durch Umsatz-Umschichtung zugenommen haben. Dabei unberücksichtigt geblieben ist ein weiteres Wachstum des Dienstleistungssektors durch Einbeziehung von zuvor nicht der Logistik zugerechneten Mehrwertaktivitäten wie Produktion, Vertrieb oder allgemeiner Administration als Leistungen der Kontraktlogistik.

Kontraktlogistik: Potenzial von 67 Mrd. Euro nur zu 23 Prozent ausgeschöpft
Unter den 15 in der Top-100-Studie analysierten Logistik-Marktsegmenten ist die Kontraktlogistik von besonderem Interesse: Hier erwarten die Logistik-Dienstleister in den kommenden Jahren die größten Wachstumsraten. Unter dem Begriff Kontraktlogistik sind in der Systematik der Studie Geschäfte zusammengefasst, die in einer engen, zwischen Verlader und Dienstleister individuell gestalteten Beziehung mehrere logistische Funktionen integrieren, bei der die Beziehung längerfristig vertraglich abgesichert ist (eben durch „Kontrakt“ mit mindestens einjähriger Laufzeit) und ein erhebliches Umsatzvolumen (praxisgerecht: mindestens ca. € 1 Mio. p.a.) abgewickelt wird.

Laut Studie ergibt sich ein theoretisch mögliches Kontraktlogistik-Umsatzpotenzial in der deutschen Wirtschaft von etwa 67 Mrd. Euro. Davon sind 21,5 Mrd. Euro der Konsumgüterdistribution zuzurechnen (also insbesondere integrierten Distributions-Dienstleistungen für die Hersteller von Massen-Konsumgütern sowie für den Konsumgüter-Groß- und Einzelhandel), 45,5 Mrd. Euro der industriellen Kontraktlogistik (also insbesondere bei integrierten Beschaffungs- und Materialwirtschaftssystemen wie in der Automobilindustrie), aber auch noch zu entwickelnden Systemen einer integrierten Logistik für viele andere Branchen – beispielsweise der Health Care Wirtschaft. In diesen Bereichen ist in den kommenden Jahren mit starkem Wachstum zu rechnen. Denn: Derzeit werden erst knapp 15,6 Mrd. Euro durch die zum Teil auch den Industrieunternehmen verbundenen großen Kontraktlogistik-Dienstleister abgewickelt.

Konzentrationsprozess bei Dienstleistungen setzt sich fort
Rasant und auf hohem Niveau setzen sich die Konzentrations- und Fusionsprozesse unter den Logistikdienstleistern fort, wie die jüngsten Großeinkäufe von Deutscher Post (Exel), Deutscher Bahn (Bax Global) und Hapag Lloyd (CP Ships) belegen. Vor dem Hintergrund der neu vermessenen 170 Mrd. Euro Umsatzvolumen der Logistikwirtschaft in Deutschland und dem für 17 westeuropäische Länder ermittelten Volumen von 730 Mrd. Euro liefert die Top-100-Studie aktuelle Rankings der umsatzstärksten Unternehmen. Die zehn größten Unternehmen erzielten 19,7 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigten rund 150.000 Mitarbeiter in der Logistik. Die Top 100 erzielten 44,7 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigten über 300.000 Menschen. Im Jahr 2001 – dem Geschäftsjahr, das in der letzten Top 100 für Deutschland untersucht wurde – lagen die Umsätze noch bei 18,2 Mrd. Euro für die Top 10 und 38,5 Mrd. Euro für die Top 100. Die zehn größten Unternehmen sind demnach seitdem um gut acht Prozent, die größten 100 um gut zehn Prozent gewachsen – bei einem für die Wirtschaft insgesamt nahezu stagnierenden Logistik-Umsatzwertvolumen. Deutsche Post und Maersk-Gruppe führen die europäischen Top 10 an In Abbildung 3 sind die in Europa führenden zehn Unternehmen der Top-100-Liste dargestellt: Die beiden Top-Unternehmen sind – mit deutlichem Abstand – der Deutsche Post/DHL-Konzern und die in Dänemark beheimatete Maersk-Gruppe, deren größter Umsatzbringer das weltweite Container-Schifffahrtsgeschäft von Maersk-Sealand ist. Die Umsätze der europäischen Top 10 haben sich seit 2001 von damals 76,9 Mrd. Euro auf 97,5 Mrd. Euro in 2004 um 25 Prozent erhöht.

Führende Studie zum deutschen und europäischen Markt
Die Top-100-Studie erscheint in ihrer vierten Ausgabe und gilt als führende Studie zum deutschen und europäischen Markt für Logistik-Dienstleistungen. Da bis heute die Logistik in den öffentlichen Statistiken nicht separat ausgewiesen ist, schließen Prof. Peter Klaus, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesvereinigung Logistik, Lehrstuhl Logistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Dipl.-Ing. Christan Kille von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft (ATL) eine Datenlücke. In ihrer Auswertung stützen sie sich unter anderem auf Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes und des Bundesamtes für Güterverkehr sowie Beschäftigungszahlen der Bundesagentur für Arbeit.

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